Rauchfreie Schule
Der Startschuss für die rauchfreie Schule ist jetzt gefallen. Gesundheitsminister Werner Schnappauf und Kultusministerin Monika Hohlmeier gaben heute gemeinsam das offizielle Signal in einer der Modell-Schulen in München. "Angesichts der tödlichen Gefahr durch das Rauchen müssen wir alles daran setzen, junge Menschen nachhaltig vom Nichtrauchen zu überzeugen. Es darf nicht sein, dass schon 11jährige mit der Zigarette in die Suchtkarriere starten. Die Schule ist der geeignete Ort, Jugendliche davon abzuhalten", betonte der Minister. Immer mehr Schulen haben erkannt, dass eine Trendwende zum Nichtrauchen notwendig ist. Sie wollen den Qualm aus den Schulen vertreiben und leisten hier wichtige Präventionsarbeit. Wir unterstützen sie mit dem Modellversuch ,Rauchfreie Schule", sagte die Ministerin.
Der Kern des Modellprojektes ist eine Vereinbarung von Schülern, Lehrern und Eltern, die eigene Schule komplett vom Pausenzimmer bis zum Schulhof zur rauchfreien Zone zu erklären. "Einfache Rauchverbote können leicht unterlaufen werden. In den beteiligten Schulen wird der Weg zur rauchfreien Zone eine gemeinsame Sache aller, die an der Schule sind. Auch Sanktionen werden gemeinsam festgelegt. Das erhöht zusammen mit suchttherapeutischer Unterstützung die Durchsetzbarkeit enorm", waren sich beide Minister einig. Ein rauchfreies Leben müsse zur gesellschaftlichen Normalität werden.
Fachlich begleitet werden die Schulen von den Suchtpräventionsfachkräften an den Landratsämtern und Beratungsstellen, die als Mediatoren im Dialog fungieren. Neben der personellen Unterstützung erhalten die Schulen Leitfäden, praktische Tipps und Umsetzungshilfen und können bei regelmäßigen Fachtagungen die nächsten Schritte besprechen. Am zweijährigen Modellprojekt beteiligt sind 30 Schulen aller Schultypen, über ganz Bayern verteilt. Das Institut für Therapieforschung stellt die wissenschaftliche Begleitung sicher. Die Kosten des Modellprojekts von etwa 50.000 Euro trägt das Gesundheitsministerium. "Das Projekt wird die erfolgreichen Wege aufzeigen, alle anderen bayerischen Schulen müssen folgen", ergänzte Schnappauf, "bei den Kindern und Jugendlichen muss sich festsetzen: Cool ist, wer nicht vom Glimmstängel abhängig ist. Wer raucht, ist der Loser."
Gleichzeitig appellierte der Gesundheitsminister an die Eltern, die Schulen zu unterstützen und mahnte: "Eltern sein heißt Vorbild sein. Das gilt auch fürs Nichtrauchen." Ausstiegswillige Raucher könnten Hilfsangebote, wie die telefonische Raucher-Helpline nutzen. Alle Schulen in Bayern rief Schnappauf auf, sich am diesjährigen Nichtraucher-Wettbewerb "Be smart, don't start" zu beteiligen. Bei diesem europaweiten Wettbewerb verpflichten sich alle Schüler einzelner Schulklassen, ein halbes Jahr in der Zeit vom 15. November 2004 bis zum 29. April 2005 nicht zu rauchen. Attraktive Preise winken. Anmeldeschluss ist der 13. November.
Die Koordination des Modellprojektes "Rauchfreie Schule" hat die Landeszentrale für Gesundheit in Bayern (LZG) übernommen. Die LZG ist insbesondere verantwortlich für die Fachtagungen und die Fortbildung der regionalen Suchtpräventionsfachkräfte, die die Schulen beim Prozess begleiten. Bei der LZG erhältlich ist auch die Wanderausstellung "Wir brauchen nicht rauchen"; Prominente werben hier für Nichtrauchen als bessere Alternative. Auch in diesem Jahr betreut die LZG wieder den Nichtraucher-Wettbewerb "Be smart, don't start". Weitere Infos unter http://www.lzg-bayern.de .
"Rauchfreie Schule" ist ein Projekt der neuen Bayerischen Gesundheitsvorsorgeinitiative Gesund.Leben.Bayern. Weitere Infos hierzu unter http://www.gesundheit.bayern.de . Hier findet sich auch eine Liste der teilnehmenden Schulen.
Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de
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