Schnappauf ruft zur Zecken-Schutzimpfung auf
+++ Zum Start der Zeckensaison bei jetzt wieder steigenden Temperaturen hat Gesundheitsminister Werner Schnappauf die Bevölkerung zur FSME-Schutzimpfung aufgerufen: "Die Erkrankungszahlen sind im letzten Jahr erfreulicherweise nicht gestiegen, die FSME-Risikogebiete in Bayern weiten sich aber aus. Deshalb sollte jeder prüfen, ob er einen Impfschutz braucht. Jeder in Bayern kann sich impfen lassen. Besonders empfohlen ist die Impfung für alle, die in einem Risikogebiet für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) wohnen oder dort Urlaub machen und sich häufig in der Natur aufhalten." Die sog. FSME-Risikogebiete in Bayern haben sich auch in diesem Jahr weiter ausgeweitet; die Landkreise Neu-Ulm und Wunsiedel sowie die kreisfreien Städte Amberg, Schwabach und Würzburg zählen jetzt dazu. Damit sind etwa zwei Drittel der bayerischen Fläche FSME-Risikogebiet. Die Kosten für die Impfungen werden in Bayern in der Regel von den Kassen übernommen; eine Praxisgebühr fällt nicht an. Auch weitere Vorsorgemaßnahmen, wie richtige Kleidung sollten beachtet werden, so der Minister weiter. Denn Zecken können auch Borreliose übertragen, gegen die keine Schutzimpfung möglich ist. +++
Die Zahl der FSME-Erkrankungen in Bayern hat sich nicht erhöht. So wurden im Jahr 2003 105, im Jahr 2004 103 FSME-Fälle gemeldet. Auch außerhalb der Risikogebiete kann man mit dem FSME-Virus infiziert werden. Das Risiko mit einer infizierten Zecke in Kontakt zu kommen, ist hier aber deutlich geringer: Bei einer Untersuchung der LMU München in und rund um München konnte bei rund 1.400 untersuchten Zecken kein FSME-Virus nachgewiesen werden.
Anders ist die Situation bei der zweiten von Zecken übertragenen Krankheit, der Lyme-Borreliose. Von rund 1.000 untersuchten Tieren trugen immerhin 15 Prozent den Erreger. Mit Borreliose infizierte Zecken sind grundsätzlich überall in Bayern, nicht nur in Risikogebieten zu finden. Mit mindestens 7.000 bis 8.000 jährlichen Neuerkrankungen bayernweit ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Dagegen gibt es keinen Impfschutz. Eine frühzeitige Behandlung im Falle einer Infektion mit entsprechenden Antibiotika verhindert hier eine Erkrankung und Dauerschäden.
Die Bevölkerung kann sich beim Aufenthalt in der freien Natur und beim Auftreten eines Zeckenstichs mit einfachen Vorsorgemaßregeln gegen FSME- und Borrelioseinfektionen schützen. Nähere Informationen gibt die Broschüre des Bayerischen Gesundheitsministeriums "Wie schütze ich mich vor Infektionsgefahren in freier Natur?", die im Internet unter
http://www.stmugv.bayern.de heruntergeladen werden kann.
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Mit ihrem Stich können Zecken eine Reihe von Krankheitserregern übertragen. Die wichtigsten sind die FSME-Viren (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) und die Lyme-Bakterien, Erreger der Borreliose.
Während die Borreliose praktisch überall vorkommt, wo es Zecken gibt, tritt die FSME nur in bestimmten Risikogebieten auf. Eine Karte der Risikogebiete in Deutschland ist im Internetangebot des Robert-Koch-Instituts unter http://www.rki.de erhältlich (wird demnächst mit den neuen Gebieten aktualisiert). FSME ist auch in vielen Nachbarstaaten verbreitet, insbesondere in Mittelosteuropa, Osteuropa, Österreich, Schweiz, Schweden und Finnland sowie vor allem in den baltischen Staaten. Weitgehend frei von FSME sind dagegen Dänemark, Italien, Frankreich und Griechenland bzw. Spanien, Portugal und Großbritannien.
Die Impfung gegen FSME bringt einen Impfschutz für etwa drei bis fünf Jahre. Bei anhaltendem oder erneutem FSME-Risiko sollte dann unbedingt wieder aufgefrischt werden. Mittlerweile steht auch wieder ein Impfstoff für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr zur Verfügung.
Bei einer FSME-Infektion kann es sieben bis 14 Tage nach einem Zeckenstich zu unspezifischen Anzeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und leichten Magen-Darm-Beschwerden ähnlich einer Sommergrippe kommen. Nach etwa acht beschwerdefreien Tagen zeigt sich bei ca. 10 Prozent dieser Erkrankten eine Hirnhaut- und / oder Gehirnentzündung.
Gegen die Borreliose gibt es keine Impfung. Infolge der weitaus stärkeren Verbreitung von infizierten Zecken sind Erkrankungen wesentlich häufiger. Um die Einstichstelle bildet sich meist nach ein bis zwei Wochen eine ring- oder kreisförmige Wanderröte aus. Das Hautgebiet um die Einstichstelle sollte daher etwa vier Wochen lang täglich auf das Auftreten dieser Hautrötung kontrolliert werden. Wenn sie erscheint, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Nicht oder zu spät mit Antibiotika behandelte Infektionen können akute und chronische Krankheitserscheinungen an Nervensystem, Herz, Gelenken und Haut hervorrufen.
Deshalb ist auch der Schutz gegen Zeckenstiche besonders wichtig! Wer sich viel in der freien Natur aufhält, sollte auf möglichst geschlossene Kleidung achten und unbekleidete Körperstellen mit Mückenabwehrmitteln einreiben. Wichtig ist es auch, sich nach Aufenthalten in Wald, Wiese und Gebüsch, aber auch in Gärten und Parkanlagen, nach Zecken abzusuchen.
Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de
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