Zukunft des Wohnungsbaus zwischen Tradition und Innovation

Zukunft des Wohnungsbaus zwischen Tradition und Innovation
Beckstein diskutiert mit Experten in der TU München
Den Startschuss für die Initiative "Zukunft des Wohnungsbaus gab Innenminister Dr. Günther Beckstein heute im Rahmen der von der Obersten Baubehörde veranstalteten Fachtagung "Wohnen in Bayern - Reale Utopien für einen nachhaltigen Wohnungsbau". Anhand von bereits realisierten Projekten entwickelten Architekten und Fachleute aus Wohnungswirtschaft und Sozialwissenschaft Thesen und Perspektiven für die Zukunft des Wohnungsbaus. "Die Tagung soll den Blick für Lösungen schärfen, die noch stärker als bisher auf den gesellschaftlichen Wandel und die sich daraus verändernden Ansprüche an Wohnen und Wohnumfeld reagieren", betonte Beckstein in der anschließenden Podiumsdiskussion. Bereits in den vergangenen Jahren hat der Freistaat Bayern mit innovativen Wohnbauideen und Modellprojekten "zum Anfassen" weit über die Landesgrenzen hinaus Impulse für modernes Bauen gegeben. Seit Mitte der 80er wurden bei zehn Programmen des Experimentellen Wohnungsbaus mit nahezu 100 Millionen Euro Fördermittel etwa 2500 Wohnungen in rund 100 Projekten gebaut. Diesen Innovationsprozess soll die neue Initiative weiterführen.
Einleitend stellte die Soziologin Dr. Rotraut Weeber, Institut für Stadtforschung und Soziologie, Stuttgart/Berlin, heraus, gibt es bisher im Bereich des Wohnungsbaus so gut wie keine Marktforschung. Laut Weeber spielen für einen dauerhaften Gebrauchsnutzen der emotionale Wert, der Geltungsnutzen und die sozialräumlichen Qualitäten von Wohnungen und deren Umfeld eine zunehmende Rolle. Der Architekt Prof. Dipl.-Ing. Georg Sahner kommentierte anhand von vier bayerischen Projekten aus seiner Planungspraxis beispielgebende Lösungen für zeitgemäßen Wohnungsbau. Mit dem Geschäftsführer der GBW-AG, Dr.-Ing. Hartmut Danz kam die Bauherrenseite zu Wort. Er erläuterte die Anforderungen an einen nachhaltigen Wohnungsbau. Prof. Jacques Blumer, Mitglied der Schweizer Architektengruppe Atelier 5, stellte in seinem Werkbericht 10 Gebote für einen ökonomischen, ökologischen und sozialen Wohnungsbau auf.

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Beckstein: "Wir müssen zu flexiblen Strukturen kommen, die robust genug für Veränderungen sind." Laut Beckstein hat der Freistaat Bayern durch Reduzierung staatlicher Vorgaben die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Wohnungsbaus verbessert. Nach dem Grundsatz, Regelungen nur dort vorzugeben, wo es für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen erforderlich ist, hat Bayern die Zahl der technischen Baubestimmungen von vormals 2000 auf knappe 100 reduziert. Damit wurde auch der Weg für neue Experimente und Lösungen im Wohnungsbau frei gemacht. "Wer sich aus Angst vor Neuem nur auf Gängiges, tausendmal Erprobtes zurückzieht, verpasst die Entwicklung", so Beckstein.


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