Innenminister ehrt Landessieger des Wettbewerbs "Präventionspreis der Bayerischen Polizei"
Beckstein: "Kriminalprävention ist Eckpfeiler der bayerischen Sicherheitspolitik"
Innenminister Dr. Günther Beckstein ehrte heute im Polizeipräsidium Mittelfranken die Polizeidirektionen Amberg und Nürnberg und die Polizeiinspektion Bayreuth - Stadt als Landessieger des Wettbewerbs "Präventionspreis der Bayerischen Polizei". Beckstein: "Jugendliche Tatverdächtige sind nach wie vor überproportional in den polizeilichen Statistiken vertreten. Die Prävention vor allem im Bereich der Jugendkriminalität ist ein unverzichtbarer Eckpfeiler bayerischer Sicherheitspolitik. Die drei Landessieger haben mit ihren Projekten Wege aufgezeigt, wie das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für den Stellenwert der Sicherheit geschärft, über die Folgen delinquenten Handelns aufgeklärt und ein Abgleiten in eine kriminelle Karriere verhindert werden kann. Ich danke auch all jenen nicht ausgezeichneten Polizeidienststellen, die sich mit Feuereifer an dem Wettbewerb beteiligt haben."
Der Präventionspreis der Bayerischen Polizei ist Teil der "Initiative Bayern Sicherheit - Polizei 2000". Bayernweit nahmen 45 Polizeidienststellen mit unterschiedlichsten Konzepten und Aktivitäten im Bereich der Kriminalprävention zu regionalbedeutsamen Themen am Wettbewerb teil. Nach regionalen Vorausscheidungen durch die Präsidien der Landespolizei gelangten jeweils der erste und zweite Regionalsieger zur Bayernausscheidung. Die Landesjury hatte die schwierige Aufgabe, aus 14 erfolgreichen Präventionsprojekten drei Sieger auszuwählen.
Erster Landessieger ist die Polizeidirektion Amberg mit ihrem Projekt "Kinderpolizeiausweis". Ziel des Projektes ist es, Kindern Gefahrensituationen bildlich zu erklären und ihnen einfache Lösungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. Bereits bei der Premiere beim Kinderfest in Amberg konnten 1.000 Ausweise an die Kinderpolizisten ausgehändigt werden, nachdem diese eine "Kommissar-Prüfung" bestanden hatten. Das Konzept, dass auch von anderen bayerischen Polizeidienststellen übernommen wurde, stößt auch bei den Polizeien anderer Länder und im benachbarten Ausland auf großes Interesse.
Zweiter Landessieger ist die Polizeidirektion Nürnberg mit dem Projekt "Schulschwänzer". Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit den Schulbehörden durchgeführt wurde, geht auf die Erfahrung zurück, dass viele Karrieren krimineller Jugendlicher mit vermeintlich harmlosen Verhaltensweisen wie Schulschwänzen ihren Anfang nehmen. Mittlerweile hat sich dieses Präventionskonzept bayernweit durchgesetzt. Im vergangenen Schuljahr 2000/2001 konnte die Bayerische Polizei insgesamt 1.593 Schulschwänzer aufgreifen und dem Unterricht wieder zuführen.
Dritter Landessieger ist die Polizeiinspektion Bayreuth - Stadt mit dem Projekt "MEMME - Anti-Gewalt-Training in der Schule". Diese Aktion, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt Bayreuth durchgeführt wurde, setzt sich mit dem Problem der Gewalt im Schulbereich auseinander und zeigt den Schülern gewaltlose Lösungsstrategien für Konfliktfälle auf.
Die polizeiliche Kriminalstatistik des Freistaates Bayern weist für das Jahr 2000 33.982 jugendliche Tatverdächtige aus. Damit ist der Anteil Jugendlicher an allen registrierten Tatverdächtigen mit 10,9% im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben. Beckstein. "Wenn wir berücksichtigen, dass Jugendliche lediglich einen Anteil von 4,2% der Bevölkerung stellen, müssen wir mit Sorge feststellen, dass jugendliche Tatverdächtige nach wie vor ganz erheblich überrepräsentiert sind. Auch wenn dies zum Teil auf ein verstärktes Anzeigeverhalten von Opfern zurückzuführen ist, muss die Prävention weiter verstärkt werden. Einen weiteren Schritt in diese Richtung werden wir mit dem "Haus der Prävention" tun, das noch in diesem Jahr in Nürnberg eingeweiht wird."
Hinweis:
Fotos von der Ehrung sind im Internet kostenfrei abruftbar unter
http://www.stmi.bayern.de/bilder/ehr_praev.htm