Beckstein: "Starke Sparkassen bleiben auch zukünftig für unser Gemeinwohl und die Mittelstandsentwicklung unverzichtbar"
"Trotz zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Zeitalter der Globalisierung werden die öffentlich-rechtlichen Sparkassen auch in Zukunft eine tragende Säule des Bankensystems bilden. Die Bayerische Staatsregierung wird darauf achten, dass auch nach dem Wegfall der Gewährträgerhaftung die Sparkassen Unternehmungen der Kommunen sind. Damit können wir die Eigentümerstellung der Kommunen deutlich machen und die kommunale Bindung weiter festigen", sagte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich des Bayerischen Sparkassentages am 13. Juni 2002 in Aschaffenburg.
Die breit angelegte Struktur- und Standortförderung der Sparkassen trägt zum wirtschaftlichen Erfolg Bayerns bei. Die Bayerische Sparkassen unterstützen die Schulen in der Region, fördern Umwelt- und Naturschutzprojekte und engagieren sich im Breiten-, Spitzen- und Leistungssport. Darüber hinaus fördern sie Kunst und Kultur und unterstützen die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit sowie die Behindertenhilfe. Besonders hervorzuheben ist die Gründerförderung, die im Standortwettbewerb eine Schlüsselrolle spielt. "Jeder erfolgreiche Existenzgründer schafft innerhalb von drei Jahren drei bis vier neue Arbeitsplätze", so Beckstein. Die bayerischen Sparkassen begleiten jede zweite Existenzgründung und vergeben mehr als 50 % des gesamten Startkreditvolumens. Sie unterstützen die Gründer nicht nur bei der Beschaffung von staatlichen Fördermitteln, sondern stellen auch selbst beträchtliche Summen zur Verfügung, und zwar von der Kreditfinanzierung des laufenden Geschäfts über Investitionsdarlehen bis hin zum Beteiligungskapital.
Beckstein begrüßte die anhaltende Fusionstätigkeit der bayerischen Sparkassen: "Zusammenschlüsse von Sparkassen zu größeren und damit in der Regel auch leistungsfähigeren Betriebseinheiten werden auch in Zukunft notwendig sein." Von Anfang 2000 bis heute hat sich die Zahl der bayerischen Sparkassen von 98 auf 83 vermindert.
Die Sparkassen sind in Deutschland und in Bayern zusammen mit den Genossenschaftsbanken der wichtigste Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen. Sie finanzieren nahezu jede zweite Existenzgründung, legen rund ein Drittel der öffentlichen Förderprogramme für den Mittelstand auf und haben ihren Marktanteil bei den Unternehmenskrediten seit Anfang der 90er Jahre auf über ein Drittel ausgebaut. Die Sparkassen sind auch der wichtigste Finanzierungspartner des Handwerks. In der Sparte handwerkliche Betriebe liegt der Marktanteil der deutschen Sparkassen und Landesbanken bei zwei Drittel, während alle privaten Banken zusammen hier nur 8 % erreichen.
Ihrem öffentlichen Auftrag entsprechend verstehen sich die bayerischen Sparkassen als Partner der Region und des heimischen Mittelstands. Wie wichtig hier die Sparkassen sind, zeigt der Umstand, dass mittelständische Unternehmen, die nicht den High-Tech-Branchen angehören, kaum noch Kredite von den großen deutschen Geschäftsbanken erhalten. Die privaten Geschäftsbanken zeichnen sich zunehmend durch eine mittelstandferne Geschäftspolitik aus. Selbst die kleinen Privatbanken, die sich noch um ihre langjährigen Kundenbeziehungen bemühen, können eine flächendeckende Versorgung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft nicht gewährleisten. Das künftig notwendige Rating wird die Bedeutung der Sparkassen für die Kreditversorgung des Mittelstandes nochmals steigern.