Caparol-Firmengruppe steigert Umsatz
Zuwächse durch Auslandsgeschäft - Familienunternehmen wird 110 Jahre alt
Die Caparol-Firmengruppe in Ober-Ramstadt/Hessen verzeichnete im vergangenen Jahr trotz der Krise in der Bauindustrie eine positive Geschäftsentwicklung. Wie die Unternehmensleitung des Baufarbenherstellers mitteilte, habe die Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld den Umsatz von insgesamt 740 Millionen Euro auf 760 Millionen Euro (2004) steigern können. Angesichts der Flaute in der Bautenanstrichmittelindustrie stagnierte das Geschäft in Deutschland. Wachstum konnte durch Integration des Dämmsystemherstellers alsecco und durch Umsatzsteigerungen im Ausland erzielt werden. Wachstum und Kostenoptimierung ermöglichten eine Ergebnisverbesserung. Die Firmengruppe will deshalb die Internationalisierung forcieren und das Fitneßprogramm für das Gesamtunternehmen im Inland weiter umsetzen.
Nachdem es 2004 gelungen sei, Marktanteile zu gewinnen, ist Caparol zuversichtlich, auch im Jahr des 110jährigen Bestehens weiter voranzukommen. Die Firma Caparol Farben Lacke Bautenschutz ist der marktführende Anbieter von Baufarben für die handwerkliche Verarbeitung. Zu den Geschäftsfeldern gehören neben Farben, Lacken, Putzen und Bautenschutzprodukten auch energiesparende Wärmedämm-Verbundsysteme. Die Produkte für den professionellen Verarbeiter (Malerhandwerk) werden über den Farbengroßhandel vertrieben.
Im Heimwerkermarkt nimmt die Gruppe mit der Firma Alpina und der bekanntesten deutschen Wandfarbe Alpinaweiß ebenfalls eine führende Stellung ein. Die Caparol-Firmengruppe will ihre nach wie vor gute Marktposition in Deutschland weiter ausbauen, sieht jedoch angesichts des schwachen Binnenmarktes insbesondere im Auslandsgeschäft noch größere Wachstumschancen. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz liegt derzeit bei etwa 40 Prozent.
In Europa ist Caparol nach den internationalen Konzernen Akzo, Sigma-Kalon und ICI das größte privatwirtschaftlich geführte Unternehmen der Farben- und Lackindustrie. Es ist mit eigenen Gesellschaften und Produktionen in Österreich, Italien, Schweden und Frankreich sowie Vertriebsstützpunkten in der Schweiz, in Benelux, Portugal, Spanien und fast allen osteuropäischen Ländern vertreten. Auch in der Türkei nimmt die Caparol-Gruppe eine dominante Rolle auf dem Gebiet der Bautenanstrichmittel ein. In mehreren osteuropäischen Wachstumsmärkten (u.a. Rumänien, Rußland) wurden Produktionsstätten etabliert. Der Produktionsstandort in Dubai bedient den arabischen Raum und Afrika. In China wurde erst kürzlich zusätzlich zu einem bereits existierenden Joint-venture ein weiteres gegründet.
Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 3700 Mitarbeiter 1300 davon am Firmensitz im südhessischen Ober-Ramstadt. In der Spitze werden im dortigen Stammwerk pro Tag bis zu 1400 Tonnen Farbe hergestellt. Es ist damit einer der weltweit größten Produktionsstandorte für Farben. Seit der Übernahme der Lacufa AG Lacke und Farben Berlin im Jahre 1992 von der Treu-handanstalt hat das Unternehmen einen Schwerpunkt in Ostdeutschland. Völlig moderni-sierte Produktionsstätten gibt es in Fürstenwalde (Dispersionsfarben), in Köthen (Lacke) und in Nerchau (Mal- und Künstlerfarben). Der Verwal-tungssitz der Lacufa GmbH, verbunden mit einem großzügigen Kundeninformations- und -schulungszentrum, befindet sich in Berlin.
Neben dem Engagement in den neuen Bundesländern - die Firmengruppe hat dort in den vergangenen Jahren rund 60 Millionen Euro investiert - sind auch am Standort Ober-Ramstadt etwa 50 Millionen Euro in die Modernisierung der Fertigungsanlagen geflossen. Das Leitmotiv der Geschäftspolitik lautet: Trotz des starken Wettbewerbsdrucks und zunehmender Konzentration in der Branche im neuen Jahrhundert als gesundes, unabhängiges Familienunternehmen weiter zu existieren.