Schnappauf: Iller-Umleitung schafft 6 Mio. m³ zusätzlichen Flutungsraum
+++ Mit der spektakulären Durchtrennung des Iller-Dammes leitete Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute bei Immenstadt den Fluss auf 1,3 Kilometer Länge in ein neues Bett. Dadurch kann für den Hochwasserschutz ein neuer steuerbarer Rückhalteraum im Seifener Becken mit 6 Millionen Kubikmetern geschaffen werden. Schnappauf: "Wenn künftig ein Hochwasser an der Iller droht, kann gezielt das Seifener Becken geflutet werden. Der Wasserstand der Iller kann damit kontrolliert um mindestens einen halben Meter gesenkt werden." Die Verlegung der Iller auf einer Strecke von 1,3 Kilometern war eine geniale Idee der Wasserbauer, so der Minister, um nochmals 30 Prozent mehr Rückhaltevolumen zu schaffen. Für den ersten Flutpolder Bayerns investiert der Freistaat rund 40 Millionen Euro; insgesamt stehen für den Hochwasserschutz an der Oberen Iller 100 Millionen Euro aus dem Hochwasserschutzprogramm 2020 zur Verfügung. +++
Der Hochwasserschutz an der Iller wird weiter forciert. Durch die Aufstockung der Mittel wird es möglich, den Bau am Seifener Becken schon 2007, also ein bis zwei Jahre früher als geplant, abzuschließen. Im Seifener Becken wird gleichzeitig mit dem Flutpolder auch die neue Trasse der B19 verwirklicht. Bisher konnten in nur sechs Jahren etwa 15 Kilometer Fluss-Strecke umgestaltet und bestehende Deiche verstärkt werden. Die neuen Maßnahmen, ausgerichtet auf ein 300jährliches Ereignis haben sich beim August-Hochwasser schon bewährt und 30.000 Menschen vor den Fluten geschützt.
Wasserrückhalt ist Schnappauf zufolge eine wesentliche Säule des Hochwasserschutzprogramms 2020: "Wir müssen den Hochwasserwellen die Spitze nehmen und dazu den Flüssen mehr Raum geben." Die Reaktivierung und Renaturierung von Auen und Überschwemmungsgebieten wie der Bau technisch gesteuerter Flutpolder spielen dabei eine zentrale Rolle. Flutpolder sind eingedeichte Felder, Wiesen oder Brachen, die kontrolliert geflutet werden können. Die sieben geplanten bzw. bereits in Bau befindlichen Polder schaffen über 44 Millionen Kubikmeter neue Rückhaltekapazität. Die weiteren Flutpolder sind geplant für den Einzugsbereich der Donau in Riedensheim, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, in Katzau, Landkreis Pfaffenhofen, in der Öberauer Schleife, Landkreis Straubing- Bogen, an der Isarmündung, Landkreis Deggendorf und an der Mangfall, Landkreis Rosenheim, sowie für das Einzugsgebiet des Mains in Bergrheinfeld, Landkreis Schweinfurt. Schnappauf appellierte in diesem Zusammenhang noch einmal an die Grundstückseigentümer und Kommunen, Solidarität mit den Ober- und Unterliegern zu zeigen und rasch ihre Grundstücke für den Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen. Denn, so der Minister, nach der Flut ist vor der Flut.
Weitere Infos zum Hochwasserschutzprojekt Obere lller unter http://www.wwa-ke.bayern.de/projekte/hochwasserschutz/hwsoi/index.htm und zum Hochwasserschutzprogramm 2020 unter www.wasser.bayern.de .
Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de
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