Bernhard: Flächenverbrauch in Bayern seit 2000 nahezu halbiert

Bernhard: Flächenverbrauch in Bayern seit 2000 nahezu halbiert

+++ Die Kommunen im Freistaat sind auf einem guten Weg, den Flächenverbrauch weiter zu verringern und von Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme zu entkoppeln. Dies betonte Umwelt-Staatssekretär Otmar Bernhard heute in München anlässlich der Vorstellung des Statistischen Jahrbuches Bayern. Demnach ist der Flächenverbrauch in Bayern erneut gesunken: Von 17,2 Hektar 2003 auf 15,2 Hektar in 2004. Bernhard: "Die Verringerung des Flächenverbrauchs ist und bleibt eine der schwierigsten umweltpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Der Flächenverbrauch wurde seit 2000 nahezu halbiert; die aktuellen Zahlen belegen einen weiteren Rückgang um 12 Prozent seit 2003 - ein großer Erfolg". Die vielfältigen Maßnahmen der letzten Jahre zur Verringerung der Flächeninanspruchnahme, insbesondere aus dem Maßnahmenkatalog, den die Staatsregierung zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden sowie weiteren 25 Bündnispartnern im Rahmen des 'Bündnis zum Flächensparen' erarbeitet hat, scheinen zu greifen. "Gemeinsame Herausforderung ist, die Flächeninanspruchnahme durch flächensparendes Bauen, Brachflächenrecycling und maßvolle Nachverdichtung sowie durch Aktivierung bestehender innerörtlicher Baulücken zu verringern", so Bernhard. +++
Stieg der Flächenverbrauch seit den 80er Jahren kontinuierlich auf 28,4 Hektar pro Tag im Jahr 2000, so konnte entsprechend einem bundesweiten Trend in 2001 erstmalig ein spürbarer Rückgang des Flächenverbrauchs auf rund 21 Hektar, in 2002 auf 18 und 2003 schon auf 17,2 Hektar verzeichnet werden. Daneben spielt aber auch die noch immer schwache Konjunktur eine Rolle. "Flächensparen ist eine kommunale Zukunftsaufgabe. Die Kommunen in Bayern sind sich ihrer Verantwortung bewusst, mit Grund und Boden sparsam und schonend umzugehen. Auch für nachfolgende Generationen müssen noch ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten vorgehalten werden", betonte Bernhard. Daher gibt es eine große Zahl von Positiv-Beispielen für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Siedlungsentwicklung. So stellen Baulücken und Brachflächen nach den Worten Bernhards in vielen Kommunen ein erhebliches innerörtliches Baulandpotenzial dar. Eine Erhebung in vier Modellkommunen bestätigte ein innerörtliches Entwicklungspotenzial zwischen 14 und 36 Prozent der innerörtlichen Gebäude- und Freifläche. Die erfolgreiche Aktivierung dieser Flächen könne Neuausweisungen am Ortsrand erheblich reduzieren. Deshalb ist auch im Landesentwicklungsprogramm vom 01.04.2003 der Vorrang der Innenentwicklung festgeschrieben.

Die von den Partnern des 'Bündnisses zum Flächensparen' erarbeiteten Maßnahmen reichen von der Überprüfung gesetzlicher Vorgaben und Förderungen hinsichtlich ihres Beitrags zum Flächensparen über Aktivitäten, welche die Kommunen bei der nachhaltigen Siedlungsentwicklung unterstützen, bis hin zu bewusstseinsbildenden Maßnahmen. "Nur wer die Bedeutung des Bodens für Klima, Grund- und Hochwasserschutz versteht, weiß, wie kostbar er für uns ist und warum er nicht über Gebühr zugebaut werden darf", erklärte der Staatssekretär.

In einer beispielhaften Zusammenarbeit haben sich die Mitglieder des 'Bündnisses zum Flächensparen' zu 39 unterschiedlichen Themen auf Maßnahmen verständigt, die nun sukzessive umgesetzt werden. Im Internet ist eine Best-Practice-Sammlung (www.boden.bayern.de) zu finden, die als eine Maßnahme des Aktionsprogramms besonders gelungene Beispiele für eine flächensparende Siedlungsentwicklung zeigt.

Weitere Informationen: http://www.umweltpakt.bayern.de

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