BHT: Bayerisches Handwerk: Bessere Stimmung trotz sinkender Umsätze
16. August 2005
Die Stimmung im bayerischen Handwerk hat sich zur Jahresmitte deutlich gebessert. 64 Prozent der Betriebsinhaber bewerteten ihre aktuelle Geschäftssituation als gut oder befriedigend, das waren drei Prozentpunkte mehr als vor Jahresfrist. Der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) Heinrich Traublinger, MdL, führt dies auf die Aussicht auf die vorgezogenen Bundestagswahlen zurück. "Das Handwerk erwartet, dass nach der Bundestagswahl etwas passiert. Das Steuersystem muss mittelstandsfreundlicher und die Sozialsysteme müssen zukunftsfähig gestaltet werden, der Arbeitsmarkt muss flexibler und die Bürokratie abgebaut werden," so Traublinger.Am deutlichsten ging das Stimmungsbarometer in den Nahrungsmittelhandwerken nach oben - wohl deshalb, weil sie ihre Marktposition einigermaßen stabilisieren konnten, nach Jahren zum Teil empfindlicher Einbußen. Auch das Kraftfahrzeuggewerbe zeigte sich zufriedener als ein Jahr zuvor. Andererseits meldete das Gesundheitshandwerk aufgrund der Sonderentwicklung wegen der Gesundheitsreform eine drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Obwohl die Umsätze im bayerischen Handwerk seit April wieder etwas Fahrt aufgenommen haben, lagen sie mit 38,4 Milliarden Euro um 1,5 Milliarden unter denen des ersten Halbjahres 2004. Gestiegene Einkaufspreise konnten nicht auf die Verkaufspreise umgelegt werden. Leider ist auch der langfristige Abwärtstrend bei der Zahl der Beschäftigten noch nicht zum Stillstand gekommen: Zur Jahresmitte beschäftigte das bayerische Handwerk 870 000 Personen, 20 000 bzw. 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.