Beckstein: "Bei Hochwasser vollaufende Keller und Garagen keinesfalls betreten"
Die heftigen Unwetter von letzter Nacht haben im Landkreis Augsburg drei Todesopfer gefordert und in den Regierungsbezirken Schwaben und Oberpfalz Schäden in Millionenhöhe verursacht. Innenminister Dr. Günther Beckstein warnt eindringlich: "Betreten Sie keinesfalls bei Hochwasser bereits vollaufende Keller, Tiefgaragen oder sonstige unter der Erdoberfläche liegende Räume! Es besteht höchste Lebensgefahr, in den Wassermassen zu ertrinken, da das Wasser möglicherweise die Türen zudrückt und diese aufgrund des Wasserdruckes nicht mehr geöffnet werden können. Warten Sie bei bereits gefluteten Räumen das Eintreffen der Feuerwehren ab. Menschenleben gehen dem Schutz von Sachwerten vor!" Der Innenminister wird laufend über die aktuellen Entwicklungen informiert.
In den Landkreisen Augburg, Günzburg, Unterallgäu (Regierungsbezirk Schwaben) wurde am frühen Morgen des 7. Juni der Katastrophenfall festgestellt. In den Städten Memmingen (Regierungsbezirk Schwaben) und Weiden (Regierungsbezirk Oberpfalz) wurde der bereits am 5. und 6. Juni festgestellte Katastrophenfall mittlerweile wieder aufgehoben.
Im Landkreis Augsburg wurden vier Personen bei dem Versuch, Fahrzeuge aus einer Tiefgarage zu bergen, von den eindringenden Wassermassen überrascht. Zwei der eingeschlossenen Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Eine 81 Jahre alte Frau wurde ebenfalls von den Wassermassen überrascht, als sie versuchte, Gegenstände aus dem überfluteten Keller zu holen. Auch für sie kam jede Hilfe zu spät. Dreißig weitere Personen mussten aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Zahlreiche Straßen im Landkreis wurden überflutet, Kanaldeckel schossen explosionsartig in die Höhe, die Ortsdurchfahrt von Diedorf ist gesperrt.
In den Landkreisen Unterallgäu und Günzburg stehen viele Keller und Erdgeschosswohnungen unter Wasser, zahlreiche Straßen wurden überflutet, als mehrere Gewässer über die Ufer traten. Im Landkreis Unterallgäu wird noch eine Person vermisst.
Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden direkt an die Katastrophenschutzbehörden und die Einsatzorganisationen abgesetzt, die Bevölkerung wird unverzüglich durch amtliche Rundfunkdurchsagen gewarnt.
Im Laufe des Tages ist mit weiteren Niederschlägen in Schwaben, im östlichen Oberbayern und in Niederbayern zu rechnen. Beckstein empfiehlt der Bevölkerung in den genannten Gebieten die Rundfunkdurchsagen zu beachten.