Fast 34 Tonnen Weltkriegsmunition im Jahr 2001 geborgen
Beckstein dankt Bombenräumern
"2001 wurden in Bayern an 739 Fundstellen 33.791 kg Weltkriegsmunition geborgen", gab Innenminister Dr. Günther Beckstein bei der Vorstellung des Jahresberichts 2001 über die Kampfmittelbeseitigung bekannt. Er dankte den Bombenräumern für ihre engagierte und fachkundige Arbeitserledigung. Sie haben insbesondere bei der notwendigen Entschärfung von 68 Bombenblindgängern Gefahren für die Allgemeinheit endgültig abgewendet. Im Jahresdurchschnitt waren im staatlichen Auftrag 10 Fachleute mit der Bergung, dem Abtransport und der Vernichtung der Fundmunition beschäftigt.
Das Thema Kampfmittelbeseitigung ist auch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg noch aktuell, wie zahlreiche Bombenfunde immer wieder beweisen. Der Rückgang der geborgenen Munition gegenüber den Vorjahren (im Jahr 2002 70.056 kg und 1999 129.902 kg) ist vor allem bedingt durch die Beendigung der Kampfmittelräumung auf der früheren Bundesliegenschaft "Muna-Gelände Kleinkötz" bei Günzburg, auf der in Kürze der Legoland-Freizeitpark eröffnet wird. Die Fundstellen verteilen sich relativ gleichmäßig auf ganz Bayern:
Die geborgenen Kampfmittel im Einzelnen:
Brandbomben
254 Stück
3.840 kg
Sprengbomben-Blindgänger bis 50 kg
41 Stück
442 kg
Sprengbomben-Blindgänger bis 250 kg
27 Stück
3.825 kg
Deutsche Bomben von 1 bis 100 kg
189 Stück
2.419 kg
Minen
12 Stück
78 kg
Artillerie- und Mörsergranaten
631 Stück
4.117 kg
Handgranaten/Gewehrgranaten
1.034 Stück
517 kg
Panzerfäuste
85 Stück
255 kg
Flak- und Bordwaffenmunition
786 kg
Gewehr- und Pistolenmunition
4.001 kg
sonstige Munition und explosive Teile von Bomben,
Granaten udgl. zusammen
13.511 kg
Für die Kampfmittelbeseitigung entstanden dem Freistaat rund 772.000 Euro an Kosten. Davon erstattet ihm diesmal der Bund 68 % entsprechend dem Anteil ehemals reichseigener Munition. Zusätzlich haben Bund, Gemeinden und Private Aufträge an Fachfirmen zur Absuche ihrer Grundstücke im Umfang mehrerer Mio. Euro vergeben.
Mit Befriedigung stellte Minister Beckstein fest, dass es 2001 bei den Bombenräumern trotz ihrer höchst gefährlichen Arbeit keinen Unfall gab. In der Bevölkerung ereigneten sich erfreulicherweise auch im vergangenen Jahr keine Unfälle mit Fundmunition. Beckstein appelliert dennoch erneut dringend, an solche Gegenstände keinesfalls selbst Hand anzulegen. Hierauf sollten Eltern unbedingt auch ihre spielenden Kinder hinweisen. Jeder Munitionsfund sollte umgehend der Polizei gemeldet werden.