Bayerisches Umwelt Know-how für Madagaskar

Bayerisches Umwelt Know-how für Madagaskar
Umweltminister Schnappauf: Vereinbarung zur Entwicklungszusammenarbeit Bayern-Madagaskar unterzeichnet / Wunsch Madagaskars: bayerische Umwelttechnik für Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallbeseitigung

(München/Antananarivo) Auf Einladung des madagassischen Staatspräsidenten Mare Ravalomanana besuchte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf Madagaskar. Ziel des 4tägigen Besuchs in der letzten Woche war, die Zusammenarbeit Bayerns mit Madagaskar zu initiieren. Dazu wurde eine protokollarische Erklärung zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes ("letter of intent") unterzeichnet. Ausdrücklicher Wunsch der madagassischen Partner war es, die Zusammenarbeit mit Bayern zu vertiefen und Zugang zu bayerischer Umwelttechnologie zu erhalten. Großes Interesse an bayerischem Umwelt Know-how besteht vor allem im Bereich der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Der Umweltminister Madagaskars, Rabotoarison Charles Sylvain, hatte den dringenden Wunsch, mit Experten aus Bayern Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung zu beraten. In einem ersten Schritt bittet Sylvain, dass bayerische Wasserexperten bei der Verbesserung der Wasserversorgung von Antananarivo helfen. Dazu wird Bayern Madagaskar bei der Durchführung von sog. Machbarkeitsstudien unterstützen. Machbarkeitsstudien sind in der internationalen Zusammenarbeit der erste Schritt für die Finanzierung von Umweltprojekten durch die Weltbank.
Weiteres Anliegen der madagassischen Gastgeber war es, die Erfahrungen Bayerns bei der Umweltbildung und Umwelterziehung zu nutzen. Madagaskar hat eines der weltweit einzigartigsten Ökosysteme mit der höchsten Rate ausschließlich dort vorkommender Pflanzen- und Tierarten. Die noch verbliebenen unberührten Waldflächen Madagaskars sollen für die Nachwelt gesichert werden. Mit Hilfe einer intensiven Bewusstseinsbildung der Menschen in Madagaskar will Umweltminister Sylvain erreichen, dass den Naturschätzen Madagaskars mehr Bedeutung beigemessen wird. Die Artenvielfalt und die Biodiversität sind die unwiederbringlichen Schätze Madagaskars. Sie sollen so weit wie möglich geschützt und für die Zukunft erhalten werden. Nach den Worten Schnappaufs ist Umweltbewusstsein der Schlüssel für den Umweltschutz. Armut sei der größte Feind der Umwelt, so der Minister weiter. Mangelndes Umweltbewusstsein führt in vielen Entwicklungsländern zu einem relativ sorglosen Umgang mit den Naturschätzen.

Der madagassische Umweltminister stellte Schnappauf die Abfallentsorgungspraxis vor. Eine moderne und nachhaltige Abfallentsorgung ist dringend notwendig, um Umweltfolgelasten zu verhindern. In Kürze werden dazu weitere Gespräche mit Fachleuten beginnen.

Darüber hinaus informierte sich Schnappauf bei seinem Kurzaufenthalt auch über deutsche Umweltprojekte der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Madagaskar. Die Vertreter der GTZ haben den Besuch von Schnappauf mit vorbereitet und damit zum Erfolg des bilateralen Austausches Bayern-Madagaskar beigetragen.

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