Beckstein: "Mit Umfahrung Trockau A 9 fast durchgehend sechsspurig befahrbar"
Nach rund drei Jahren Bauzeit erfolgte heute die Verkehrsfreigabe der 5,2 Kilometer langen und 114 Millionen Mark teuren Umfahrung Trockau im Zuge der A 9. Mit der Fertigstellung des Abschnittes zwischen Trockau und Sophienberg sind rund 95% der 130 Kilometer langen Gesamtstrecke der A 9 Hof-Nürnberg sechsspurig unter Verkehr. Nunmehr besteht lediglich noch eine rund 6 Kilometer lange Ausbaulücke um Bayreuth. Für diesen Bayreuther Abschnitt steht das Planfeststellungsverfahren mit einem gegenüber früheren Planungen wesentlich verbessertem Lärmschutzkonzept kurz vor dem Abschluss. Bei aller Freude über die Fortschritte bei den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit bereitet Innenminister Dr. Günther Beckstein die Entwicklung im normalen Bundesfernstraßenhaushalt nach wie vor Sorgen: "Zwar haben die Nachbesserungen der Bundesregierung zu einer gewissen Entspannung geführt. Nach wie vor problematisch ist jedoch die Finanzierung ab dem Jahr 2004." Das Bundesverkehrsministerium erwartet zwar zusätzliche Einnahmen aus der Lkw-Maut, die ab 2003 von einer zeitbezogenen auf eine streckenbezogene umgestellt werden soll. Die Finanzierung der Bundesfernstraßen könne dann in den Jahren 2004 und 2005 auf der gleichen Höhe wie 2003 fortgeführt werden. "Diese Aussage ist durch die mittelfristige Finanzplanung der Bundesregierung jedoch bisher noch nicht abgesichert," so Beckstein.
Von der ersten Verkehrsfreigabe zwischen der Tank- und Rastanlage Frankenwald und der Anschlussstelle Berg/Bad Steben im November 1993 sind bis heute erst 8 Jahre vergangen. In diesem kurzen Zeitraum wurden 1,9 Milliarden Mark in den sechsspurigen Ausbau der A 9 investiert. Kernstück des heute fertig gestellten Bauabschnittes im Bereich Trockau ist die 600 m lange und bis zu 40 m hohe Talbrücke, die alleine 53 Millionen Mark gekostet hat. Sie wurde mit einem Verfahren gebaut, das in Deutschland erstmalig für eine Brücke dieser Größenordnung angewendet wurde. Die beiden Überbauten bestehen jeweils aus einer Fahrbahnplatte und einem darunter hängenden Kastenquerschnitt. Die Lasten werden mit Hilfe von Spannkabeln getragen, die im Innern des Kastenquerschnitts verlaufen. Dieses Verfahren wurde erst 1998, dem Jahr des Baubeginns, vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen eingeführt und ergibt robuste, dauerhafte und jederzeit überprüfbare Konstruktionen. "Damit haben unsere Brückenbauer eine weit über die Grenzen Bayerns hinaus beachtete Pionierarbeit geleistet," betont Beckstein. Der Bau der Talbrücke wurde notwendig, um den unfallträchtigen Trockauer Berg zu entschärfen und einen verbesserten Lärmschutz für die nahe gelegenen Wohnhäuser zu erreichen. Hierzu wurde die neue Autobahntrasse um bis zu 250 m von der Ortschaft abgerückt.
Mit der Fertigstellung des Abschnittes zwischen Trockau und Sophienberg ist die A 9 mit Ausnahme der noch bestehenden rd. 6 km langen Ausbaulücke um Bayreuth sechsspurig ausgebaut. Für diesen Bayreuther Abschnitt steht das Planfeststellungsverfahren, dem ein gegenüber früheren Planungen wesentlich verbessertes Lärmschutzkonzept zu Grunde liegt, kurz vor dem Abschluss. "Wir erwarten den Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Jahr", so Beckstein. Mit ersten vorbereitenden Bauarbeiten musste aber bereits vorab begonnen werden, da sich der Zustand der Brücken über das Tal des Roten Mains so verschlechtert hat, dass ein Neubau dieser Bauwerke nicht mehr länger aufzuschieben war. Zwei Behelfsbrücken sind bereits bzw. gehen in Kürze in Bau. Diese sollen den Verkehr aufnehmen, um dann die alten Brücken abbrechen und ab kommendem Frühjahr die neuen Brücken errichten zu können. "Im Weiteren hoffe ich, dass Baurecht und Finanzierung eine zügige Baudurchführung ermöglichen", so Beckstein.