Beckstein präsentiert neue Wege in der Verbrechensbekämpfung:

Beckstein präsentiert neue Wege in der Verbrechensbekämpfung:
"Biometrische Gesichtsfelderkennung und Elektronische Aufnahme der Fingerabdrücke stärken Schlagkraft der bayerischen Polizei"
Um auf neue Arten terroristischer oder krimineller Bedrohung schneller reagieren zu können, verbessert die bayerische Polizei ihre technische Ausstattung. Dazu werden bis 2004 besonders belastete Dienststellen für rund 3 Millionen Euro stufenweise mit Geräten zur „elektronischen“ Abnahme von Fingerabdrücken, dem sogenannten "Livescan" ausgestattet. Ein weiterer Baustein des Sicherheitskonzeptes Bayern ist die dreimonatige Erprobung eines biometrischen Verfahrens zur Gesichtsfelderkennung, das an den Grenzübergängen Nürnberg-Flughafen und in Waidhaus an der tschechischen Grenze zum Einsatz kommen soll. Damit sollen vor allem solche reisenden Straftäter aus dem Verkehr gezogen werden, die beim Grenzübertritt fremde Papiere vorlegen. "Mit der Gesichtsfelderkennung beschreiten wir bundesweit Neuland im Polizeibereich. Die Bundesregierung redet seit fast einem Jahr über wirkungsvolle Terrorismusbekämpfung; vor allem Bundesinnenminister Schily verwies immer wieder auf die Chancen der Biometrie bei der Terrorbekämpfung. Die Grünen haben aber biometrische Daten in Pässen, Personalausweisen und Visa bisher blockiert. Dabei sind gerade diese Merkmale Voraussetzung, um etwa Extremisten aus dem islamisch-fundamentalistischen Bereich sicher zu identifizieren, die oft eine Vielzahl von Aliasnamen verschiedenster Schreibweisen tragen. Bayern erprobt deswegen die Leistungsfähigkeit solcher biometrischer Verfahren in einer Weise, der auch der Landesbeauftragte für den Datenschutz grundsätzlich zugestimmt hat," erläuterte Innenminister Dr. Günther Beckstein bei der Vorstellung der neuen Technik am 31. Juli 2002 am Flughafen Nürnberg. Weitere Informationen unter: http://www.stmi.bayern.de/infothek/sicherleben.htm "Rubrik Innere Sicherheit/Polizei".
Die elektronische Abnahme von Fingerabdrücken wird zunehmend die traditionelle Methode ersetzen, diese mittels Papier und Druckerschwärze aufzunehmen und dann dem Bundeskriminalamt für das zentrale automatisierte Fingeridentifizierungssystem (AFIS) zur Verfügung zu stellen. Künftig werden zunächst bei ausgewählten Pilotdienststellen in Bayern binnen kürzester Zeit Aufnahmen von Finger- und Handflächenabdrücken durch ein direktes und digitales Scanverfahren auf einer optischen Fläche ermöglicht und dann elektronisch nach Wiesbaden übermittelt. Die je etwa 40.000 Euro kostenden Geräte haben sich bereits bei einem Feldversuch im Jahr 2000 bewährt. Beckstein: "Damit wird eine der sichersten und erfolgreichsten Methoden zur Identifizierung von Personen weiter beschleunigt und aufgrund der technischen Qualitätssicherung verbessert. Der sofortige Personenabgleich anhand von Fingerabdrücken und ein beschleunigter Spurenvergleich, der Fälle überregional zusammenführbar macht, wird so Realität.

Bei der Gesichtsfelderkennung wird geprüft, ob die beim Grenzübertritt kontrollierte Person mit dem Photo in dem von ihr übergebenen Ausweis identisch ist (sogenannte Verifikation). Bei Identitätszweifeln kann sich der Grenzbeamte durch diese Technik unterstützen lassen. Dabei wird das Photo digital eingelesen und die Person digital fotografiert. Anschließend werden beide Fotos sekundenschnell miteinander verglichen. Eine weitergehende Speicherung der Daten erfolgt nicht. Der kontrollierende Beamte erhält eine computerunterstützte Aussage zur Wahrscheinlichkeit, ob Passfoto und Person übereinstimmen und hat auf dieser Grundlage Zweifelsfälle selbst zu entscheiden. Daneben kann er die schon bisher üblichen Maßnahmen zur Erkennung von Passfälschungen durchführen. Beckstein: "Solche Versuche brauchen wir, um über die Alltagstauglichkeit dieser Verfahren für die Polizei entscheiden zu können. Erst dann werden wir sehen, ob die Verknüpfung bestehender und künftiger Bilddatenbanken mit solchen Gesichtserkennungssystemen einen kurzfristig erreichbaren Sicherheitsvorsprung bringen kann. Unabhängig davon bestätigen aber schon heute Experten die Fahndungsvorteile aufgrund der bundesweiten Speicherung biometrischer Daten im Visumsverfahren. Der Bund ist deswegen gefordert, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln."


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