Präsentation des Buches Heuschrecken in Bayern / Erstmalig Daten und Informationen zu allen bayerischen Heuschrecken in einem reichbebilderten Buch / 139 000 Fundnachweise ausgewertet
Bayern ist bei der Heuschreckenfauna Spitze bilanzierte Christoph Himmighoffen, der Präsident des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz (LfU), bei der Präsentation des Buches Heuschrecken in Bayern. Von den 85 in Deutschland vorkommenden Arten finden sich 75 in Bayern, das damit deutschlandweit an der Spitze liegt. Das ist eines der Ergebnisse aus dem aktuellen Verbreitungsatlas, der heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Damit legt das LfU erstmals für die Heuschrecken Bayerns ein landesweites und umfassendes Faunenwerk vor.
57 Autoren und über 300 Datenlieferanten haben an diesem fundierten Werk ehrenamtlich mitgewirkt. 139 000 Fundnachweise an 25 000 Standorten haben die Heuschreckenkenner gemeldet. Ganz Bayern wurde dabei durchsucht, kein Heuschreckenversteck war vor den Experten sicher. Fündig geworden sind sie dabei an so ungewöhnlichen Orten wie einer Telefonzelle an einer Autobahnraststätte oder einem Abstellplatz für Wohnmobile. Ohne die Mitarbeit der ehrenamtlichen Naturschützer würde es dieses Buch nicht geben, lobte Himmighoffen das hohe Engagement.
Alle Meldungen über Heuschreckenfunde hat das LfU in der Artenschutzkartierung, einem bayernweiten Datenbanksystem, dokumentiert und für den Verbreitungsatlas ausgewertet. Dabei wurden neben der aktuellen Situation auch sämtliche historisch verfügbaren Daten über Heuschrecken eingearbeitet, um Aussagen zur Bestandsentwicklung treffen zu können.
Ob Sumpf- oder Heideschrecke, Gebirgs- oder Steppengrashüpfer alle 75 in Bayern nachgewiesenen Heuschreckenarten werden in dem Buch mit Foto und Verbreitungskarte, Informationen zur Biologie und der Bestandssituation ausführlich beschrieben. Heuschrecken sind licht- und sonneliebend, deshalb leben sie vor allem auf Magerrasen, Streu- und Feuchtwiesen im Offenland. Diese unterschiedlichen Lebensräume der Heuschreckenfauna werden vorgestellt, Gefährdungsfaktoren aufgedeckt, aber auch spezielle Schutzmassnahmen für die Heuschrecken und ihre Lebensräume beschrieben. Damit hat das Werk das Zeug, auch über Bayern hinaus Beachtung zu finden.
Mit dem Buch Libellen in Bayern wurde 1998 eine Reihe an modernen Verbreitungsatlanten über die Fauna Bayerns eröffnet. Die Heuschrecken in Bayern setzen diese Reihe nun fort. Mit dem rund 500 Seiten starken Buch bietet das LfU dem Wissenschaftler und dem interessierten Naturkundler fundierte Informationen. Das LfU möchte mit diesem Werk neugierig machen, Freude am Naturschutz wecken und die Faszination der Natur vermitteln, so Himmighoffen.
Das Buch entstand aus einer Zusammenarbeit des LfU mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege. Die Finanzierung von Erstellung und Druck des Buches übernahm die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds. Heuschrecken in Bayern ist im Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart erschienen und ab sofort im Buchhandel für 39,90 Euro erhältlich.
Beide Bilder zeigen einen Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) (Bildautoren Peter Hartmann bzw. Peter Zeininger (Porträt).
Der Warzenbeißer ist eine der größten und imposantesten Erscheinungen unter den heimischen Heuschrecken mit einem lautstarken Gesang. Gute Chancen die mittlerweile gefährdete Art in der Natur zu erleben, bestehen z.B. im Alpenvorland oder im Bayerischen Wald.