Bayerische Unfallbilanz - mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte im 1. Halbjahr
Beckstein: "Konsequente Überwachung für Verkehrssicherheit unverzichtbar"
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres registrierte die bayerische Polizei insgesamt 164.093 Verkehrsunfälle und damit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (162.650 Unfälle) einen geringfügigen Anstieg um 0,88 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um 2,79 Prozent von 30.125 auf 29.282 zurück. Im Straßenverkehr starben in diesem Zeitraum auf den bayerischen Straßen 570 Verkehrsteilnehmer, dies entspricht gegenüber 679 Unfalltoten im ersten Halbjahr 2000 einem Rückgang von 16,05 Prozent. "Dazu haben auch unsere Bemühungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, die wir ja im vergangenen Jahr mit dem "Jahr der Verkehrssicherheit" intensiviert haben, beigetragen. Zu dieser konsequenten Verkehrssicherheitspolitik gehört neben der dichten Information und Aufklärung auch die Verkehrsüberwachung,", erklärte Staatsminister Dr. Günther Beckstein bei der Bekanntgabe der Halbjahresbilanz.
Die leichte Zunahme der Verkehrsunfallzahlen ist auf den Anstieg der sogenannten Kleinunfälle, also auf Unfälle zurückzuführen, bei denen die beteiligten Fahrzeuge noch fahrbereit waren und keine Personen verletzt oder gar getötet wurden. Diese sind von 87.532 im ersten Halbjahr 2000 auf jetzt 90.054 Unfälle um 2,88 Prozent angestiegen.
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen Verletzten ist von 41.632 im ersten Halbjahr 2000 auf nunmehr 40.334 um 3,11 Prozent zurückgegangen. Überproportional ist auch hier der Rückgang der schwer Verletzten von 8.469 auf 7.587 (- 10,41 %).
Nicht so positiv stellt sich die Halbjahresbilanz auf den bayerischen Autobahnen dar.
Dort ereigneten sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 14.572 Verkehrsunfälle und damit 6,38 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2000 mit 13.698 Unfällen. Bei 2.519 (2.481) dieser Verkehrsunfälle war auch Personenschaden zu beklagen, was einem Anstieg um 1,53 Prozent entspricht. Erfreulich ist aber, dass auch bei den Autobahnunfällen die Zahl der Verletzten von 4.139 auf 4.073 (- 1,59 %) und die der Getöteten sogar von 92 auf 60 (- 34,78 %) zurückgegangen ist.
Weiterhin positiv ist der Trend bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss. Hier ist insgesamt ein Rückgang von 4.011 Alkoholunfällen auf 3.856 (- 3,86 %) zu verzeichnen. Die Personenschadensunfälle unter Alkoholeinfluss sind von 1.839 auf 1.751 (- 4,78 %) zurückgegangen. Dabei erlitten 2.372 (2.467) Menschen Verletzungen (- 3,85 %),
67 (105) wurden getötet (- 36,19 %). Bei den Unfällen unter dem Einfluss illegaler Drogen oder von Medikamenten ist ein erneuter Anstieg von 189 auf 208 Verkehrsunfälle (+ 10,05 %) zu verzeichnen. Bei 78 dieser Unfälle (100 im Vergleichszeitraum des Vorjahres) kamen Menschen körperlich zu Schaden. 5 (7) wurden getötet; 132 (154) erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Ursache für die Zunahme der Drogenunfälle sind in erster Linie eine verstärkte Sensibilisierung der Polizeibeamten und verbesserte Drogentestverfahren.
Die häufigsten Unfallursachen, insbesondere im Hinblick auf die schweren Unfälle, sind nach wie vor Vorfahrtverletzungen, Fehler beim Abbiegen und Wenden sowie zu geringer Sicherheitsabstand und schließlich überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, nach wie vor die Hauptunfallursache. Allein 5.659 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, das sind fast 20 Prozent dieser Unfälle mit Toten oder Verletzten, sind auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Erfreulicherweise ist aber auch bei den Geschwindigkeitsunfällen gegenüber dem 1. Halbjahr 2000 eine positive Entwicklung zu verzeichnen. So ist die Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden von 5.800 auf 5.659 um 2,43 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten hat sich von 8.721 auf 8.196 (- 6,01 %) reduziert. Bei den im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsunfällen" Getöteten ist ein Rückgang von 283 auf 236 (- 16,60 %) festzustellen.