Beckstein bei Fachkongress "Zukunft der Innenstädte" in München:
"Bayerische Innenstadtinitiative zeigt bereits große Wirkung"
"Die im Jahr 1999 ins Leben gerufene Initiative "Bayerische Innenstädte: attraktiv - lebenswert - unverwechselbar" hat bei Politik, Kommunen, Wirtschaft und Verwaltung ein erfreulich positives Echo gefunden. Die Initiative verfolgt das Ziel, die notwendige Revitalisierung und Stärkung der Innenstädte in der Öffentlichkeit allgemein bewusst zu machen ", bilanzierte Innenminister Dr. Günther Beckstein heute anlässlich des Fachkongresses "Zukunft der Innenstädte" des Instituts für Städtebau und Wohnungswesen in München. "Das Anliegen der Initiative haben inzwischen durch zahlreiche Aktionen auf regionaler und lokaler Ebene aufgegriffen. Sie wollen vor allem die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Wirtschaft verbessern. Dazu haben schon zahlreiche bayerische Städte Veranstaltungen durchgeführt und feste Gesprächskreise von Handel und Kommunen eingerichtet. Die Zahl der Gemeinden, die Stadtmarketingprojekte durchführen, hat sich seit 1998 von 50 auf derzeit 90 erhöht. Die Städtebauförderung unterstützt davon 52 Vorhaben fachlich und finanziell. Das Spektrum reicht von Innenstadtkonzepten, der Erarbeitung von Stadtleitbildern, gesamtstädtischen Einzelhandelskonzepten bis hin zu interkommunalen Entwicklungskonzepten", so Beckstein.
"Die Stärkung der Innenstädte ist nicht nur eine zentrale Zukunftsaufgabe für die Kommunen, den Handel und die Wirtschaft, sondern ebenso für den Staat. Deshalb haben wir diese Initiative ins Leben gerufen", so Beckstein. Deren inhaltliche Bandbreite reicht von der Förderung der Nutzungsvielfalt durch Mischung von Wohnen, Arbeiten, Handel und Kultur, über die Sanierung und Modernisierung bestehender sowie die Schaffung neuer und vor allem preisgünstiger Wohnungen, bis hin zur Stärkung der Einzelhandelsfunktionen der Ortszentren möglichst auf der Basis von Zentren- und Einzelhandelskonzepten. Insgesamt soll auch eine Aufwertung des öffentlichen Raumes und die Abstimmung öffentlicher und privater Investitionen erreicht werden.
Im Rahmen der Innenstadtinitiative wurden auch landesweite Aktionen fortgesetzt. Dazu verwies Beckstein beispielsweise auf die im November 2000 in Nürnberg durchgeführte Veranstaltung zum Thema "Soziale Stadt". Die gleichnamige Gemeinschaftsinitiative der Städtebauförderung wendet sich Stadtquartieren zu, in denen das soziale Gleichgewicht verloren zu gehen droht. Ziel ist es, eine Aufwärtsentwicklung und soziale Stabilisierung einzuleiten. Der Freistaat Bayern beteiligt sich seit 1999 an diesem neuen Städtebauförderungsprogramm mit inzwischen insgesamt 35 Maßnahmen in 28 Städten und Gemeinden. Für dieses Programm wurden bisher rund 45,6 Millionen Euro aus der Städtebauförderung eingesetzt.
Zur positiven Weiterentwicklung des Standortes Innenstadt kann auch die Ansiedlung von Einkaufszentren auf innerstädtischen oder innenstadtnahen Lagen beitragen. Entsprechende Beispiele haben in jüngerer Zeit bereits verschiedene bayerische Städten realisiert. "Um fundierte Kenntnisse über die Auswirkung solcher Einkaufszentren auf die Innenstädte zu erhalten, haben wir ein vergleichende Untersuchung in ausgewählten Projektstädten in Auftrag gegeben. Dabei wurden städtebauliche, wirtschaftliche und verkehrliche Aspekte berücksichtigt. Die Kurzfassung des Forschungsberichtes wird demnächst veröffentlicht", kündigte Beckstein an.