Ausschreibung für den Neubau des Museums für die Sammlung Brandhorst läuft
Der Wettbewerb für den Neubau des Museums für die Sammlung Brandhorst ist angelaufen. Wie Kunstminister Hans Zehetmair und Innenminister Günther Beckstein am Freitag in München mitteilten, ist der Wettbewerb für den Museumsneubau seit heute im europäischen Amtsblatt EU-weit ausgeschrieben. Das Museum Brandhorst wird in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne nördlich des Türkentors auf dem Grundstücksteil Ecke Türken-/Theresienstraße errichtet. Das Gebäude für die Sammlung Brandhorst werde in enger inhaltlicher und organisatorischer Verbindung mit der Pinakothek der Moderne stehen, betonte Zehetmair. Die Anträge auf Teilnahme an dem Wettbewerb müssen bis spätestens 20. März beim Staatlichen Hochbauamt München eingegangen sein.
25 Architekten sollen an dem Wettbewerb teilnehmen: Mit den Architekten David Chipperfield (London/Berlin), Prof. Rafael Moneo (Madrid), Ortner und Ortner (Wien), Renzo Piano (Genua) und Volker Staab (Berlin) stehen 5 Teilnehmer bereits fest; ferner wählt ein Gremium aus den eingegangenen Anträgen 20 weitere Teilnehmer aus. Dem Gremium gehören die Architekten Prof. Fred Angerer und Prof. Dr. Ing. Helmut Gebhard, Udo Brandhorst sowie jeweils ein Vertreter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Stiftung Brandhorst an. Ein Preisgericht wird über die von den ausgewählten Teilnehmern eingereichten Arbeiten entscheiden; dessen Sitzung soll noch vor der Sommerpause stattfinden.
Die Sammlung Brandhorst enthält von Georg Baselitz bis Andy Warhol weitgehend das gesamte Spektrum der zeitgenössischen Kunst mit gewichtigen Werkgruppen einzelner Künstler. Den Wert der Sammlung des Ehepaars Brandhorst, die seit 25 Jahren ständig erweitert wurde, taxieren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf annähernd 200 Millionen Mark. Anliegen des Stifters und seiner verstorbenen Frau ist es, den Bestand und die Erweiterung der Sammlung auf Dauer zu sichern und zu diesem Zweck in ein bedeutendes Museum einzubringen. Vom Ertrag der Stiftung soll die Sammlung in Absprache mit dem aufnehmenden Museum weiter ausgebaut und zur bedeutendsten Sammlung zeitgenössischer Kunst in Deutschland gemacht werden. Die Stiftung soll darüber hinaus in Verbindung mit dem Museum, in dem die Sammlung untergebracht ist, eine Vielzahl von Aktivitäten zur Förderung der modernen Kunst entfalten.