Regensburger: "Kreisverkehrsplätze an Bundes- und Staatsstraßen haben in Bayern Vorfahrt"
Nachdem Kreisverkehrsplätze bei uns etwa vor 30 Jahren immer mehr von normalen Kreuzungen verdrängt wurden, erleben sie heute eine Renaissance. "Und dies zu Recht, weil sie im Vergleich zu anderen Knotenpunktsformen eine Reihe von Vorteilen bieten", zog Innenstaatssekretär Hermann Regensburger heute Bilanz. So erzielen Kreisverkehrsplätze auch beim kreuzenden, geradeaus fahrenden Verkehr niedrige Fahrgeschwindigkeiten und erhöhte Vorsicht. Das schlägt sich in geringeren Unfallzahlen nieder. Bewährt haben sich Kreisverkehre auch zur Geschwindigkeitsreduzierung am Ortsrand oder innerorts. Sie können zudem zur Verbesserung des Verkehrsablaufs beitragen, weil unnötige Wartezeiten wie an Ampeln entfallen. Angesichts der zunehmenden Forderungen nach Kreisverkehrsplätzen warnt der Innenstaatssekretär allerdings davor, darin ein Allheilmittel zu sehen: "Die Voraussetzungen müssen stimmen", so Regensburger. Insgesamt gibt es in Bayern derzeit 321 Kreisverkehrsplätze an Bundes- und Staatsstraßen. Davon wurden alleine 204 in den vergangenen vier Jahren fertiggestellt.
Nach den Worten Regensburgers wurden überwiegend sogenannte "Kleine Kreisverkehrsplätze" mit einem Außendurchmesser kleiner als 50 Meter angelegt. Für diese ist der Flächenbedarf nicht größer als für herkömmliche Kreuzungen mit Links- und Rechtsabbiegespuren. Wie der Innenstaatssekretär weiter betonte, sind Kreisverkehrsplätze bei hohen Verkehrsbelastungen (bis zu 25.000 in den Knotenpunkt einfahrende Fahrzeuge pro Tag) meist auch eine wirtschaftliche Alternative zu Kreuzungen mit Ampelbetrieb oder zu sogenannten höhenfreien Kreuzungen mit teuren Brückenbauwerken. Auch viele Städte und Gemeinden sind dem Beispiel bereits gefolgt und haben Kreuzungen von Orts- und Anliegerstraßen entsprechend umgestaltet. Regensburger stellt fest, dass jedoch nicht in jedem Fall ein Kreisverkehrsplatz die geeignete Knotenpunksform sei. "An der freien Strecke von Bundesstraßen für den schnellen und weiträumigen Verkehr kommen Kreisverkehre in aller Regel nicht in Frage. Diese würden der Streckencharakteristik widersprechen und dadurch eher Unfälle provozieren. Ebenso scheiden sie an sehr stark belasteten Knotenpunkten aus, an denen die Leistungsfähigkeit kleiner Kreisverkehrsplätze überschritten ist." Eine klare Absage erteilt Regensburger auch Forderungen, allein aus ortsgestalterischen Gründen schon vorhandene, leistungsfähige Kreuzungen zu Kreisverkehrsplätzen umzubauen: "Solche Verschönerungsmaßnahmen können wir uns in Zeiten knapper öffentlicher Kassen nicht leisten."