Schüco wächst gegen den Trend
Die Schüco Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2004 zurück. Sie beschäftigte insgesamt 4.490 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschafteten. Das bedeutet ein Plus von 12 Prozent. Das gute Ergebnis wurde trotz der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland erreicht. Die Eigenkapitalquote konnte um mehr als 5 Prozentpunkte auf 53,1 Prozent gesteigert werden. Die Exportquote sank um knapp 1 Prozentpunkt auf 41,8 Prozent. Grund hierfür war der sehr gute Solarumsatz in Deutschland, der sich mehr als verdoppelte und 201 Millionen Euro betrug.
Der umfassende Strukturwandel im deutschen Fenstermarkt ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Auch 2004 setzte sich der dramatische Rückgang fort. Das Marktvolumen sank gegenüber dem Rekordjahr 1996 um 63 Prozent. Der Markt hat sich also mehr als halbiert. An diese Situation angepasst hat Schüco die Strategie des kontrollierten Rückbaus sowohl im Metallbau- wie auch im Kunststoff-Systemgeschäft konsequent weiterverfolgt. Im Metallbau gelang es durch Marktanteilsgewinne den Vorjahresumsatz nahezu wieder zu erreichen. Schüco Design in Borgholzhausen konnte durch neue Sortimente die Schwäche im Geschäft mit Baubeschlägen mehr als ausgleichen. Die Veltrup Sonnenschutz GmbH, seit 2003 ein Unternehmen der Schüco-Gruppe, wuchs dank innovativer Produkte um über 34 Prozent.
2004 war das Jahr, in dem der Photovoltaikbranche in Deutschland der endgültige Durchbruch gelang. Grund dafür war die Ende 2003 angestoßene Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). So war auch bei Schüco der Hauptumsatzträger im Solarbereich die Produktgruppe Photovoltaik. Aufgrund der überdurchschnittlichen Geschäftsentwicklung wuchs die Anzahl der Mitarbeiter in diesem Bereich auf 170 (2003 waren es 108). Durch neue Produktentwicklungen konnte Schüco sein Sortiment erweitern und seine Position stärken. Unter anderem wurden neue Kollektoren zur Warmwassergewinnung und ein in Kooperation mit Siemens entwickelter leistungsstärkerer und preiswerterer Wechselrichter auf den Markt gebracht.
Dirk U. Hindrichs, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG: Durch unsere vorausschauenden Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Solar und Sonnenschutz, durch kreative Sortimente unserer Entwickler bei Schüco Design in Borgholzhausen sowie durch aggressives Vorgehen im Kunststoff-Systemgeschäft konnten wir entgegen aller Trends auch in Deutschland wachsen. Die Schwächen im Metallbau wurden damit mehr als kompensiert.
Internationale Fenstermärkte wachsen
Die west- und osteuropäischen Fenstermärkte zeigen nach wie vor positive Wachstumsraten. In Osteuropa lag gegenüber 2003 ein Wachstum von 4 Prozent vor, in Westeuropa von
3,8 Prozent. Schüco wuchs besonders stark in Großbritannien, Tschechien, der Slowakei, im Baltikum und den Niederlanden. Die neu gegründete Schüco Nederlande b. v. löste die Agentur Hofte b. v. in Mijdrecht ab, um in eigener Regie die Wachstumspotenziale noch besser ausschöpfen zu können.
Engagement in den USA
Die weitere Erschließung des US-amerikanischen Marktes hatte für Schüco auch 2004 hohe Priorität. 21 Prozent Wachstum im Kunststoff-Systemgeschäft, ein erfreulicher Auftragseingang im Metallbaugeschäft sowie die amerikanische Zulassung für Solar lassen auch für 2005 hoffen.
Stark investiert
Die Investitionen der Schüco International KG beliefen sich im Jahr 2004 bei einer Steigerung von 15,3 Prozent auf rund 36 Millionen Euro. Schwerpunkte waren das Solar Logistik- und Trainingscenter in Bielefeld-Oldentrup, die weitere Einführung von SAP, der Umbau des Kassetten-Hochregallagers in der Niederlassung Weißenfels bei Leipzig sowie die umfassende Modernisierung des Tochterunternehmens Carl Schnicks GmbH & Co. KG in Haan.
Marketing- und Sponsoringaktivitäten
Die günstige Entwicklung der Schüco International in einem schwierigen Marktumfeld ist auch der Ausweitung und Bündelung der Marketing-Aktivitäten zu verdanken.
Weltweit fanden 2004 insgesamt 26 internationale Messen mit Schüco-Beteiligung statt. Der Auftritt auf der für den deutschen Markt wichtigsten Messe fensterbau 2004 unter dem Motto Schüco City war sehr erfolgreich: Die Kontakte wurden im Vergleich zu 2002 um 43 Prozent gesteigert.
Als überaus positives Kundenbindungsinstrument für den deutschen Markt stellt sich das Sponsoring-Engagement in der SchücoArena bei Arminia Bielefeld dar. Durch konsequentes Branding hat der Markenname Schüco bundesweit eine beachtliche Medienpräsenz in Funk und TV erzielt.
Die Einführung eines neuen Corporate Design wurde konsequent umgesetzt und mit einem Relaunch des Internetauftrittes abgeschlossen.
Anlässlich der Auszeichnung Unternehmen mit dem besten Image in der Baubranche 2004 durch das manager magazin wurde der Unternehmensfilm in 13 Sprachen synchronisiert.
Das Architekturmagazin profile wurde in einer Auflage von über 35.000 Exemplaren in 13 Sprachen in mehr als 30 Ländern vertrieben. Darunter war auch eine chinesische Version.
Ausblick 2005
Die Schüco Gruppe startete in den ersten drei Monaten 2005 mit einem deutlich zweistelligen Zuwachs im Auftragseingang. Während der langanhaltende Winter in Europa zu verzögertem Baufortschritt führte, steigerten sich trotz des Rekordumsatzes des Jahres 2004 die Solarumsätze weiter.
Die Schwäche des deutschen Fenstermarktes hält an. Wachstumstendenzen sind nicht zu erwarten. Außerdem haben die Stahl-, Aluminium- und PVC-Preise aufgrund der starken Rohstoffnachfrage in China ihren höchsten Punkt noch nicht erreicht, so dass der Markt durch Preiserhöhungen belastet wird.
Der Aufbau der Solarvertriebsorganisationen in Frankreich, Italien und Spanien sowie ein ungebrochener Nachfrageboom im deutschen Solarsektor sprechen für einen deutlichen Wachstumsschub in diesem Geschäftsfeld. Durch die Umwandlung des Metallbau-Standortes Groß-Rohrheim zur zweiten Solar-Logistik-Zentrale konnte die Verschiebung der Geschäftsanteile weitestgehend investitionsschonend und mitarbeiterfreundlich aufgefangen werden.
Der ostwestfälische Gebäudehüllenspezialist setzt den expansiven Kurs in den internationalen Märkten fort. China und Russland 2004 weniger erfolgreich als erhofft nehmen wieder Fahrt auf und starten sehr gut in das Jahr 2005. In beiden Märkten verbessert Schüco seine logistischen Strukturen, einerseits durch eine Mietlösung in Russland, andererseits durch den Erwerb eines Gebäudes in Peking. Bereits Ende 2005 werden aus den neuen Niederlassungen die ersten Kundenlieferungen vorgenommen.
Innovationspreis Architektur und Bauwesen
Auf der internationalen Baumesse in München im Januar 2005 präsentierte sich die Schüco International KG unter dem Motto The World of Schüco mit einem rund 2.000 Quadratmeter großen Stand. Die zahlreichen Innovationen unter den 180 Exponaten fanden großen Zuspruch. Gegenüber der letzten BAU im Jahr 2003 konnten 15 Prozent mehr Kontakte realisiert werden. Besonders erfreulich war die hohe Anzahl von Interessenten aus Europa und den internationalen Märkten.
Das auf der BAU deutlich gewordene hohe Maß an Innovationsbereitschaft der Schüco International KG zahlte sich aus. Das Unternehmen wurde mit dem Innovationspreis Architektur und Bauwesen ausgezeichnet, der zum dritten Mal vergeben wurde. Ein von Schüco mitentwickeltes verdeckt liegendes Türband überzeugte die Jury sowohl gestalterisch als auch technisch.
Dirk U. Hindrichs: Das große Interesse des Fachpublikums an den Themen Solartechnik, Elektrische Öffnungsmöglichkeiten, Energiesparen und Bauen im Bestand hat uns gezeigt, dass wir in den zukunftsweisenden Bereichen gut aufgestellt sind.
Sponsorpartner in der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters)
Im März 2005 gab Schüco bekannt, dass das Engagement im Rennsport ausgeweitet wird. Neben der langjährigen erfolgreichen Partnerschaft mit dem McLaren Mercedes Team in der Formel 1 tritt Schüco als Offizieller Partner des Teams AMG-Mercedes erstmals in der DTM auf. Mika Häkkinen sitzt in der laufenden Saison am Steuer der AMG Mercedes C-Klasse. Schüco unterstützt diesen Einsatz als Co-Sponsor.
Dirk U. Hindrichs: Nachdem uns mit der Formel 1 die Steigerung der Markenbekanntheit weltweit gelingt, wollen wir mit dem Einstieg in die DTM verstärkt unser deutsches Geschäft ankurbeln. Mit Mika kehrt der Sympathieträger in die Rennsportszene zurück, der wie kein anderer die Partnerschaft mit Schüco zu seinen Formel 1 Zeiten praktiziert und gelebt hat.