Schnappauf: Länder kaufen für 94 Mio. Euro
+++ Bayerns Gesundheitsminister Werner Schnappauf forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, heute auch öffentlich klar zu machen, dass der Bund die erforderlichen Kapazitäten zur Impfstoff-Produktion sichert und die Finanzierung der Vorbereitungskosten übernimmt. Die Gesundheitsminister der Länder hatten in ihrer letzten Sitzung dem Bund diese Zusage bereits intern abgerungen. Schnappauf: "Die Länder haben verbindlich insgesamt über 8 Millionen Dosen antiviraler Arzneimittel für mehr als 94 Millionen Euro geordert. Damit kann der Zeitraum überbrückt werden, bis ein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht." Jetzt ist nach den Worten des Ministers der Bund gefordert, auch seinerseits alles zu tun, damit es ausreichend Impfstoff für den Fall einer weltweiten Pandemie gibt. Es braucht dazu 160 Millionen Dosen für die zweimalige Durchimpfung der deutschen Bevölkerung. "Den Worten des Bundes müssen Taten folgen. Die Länder ihrerseits haben bereits gehandelt", so der Minister.
Für die Zukunft sprach sich der bayerische Gesundheitsminister für eine klare gesetzliche Regelung aus. Bund und Krankenkassen dürfen sich bei der Gesundheitsvorsorge für die Bürger nicht aus der Verantwortung ziehen, gerade bei immer häufiger zu befürchtenden Infektionsgefahren einer zunehmend globalisierten Welt. Im Interesse eines schnellen und wirksamen Vorgehens seien klare Zuständigkeiten unentbehrlich, so Schnappauf.
Mit der Bevorratung antiviraler Medikamente füllen die Länder die bisher bestehende Regelungslücke aus, nachdem weder Bund noch Krankenkassen bereit waren, sich kurzfristig zu beteiligen. Die allgemein für den Infektionsschutz zuständigen Länder konnten und wollten Schnappauf zufolge die deutsche Bevölkerung nicht dem Risiko aussetzen, dass im Falle einer Pandemie nicht genügend Medikamente zur Therapie zur Verfügung stehen. Denn die beiden weltweit einzigen Hersteller haben nur begrenzte Kapazitäten und es herrscht eine enorme Nachfrage aus aller Welt.
Schnappauf hat in diesem Jahr zusammen mit Sozialministerin Christa Stewens den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz inne.
Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de
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