Schnappauf: Wölfe wieder in Bayern
+++ Der Wolf ist nach über 100 Jahren wieder nach Bayern zurückgekehrt. Dies erklärte der Bayerische Umweltminister Werner Schnappauf heute in München, nachdem im Nationalpark Bayerischer Wald wieder Wolfsspuren entdeckt wurden. Schnappauf: "Nach dem Luchs ist der Wolf innerhalb von zwei Jahrzehnten der zweite Heimkehrer." Für Menschen bestehe keine Gefahr durch Wölfe. Denn Wölfe sind extrem scheue Tiere und lassen sich in der Regel kaum blicken. Der Wolf sei ein Symbol für eine intakte unberührte Natur. "Mit dem Wolf kehrt ein Stück Wildnis nach Mitteleuropa zurück", so der Minister. +++
Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Hinweise, dass Wölfe das bayerisch-böhmische Grenzgebirge, mit den Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava durchstreifen. Schnappauf wies darauf hin, dass das Märchen vom bösen, Rotkäppchen-fressenden Wolf mit der Realität nichts zu tun habe. In den letzten 50 Jahren sei kein Fall bekannt geworden, dass in Mitteleuropa ein Wolf einen Menschen getötet hätte. "Der Wolf ist Vorfahr des Hundes. Und der Hund ist der beste Freund des Menschen", erinnerte Schnappauf. "Man muss dafür Sorge tragen, dass die zurückgekehrten Wölfe nicht 'aus Versehen' geschossen werden", so der Minister. In Deutschland gilt der Wolf seit langem als ausgestorben. Die in Bayern jetzt aufgetretenen Tiere erreichen etwa die Größe eines Schäferhundes und haben grau-braunes Fell. Wölfe sind nach EU-Recht streng geschützt und dürfen nicht bejagt werden.
Redaktionelle Hinweise:
In Europa gibt es nur etwa 3.000 Tiere, die meisten in Rumänien; Polen hat rund fünfhundert der scheuen Räuber. In Skandinavien wurde der letzte Grauwolf 1965 geschossen, doch gegenwärtig sind dort wieder hundert Exemplare zu Hause. Auch Frankreich hat einen Wolfsbestand, in der Schweiz tauchen immer wieder Einzelexemplare auf, in Italien leben die meisten Grauwölfe in den Abruzzen - auch wenige Kilometer vor Rom ist ein Rudel anzutreffen. In Deutschland ist der Wolf ausgestorben, bisher gab es nur ein kleines Wolfsrudel von sechs Tieren, das in Sachsen lebt. Wölfe jagen vorrangig Rehe, Schwarzwild, Damwild und vor allem Rotwild. Der Wolf ist jedoch in der Wahl seiner Nahrung flexibel und frisst auch Dachse, Füchse und Marderhunde sowie Bisamratten, sowie kleine Säugetiere, Fische und Kriechtiere und selbst Obst und Früchte. Untersuchungen belegen, dass Wölfe bevorzugt schwache, kranke und überalterte Tiere jagen. Wo Schalenwild konzentriert vorhanden ist, sorgt der Wolf für eine bessere Verteilung des Wildes, was sich günstig auch auf den Wald auswirkt.
Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de
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