Innenministerium stellt für die Betreuung verwaister israelitischer Friedhöfe rund 665.000 Euro zur Verfügung
Das Innenministerium unterstützt auch heuer die Betreuung der verwaisten israelitischen Friedhöfe mit einem Zuschuss in Höhe von rund 665.000 Euro, teilte Innenminister Dr. Günther Beckstein heute dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern mit. Beckstein: "Die jüdischen Friedhöfe sind steinerne Zeugen des reichhaltigen und vielfältigen jüdischen Lebens und Zusammenlebens in Bayern und wichtige Kulturdenkmäler."
Verwaiste Friedhöfe sind Friedhöfe untergegangener jüdischer Gemeinden oder geschlossene Friedhöfe bestehender Gemeinden. Die Betreuung hat der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern übernommen. Zu seinen Aufgaben gehört im Allgemeinen die Unterhaltung der Friedhofseinfriedung und der Friedhofswege, das regelmäßige Schneiden des Grases und die Beseitigung des Unkrautes und Gestrüpps. Außerdem müssen vom Verfall bedrohte Grabdenkmäler gesichert und umgestürzte Grabsteine wieder aufgerichtet werden. Bereits in den 50er Jahren sind Bund und Länder mit den Vertretern jüdischer Verbände übereingekommen, zur moralischen und materiellen Wiedergutmachung für die dauernde Sicherung und Betreuung der verwaisten jüdischen Friedhöfe gemeinsam je zur Hälfte die Kosten zu übernehmen. Eine Auflösung der jüdischen Friedhöfe kommt nicht in Betracht: Nach der religiösen Überzeugung haben jüdische Verstorbene ein ewiges Ruherecht.