Leichte Erholung der Konjunktur in der Gebäudetechnikbranche erwartet

Leichte Erholung der Konjunktur in der Gebäudetechnikbranche erwartet
Für 2005 erwarten die Wirtschaftsforscher zwar eine Fortsetzung der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Die Dynamik des letzten Jahres wird allerdings etwas an Fahrt verlieren. In Deutschland ist 2005 von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 % auszugehen. Lediglich die Bauwirtschaft scheint das Konjunkturtal immer noch nicht durchschritten zu haben. Auch dieses Jahr ist wohl erneut mit einer negativen Entwicklung der Bauinvestionen zu rechnen. Im Wirtschaftszweig Gebäudetechnik zeichnen sich erstmals leicht positive Tendenzen ab, auch wenn diese sich noch nicht in allen Marktbereichen niederschlagen.In der Branche Gebäudetechnik zeichnet sich erstmals seit einigen Jahren eine leichte Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Nach deutlich rückläufigen Branchenumsätzen von -7,6 % im Jahr 2002 und -3,1 % 2003 konnte im letzten Jahr erstmals ein Plus (+2,6 %) verzeichnet werden. Getragen wurde diese Entwicklung insbesondere durch die positive Entwicklung der Auslandsumsätze (+7,5 %). Auch die Umsätze im Inland legten 2004 nach langer Durststrecke leicht zu (+1,7 %). Für 2005 prognostiziert das ifo-Institut erneut eine leichte Zunahme der Branchenumsätze.

2004 ist der Umsatz der Hersteller im Bereich der Heizungs-, Klima- und Sanitärindustrie im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 % gestiegen, wobei die Zunahme des Inlandsumsatzes (+2,7 %) schwächer als die des Auslandsumsatzes (+8,7 %) ausgefallen ist. Nach einem massiven Einbruch der Großhandelsumsätze im Jahr 2002 (-17,9 %) hat sich die negative wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2003 und 2004 in allerdings stark vermindertem Tempo fortgesetzt (jeweils -2,1 %). Die Umsätze der installierenden Unternehmen (Industrie und Handwerk) waren im letzten Jahr mit einer Rate von +1,6 % erstmals seit einigen Jahren wieder leicht positiv (2003: -5,6 %).

Die Beschäftigungssituation hat sich in der Gebäudetechnikbranche in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Nach Angaben des ifo-Instuts ist davon auszugehen, das sich der Arbeitsplatzabbau auch im Jahr 2005 forsetzen wird. Diese Entwicklung zieht sich durch sämtliche Marktstufen. 2004 waren bei den Herstellern von Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnischen Produkten 11 % weniger Personen beschäftigt als noch 2001, in den Großhandelsunternehmen betrug der Rückgang im gleichen Zeitraum 13 % und bei den installierenden Unternehmen 18 %.

Anlagenbauer haben konjunkturelle Krise noch nicht überwunden

Im Bereich der installierenden Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten zeichnet sich für das Jahr 2004 eine Fortsetzung der negativen wirtschaftlichen Entwicklung ab. Die bisher vorliegenden amtlichen Statistiken deuten auf eine erneute konjunkturelle Verschlechterung hin. Hierbei ist zwar sowohl für West- als auch für Ostdeutschland eine kleine Abschwächung der negativen Tendenzen erkennbar. Insbesondere in Ostdeutschland scheint die Talsohle der rezessiven Entwicklung allerdings in absehbarer Zeit nicht erreicht zu werden. So hat der Gesamtumsatz in Westdeutschland in den ersten drei Quartalen des Jahres 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % abgenommen. In Ostdeutschland fiel der Umsatzrückgang im gleichen Zeitraum erneut deutlich stärker aus (-13,3 %).

Die Unternehmen des HKS-Anlagenbaus müssen zunehmend ihre Kapazitäten herunterfahren. Der Preiskampf hält an, wobei der Wettbewerb zusätzlich durch Unternehmen aus Osteuropa und die schlechte allgemeine Auftragslage verschärft wird. Die Nachfrage im Neubaubereich ist gesättigt. Weitere Probleme sind zukünftig auf Grund eines Mangels an Fachkräften zu befürchten. In einigen Regionen, insbesondere in der Nähe von Großstädten, ist die Situation vergleichsweise positiver. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich die Neubauaktivität in absehbarer Zeit wieder beleben wird, müssen sich viele Unternehmen neue Geschäftsnischen aufbauen. Hierbei ist eine zunehmende Ausrichtung auf den Bestand zu beobachten. Im Sanierungs- und Renovierungsbereich sind wohl noch die besten Chancen zu sehen.

Energiepolitische Maßnahmen stellen Gebäudetechnikbranche vor neue Herausforderungen

Eine bedeutsame Veränderung der Rahmenbedingungen brachte die im Februar 2002 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung (EnEV) mit sich. Bezogen auf den Jahresheizenergiebedarf ergibt sich durch die Verordnung eine Verschärfung gegenüber dem bisherigen Anforderungsniveau von rund 30%. Die Unternehmen der Branche haben hier die Chance geeignete Problemlösungen für den effizienten Einsatz von Energie anzubieten und sich als kompetenter Partner bei der Realisierung nach den Vorgaben der EnEV am Markt zu profilieren.

Entscheidenden Einfluss auf die Branche wird die europäische Richtlinie EPBD - Energy Performance of Buildings Directive (Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie) ausüben, die bis Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Die EPBD fordert unter Einbeziehung von Gebäudehülle und Anlagentechnik eine harmonisierte Berechnungsmethode für den Energieverbrauch von Gebäuden auf der Basis des Primärenergieansatzes. Weiterhin wird das Ausstellen eines Energiebedarfsausweises bei Verkauf bzw. Vermietung eines Objektes obligatorisch werden.

Die wirtschaftliche Perspektive des Wirtschaftszweiges wird in Zukunft von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und der Welt abhängen. Entscheidende positive Konjunkturimpulse könnten allerdings auch von den sich noch auswirkenden energiepolitischen Maßnahmen sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene ausgehen. Die Gebäudetechnikbranche steht vor neuen Herausfoderungen, die es zu nutzen gilt.


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