Beckstein begrüßt Bodewigs Ankündigung zur Einführung einer freiwilligen 2. Ausbildungsphase für junge Fahrer
"Mit dem Angebot einer freiwilligen zweiten Ausbildungsphase greift Bundesverkehrsminister Bodewig endlich eine langjährige bayerische Forderung auf. Schon jetzt signalisiere ich, dass Bayern an dem vom Bund vorgesehenen Modellversuch selbstverständlich teilnehmen wird. Besonders freut mich die Bereitschaft des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft, finanzielle Anreize für KFZ-Versicherte zu prüfen und "Incentive-Angebote" zu erstellen, mit denen die freiwillige Teilnahme an den Kursen der 2. Ausbildungsphase honoriert werden könnte. In der Summe kann das der entscheidende Schritt sein, um die Unfallzahlen der besonders vom Verkehrstod bedrohten jungen Fahranfänger zu senken", begrüßte Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein die jüngste Initiative des Bundesverkehrsministers.
Im Jahre 2000 waren in Bayern an jedem vierten Verkehrsunfall mit Personenschaden (15.827 von insgesamt 64.368) 18- bis 25-Jährige als Hauptverursacher beteiligt. 355 junge Erwachsene im Alter von 18 bis unter 25 Jahren starben im Jahre 2000 auf Bayerns Straßen. Dies entspricht 24 Prozent der Verkehrstoten in Bayern. Bei einem Bevölkerungsanteil von 7,6 Prozent ist diese Altersgruppe damit deutlich überrepräsentiert. Insofern ist die Einführung von Maßnahmen wie der nun vorgesehenen freiwilligen zweiten Ausbildungsphase längst überfällig. Ziel der Maßnahme ist es, bei den Fahranfängern eine verantwortungsbewusstere Einstellung im Straßenverkehr und damit eine Senkung der besonderen Unfallrisiken zu erreichen. Hierzu sollen spezielle Fortbildungsseminare angeboten werden, die aus Gruppensitzungen, einer Übungs- und Beobachtungsfahrt sowie praktischen Sicherheitsübungen bestehen. Dabei werden Erfahrungen, Probleme und Schwierigkeiten der Fahranfänger bei der Teilnahme am Straßenverkehr erörtert und Erfahrungen aus den praktischen Kursteilen aufgearbeitet. Die Förderung des Risikobewusstseins und die Verbesserung der Fähigkeit zur Gefahrenerkennung und -vermeidung stehen hierbei im Vordergrund. Zusätzlich werden u.a. vorausschauendes Fahren und die Vorhersehbarkeit des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmer besprochen. Die Teilnahme wird bestätigt, eine Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen. Als Belohnung für eine Teilnahme winkt eine Verkürzung der Probezeit. Ebenso wird eine finanzielle Unterstützung durch die Versicherungswirtschaft erwartet.