Müller: 4. Europäischer Kongress für Tissue Engineering
+++ Europaweit einheitliche Regelungen zu Qualität und Sicherheit von biotechnologischen Gewebeersatzprodukten hat Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller ausdrücklich begrüßt, wandte sich aber gegen eine ausschließliche zentrale Zulassung durch eine EU-Behörde. "Gemeinsame Standards bringen ein großes Plus für die Sicherheit der Patienten. Allerdings steht zu befürchten, dass eine ausschließlich zentrale Zulassung auf EU-Ebene neue Hindernisse aufbaut. Wir brauchen auch die Möglichkeit der nationalen Zulassung und eine unbürokratische Umsetzung", betonte Müller heute anlässlich der Eröffnung des 4. Europäischen Kongresses für Tissue Engineering. Im Herbst wolle die EU einen Regelungsvorschlag vorlegen. Bayern werde sich für eine differenzierte Lösung einsetzen.+++
Auch bei allen Chancen dieser neuen Technologien sind Müller zufolge deutliche ethische Grenzen zu achten: "Moderne Biotechnologie befähigt den Menschen, natürliche Grenzen zu sprengen und letztlich seine eigene Natur zu seinem Verfügungsobjekt zu machen. Die Würde des Menschen darf dabei nicht auf der Strecke bleiben." Das geltende Verbot für eine verbrauchende Forschung mit embryonalen Stammzellen müsse bestehen bleiben, die ethisch unbedenkliche Forschung an adulten Stammzellen und Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sei zu forcieren. Die Stärkung der Forschungsförderung der EU, gerade auf dem Gebiet der Biomedizin, sei absolut notwendig. Fördergelder für verbrauchende Embryonenforschung aus EU-Beiträgen Deutschlands werden aber abgelehnt.
Unter Tissue Engineering versteht man die Erneuerung bzw. den halbsynthetische Ersatz von krankem, zerstörtem oder verbrauchtem Gewebe durch körpereigene Stammzellen. Bei der Herstellung neuer Haut, beim Ersatz zerstörten Knochen- und Knorpelgewebes oder bei der Regeneration von Herzzellen werden diese neuen Techniken schon eingesetzt.
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