IG Metall startet Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie

IG Metall startet Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie
Industriegewerkschaft Metall (IGM)

(Verbandspresse, 19.04.2005 10:33)

(Frankfurt am Main) - Für die 17.000 Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie beginnen die Tarifverhandlungen am 18. April in Chemnitz. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um drei Prozent. Zudem will die IG Metall Regelungen zur Übernahme von Auszubildenden, zur Altersvorsorge und Qualifizierung der Beschäftigten durchsetzen. "Die Textilindustrie zählt zu den erfolgreichsten Branchen in Ostdeutschland. Im Gegensatz dazu liegen die Einkommen jedoch am weitesten zurück", sagte der IG Metall-Verhandlungsführer Peter Donath.
Nach Angaben der IG Metall hat die ostdeutsche Textilindustrie ihren Anteil am deutschen Textilmarkt seit 1995 von 6,5 Prozent bis heute auf 11 Prozent nahezu verdoppelt. Damit liege die Entwicklung in der Branche deutlich über dem verarbeitenden Gewerbe. Die Produktivität der Beschäftigten stieg ebenfalls in den letzten Jahren steil an - allein in 2004 um vier Prozent. "Wenn nicht auch die Beschäftigten ihren Anteil an der gestiegenen Produktivität erhalten, wird die Konjunktur noch mehr ausgebremst. Der Treibstoff für den Wirtschaftsmotor besteht überwiegend aus Arbeitnehmereinkommen", sagte Donath.

Die Branche sei besonders leistungsfähig, weil ihr Schwerpunkt bei hochwertigen technischen Textilien und in der Automobilzulieferung liege. Hier zeige sich, dass nicht "billiger", sondern "besser" die richtige Strategie sei, sagte Donath. Um diesen Standard zu halten, müssten die Unternehmen den Fachkräftebedarf der Zukunft sichern und die Attraktivität der Branche erhöhen. Dazu gehörten Arbeitsplatzperspektiven für Auszubildende durch Übernahmegarantien ebenso wie ein Recht auf Weiterbildung der Beschäftigten. In den alten Bundesländern gibt es seit 1997 eine tarifliche Regelung, auf dessen Grundlage jährlich 2.000 Beschäftigte Qualifizierungsangebote wahrnehmen.

Quelle/Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM)
Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt
Telefon: 069/6693-0, Telefax: 069/6693-2843

eMail: Pressestelle@igmetall.de
Internet: http://www.igmetall.de


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