Beckstein: "PISA-Studie belegt, dass mehr Integrationsbemühungen nötig sind"
"So sehr mich das offenbar gute Abschneiden aller bayerischen Schulzweige bei der ergänzenden PISA-Studie freut, machen die bundesweiten Tendenzen dieser Detailuntersuchung klar, dass weit mehr für die Integration von Ausländern und ihrer Kinder zu tun ist.Das derzeit vorliegende Zuwanderungsgesetz beantwortet diese wichtigen Fragen nicht. Dabei gibt es immer öfter Schulklassen mit immer weniger deutschsprachigen Kindern - das sieht auch der niedersächsische Ministerpräsident Gabriel. Trotzdem weicht das Gesetz die wichtige Frage des Nachzugsalters von Ausländerkindern durch schwammige Ausnahmeregelungen auf. Zudem regelt es nur Teilaspekte der Integration und will außerdem die dafür anfallenden erheblichen Gesamtkosten, die nicht nur durch die Integrationskurse entstehen, überwiegend auf die ohnehin schon stark belasteten Länder und Kommunen abwälzen. Insgesamt behandelt es die Frage der erforderlichen Deutschkenntnisse unzureichend, obwohl dies eine Schlüsselkompetenz für die Integration ist. Schlechte Deutschkenntnisse bedeuten fast automatisch geringere Chancen im Wettbewerb um Ausbildungsplätze; dies gilt auch und gerade für Ausländerkinder der 2. und 3. hier lebenden Ausländergeneration. Deshalb müssen wir sorgfältig darauf achten, dass Ausländerkinder möglichst früh nach Deutschland kommen. Genau genommen müssten sie möglichst schon am ersten Schultag die deutsche Sprache altersgemäß beherrschen. Deshalb ist auch die Frage des Nachzugsalters nicht beliebig regelbar. Bis zu 18jährigen Kindern den Familiennachzug aus dem Ausland gesetzlich zu ermöglichen, benachteiligt wegen der schlechten Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt letztlich diejenigen, die dann davon Gebrauch machen", kommentiert Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein die Meldungen zu ersten Ergebnissen der bundesländerbezogenen PISA-Studie.