Bayerische Unfallbilanz im 1. Halbjahr 2002 - weniger Unfälle und Verletzte, aber mehr Getötete
Beckstein appelliert zu mehr Gelassenheit und umsichtiger Fahrweise
Nach einer vorläufigen Bilanz registrierte die bayerische Polizei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 153.372 Verkehrsunfälle und damit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (mit 166.102 Unfällen) einen Rückgang um 7,7 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 6,1 Prozent von 29.995 auf 28.164 zurück, während die Zahl der dabei getöteten Menschen um 5,4 Prozent von 578 auf 609 anstieg. Allein bei Verkehrsunfällen auf den bayerischen Autobahnen wurden bis Ende Juni 2002 89 Menschen getötet und damit 28 mehr als im 1. Halbjahr 2001. Hauptursachen dabei waren überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit und Unterschreitung des notwendigen Sicherheitsabstandes. Vor diesem Hintergrund appelliert Innenminister Dr. Günther Beckstein an alle Kraftfahrer zu einer umsichtigen, vorausschauenden und gelassenen Fahrweise: "Damit reduzieren Sie Ihr persönliches Unfallrisiko und kommen außerdem sicherer und erholter an Ihr Ziel." Zugleich bekräftigte Beckstein, dass auch weiterhin alle Anstrengungen unternommen werden, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und konsequente Verkehrsüberwachung die Sicherheit auf bayerischen Straßen zu verbessern.
Den größten Anteil der im ersten Halbjahr 2002 registrierten Verkehrsunfällen haben Kleinunfälle mit 83.026 (8,3 % weniger als im 1. Halbjahr 2001 mit 90.498). Bei den schwerwiegenden Unfällen mit Sachschaden ist ebenfalls eine Abnahme von 45.609 auf 42.182 (= 7,5 %) zu verzeichnen. Bei den Unfällen mit Personenschaden wurden 39.353 Menschen verletzt oder getötet (6,1 % weniger als im 1. Halbjahr 2001 mit 41.901). Dabei wurden 31.495 Menschen leicht verletzt (6,1 % weniger als im 1. Halbjahr 2001 mit 33.548), 7.249 Menschen schwer verletzt (6,8 % weniger als im 1. Halbjahr 2001 mit 7.775) und 609 Menschen getötet (5,4 % mehr als im 1. Halbjahr 2001 mit 578).
Allein im Juni 2002 ereigneten sich 26.309 Unfälle (3,2 % weniger als im Juni 2001 mit 27.169), davon 5.968 mit Personenschaden (3,2 % mehr als im Juni 2001 mit 5.590). Sie forderten 123 Tote (im Juni 2001 waren es 108) und 7.935 Verletzte (Juni 2001: 7.596).
Auf den bayerischen Autobahnen registrierte die bayerische Polizei bis Ende Juni 2002 insgesamt 13.768 Unfälle (6,9 % weniger als im 1. Halbjahr mit 14.787). Dabei nahm die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 2.566 auf 2.413 (= 6 %) ab, die Zahl der dabei Getöteten stieg jedoch von 61 auf 89 (= 46 %) an. Bei der Zahl der reinen Sachschadensunfälle war ein Rückgang von 12.221 auf 11.355 (= 7,1 %) zu verzeichnen.
Die Unfälle unter Alkoholeinfluss haben von 3.957 auf 3.658 (= 7,6 %) abgenommen. Dabei sank die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 1.791 auf 1.704 (= 4,9 %) und die Zahl der reinen Sachschadensunfälle von 2.166 auf 1.954 (= 9,8 %). Bei den Unfällen mit Personenschaden stieg jedoch die Zahl der dabei Getöteten von 74 auf 89 (= 20,3 %) an, während die Zahl der Verletzten von 2.427 auf 2.334 (= 3,8 %) sank. Die Zahl der Unfälle unter dem Einfluss illegaler Drogen oder von Medikamenten nahm von 237 auf 217 (= 8,4 %) ab. Dabei nahm die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 97 auf 89 (= 8,2 %), die Zahl der hierbei Verletzten von 159 auf 122 (= 23,3 %) und die Zahl der Getöteten von 9 auf 7 (= 22,2 %) ab.
Auf dem Schulweg ereigneten sich im 1. Halbjahr 2002 322 Unfälle, bei denen 1 Kind getötet und 359 Kinder (bis 15 Jahre) verletzt wurden. Im Vergleich dazu hat es bis Ende Juni 2001 349 Schulwegunfälle gegeben; dabei wurden 378 Kinder verletzt und kein Kind getötet.
Im Juni 2002 ereigneten sich an 23 Schultagen 87 Unfälle, bei denen 102 Kinder verletzt wurden.