Wechsel an der Spitze des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs
Beckstein verabschiedet Prof. Dr. Wittmann und führt Hüffer als Nachfolger ein
"Das Amt des Präsidenten des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes zählt zu den höchsten und begehrtesten Ämtern, die ein Richter überhaupt erreichen kann. Sein Inhaber ist nicht nur oberster Bayerischer Verwaltungsrichter, sondern prägt wegen der besonderen Aufgabenstellung der Verwaltungsgerichtsbarkeit auch mittelbar die Verwaltung und damit das ganze öffentliche Leben in Bayern." Mit diesen Worten verabschiedete Innenminister Dr. Günther Beckstein den Präsidenten Prof. Dr. Johann Wittmann (65) in den Ruhestand und führte als dessen Nachfolger den bisherigen Vizepräsidenten des Bayerischen Verwaltungsgerichthofs Rolf Hüffer (56) in sein neues Amt ein.
"Dank Ihrer hohen Fachkompetenz, Ihres großen persönlichen Einsatzes und Ihrer großartigen menschlichen Qualitäten waren Sie für mich und meine Mitarbeiter vor allem bei der Gesetzgebungsarbeit stets ein wertvoller Berater und ein besonders vertrauenswürdiger Ansprechpartner in allen Angelegenheiten der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Sie haben entscheidend zum Erfolg der Reformen beigetragen", würdigte Beckstein den aus dem Amt scheidenden Präsidenten.
Prof. Dr. Johann Wittmann wurde am 16. Juli 1937 in München geboren. Im Jahre 1964 trat er als Regierungsassessor bei der Regierung von Oberbayern in den Staatsdienst ein. Ein Jahr später wechselte er an das Verwaltungsgericht München. Von 1966 bis 1968 war er am Landratsamt Freising tätig. Danach kehrte er zunächst an das Verwaltungsgericht München zurück. 1976 kam er zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. 1978 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts München. 1984 wurde er Vorsitzender Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Im Jahre 1990 erhielt er das Amt des Präsidenten des Verwaltungsgerichts München übertragen. 1995 wurde er schließlich Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Als berufrichterliches Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs hat er außerdem zahlreiche verfassungsrechtliche Streitigkeiten mitentschieden. Wittmann ist Mitherausgeber der Bayerischen Verwaltungsblätter und Honorarprofessor der Technischen Universität München. Er war Inhaber eines Lehrauftrags an der Ludwig-Maximilian-Universität München und jahrelang Ausbilder von Rechtsreferendaren und Prüfer im juristischen Staatsexamen. Vor wenigen Tagen hat er den Bayerischen Verdienstorden erhalten.
Rolf Hüffer wurde am 3. September 1945 in München geboren. Nach Jurastudium und Referendariat arbeitete er zunächst einige Zeit als Rechtsanwalt, bis er im Oktober 1974 bei der Regierung von Oberbayern in den Staatsdienst eintrat. Von hier aus wechselte er 1975 als Richter auf Probe zum Verwaltungsgericht München. Nach einem Außendienst am Landratsamt Dachau in den Jahren 1977 bis 1979 kehrte er zum Verwaltungsgericht München zurück. 1981 folgte er einem Ruf in die Oberste Baubehörde, in der er 5 Jahre lang Referent und Stellvertreter des Sachgebietsleiters im Baurecht war. Nach einem mehr als einjährigen Lehrgang für Verwaltungsführung, den die Bayerische Staatsregierung durchführt, um besonders begabte Führungskräfte auf künftige Aufgaben vorzubereiten, ging er 1986 als Richter am Verwaltungsgerichtshof in die Verwaltungsgerichtsbarkeit zurück. 1991 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts München, 1994 das Amt des Präsidenten des Verwaltungsgerichts Augsburg. 1999 erhielt er das Amt des Vizepräsidenten des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs übertragen. In dieser Funktion hat er insbesondere die Gerichtsorganisation und EDV-Entwicklung als Vorsitzender der Projektgruppe Neuorganisation und EDV-Konzeption der Verwaltungsgerichtsbarkeit maßgeblich mitbeeinflusst. Hüffer ist Mitglied im Vorstand des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen sowie des Landesverbandes in Bayern.