Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Alfred Fischbacher, Dr. Werner Keitz, Walter Renn

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Alfred Fischbacher, Dr. Werner Keitz, Walter Renner und Gertraud Schmid
Einladung an die Presse
Auf Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber hat Bundespräsident Johannes Rau das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Alfred Fischbacher, Dr. Werner Keitz, Walter Renner und Gertraud Schmid verliehen. Innenstaatssekretär Hermann Regensburger wird die hohe Auszeichnung den Geehrten am
Montag, dem 05.08.2002 um 11.00 Uhr
im Bayerischen Staatsministerium des Innern (Staatssekretärbüro)
Odeonsplatz 3 in München

aushändigen.

Berichterstatter und Bildberichterstatter sind dazu herzlich eingeladen.

Fotos von der Ehrung können am 05.08.2002 im Internet unter http://www.stmi.bayern.de/bilder/orden/ord_index.htm ab 15.00 Uhr kostenfrei abgerufen werden.

Alfred Fischbacher (72) aus Rohrdorf, Landkreis Rosenheim, hat den kleinen metallverarbeitenden Betrieb "Anton Fischbacher" nach den Jahren der Mitarbeit als Assistent der Betriebsleitung (1948 bis 1954) und Betriebsleiter (1955 bis 1963) und nach der Übernahme als Alleininhaber (1964) vom kleinen Betrieb mit 30 Mitarbeitern zu einem blühenden mittelständischen Unternehmen mit heute 345 Mitarbeitern geführt. Seinem betrieblichen Engagement in Thüringen mit dem Erwerb des "Mefro" Räderwerkes in Ronneburg ist es zu verdanken, dass dieser Betrieb erhalten und aufgebaut werden konnte. Er leistete hierdurch nicht nur einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Deutschen Einheit, sondern zeichnete sich auch als glänzender Unternehmer aus, der die Arbeitsplätze in der übernommenen Firma sicherte und zusätzliche Arbeitsplätze schuf. Während seiner Amtszeit als Vorstandsmitglied und als Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Rohrdorf eG wurde eine Zweigstelle der Bank in Thansau errichtet, in Rohrdorf ein Grundstück erworben und ein neues Lagerhaus gebaut. In den 16 Jahren seines ehrenamtlichen Wirkens als Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender hat er maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung der Raiffeisenbank Rohrdorf eG beigetragen und das Ansehen der Genossenschaft in hohem Maße gefördert. Er hat auch seine Schaffenskraft dem Gemeinwohl zur Verfügung gestellt. So gehörte er 18 Jahre dem Gemeinderat der Gemeinde Rohrdorf an und war Mitglied im Bau- und Planungsausschuss. Von 1984 bis 1990 war er auch Verbandsrat des Abwasserzweckverbandes Prien- und Achental. Er hat sich insbesondere für die Schaffung und den Ausbau der Infrastruktur (Straßenbau, Wasserversorgung und Kanalisation) sowie die Förderung bestehender und die Ansiedlung neuer Betriebe in der Gemeinde eingesetzt. Der Bau des Schul- und Freizeitzentrums "Turner Hölzl" in Rohrdorf war sein besonderes Anliegen. Er gehörte auch dem Sonderbauausschuss "Turner Hölzl" an, begleitete die Baumaßnahmen mit seinen Entscheidungen und förderte auch durch persönliche Spenden dieses große gemeindliche Vorhaben. Nicht zuletzt war er engagierter Referent des Gemeinderates für die vier gemeindlichen Feuerwehren. Seine großen Erfahrungen hat er ferner auch als Handelsrichter beim Landgericht Traunstein eingebracht.

Dr. Werner Keitz (59) aus Bad Aibling gehörte von 1972 bis 2002 dem Stadtrat der Stadt Bad Aibling und dem Kreistag des Landkreises Rosenheim an. Von 1986 bis zum Frühjahr dieses Jahres war er 1. Bürgermeister der Stadt Bad Aibling. Durch seinen 3-jahrzehntelangen engagierten kommunalpolitischen Einsatz hat er maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung von Bad Aibling, die als Schulstadt überregionale Bedeutung hat, deren wirtschaftliches Leben durch Kur- und Fremdenverkehr geprägt ist und deren kulturelles Leben in hoher Blüte steht. Die Stadt Bad Aibling hat ihm die Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister" verliehen. Sein wohl größter Erfolg war die Fertigstellung der Umgehungsstraße Bad Aibling. Seinem maßgeblichen Einsatz war es mit zu verdanken, dass das Baurecht für die für die Kurstadt Bad Aibling so wichtige Umgehungsstraße nach jahrzehntelangen Planungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen letztendlich 1996 geschaffen werden konnte. Die von ihm initiierte freiwillige finanzielle Beteiligung der Stadt an den Kosten für einen verbesserten Lärmschutz hat die die Straße ablehnende Bürgerinitiative zum Einlenken bewegt und dem Projekt zum Durchbruch verholfen. Die Umgehungsstraße konnte dann innerhalb von drei Jahren gebaut und im Dezember 2000 für den Verkehr freigegeben werden. Große Bedeutung hatten in seiner Amtszeit auch die Generalinstandsetzung des Kurhauses Bad Aibling, die Umwandlung der Kurverwaltung in ein Unternehmen und die Gründung der Gas und Wärme GmbH Bad Aibling. Ein weiteres wichtiges Vorhaben war die Kanalisation des Ortsteils Berbling. Diese Maßnahme führte zur Absicherung der Wasservorkommen für die Städte Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim. Engagiert begleitete er auch die Sanierung und den Ausbau des Kreiskrankenhauses Bad Aibling. Mit sehr viel persönlicher Initiative hat Dr. Keitz Maßnahmen wie den Stadtentwicklungsplan, das Ferien- und Jugendkulturprogramm, den Jugendtreff "Stellwerk", den Kindergarten und Kinderhort an der Westendstraße sowie den Kindergarten Willing und den Erhalt der Brechstube Willing als dörfliches Museum begleitet. Aber auch auf dem Sektor des Feuerwehrwesens hat er sich Verdienste erworben. In seiner Amtszeit als Bürgermeister wurden weitreichende Beschaffungsmaßnahmen durchgeführt, die die Feuerwehr zu einer der schlagkräftigsten im Landkreis werden ließ. Neben seinem kommunalpolitischen Wirken engagiert er sich auch seit über 30 Jahren bei der Arbeiterwohlfahrt. Sein großes fachliches Wissen und sein ausgeprägtes soziales Empfinden führte auch zu der im wesentlichen von ihm initiierten Schaffung einer Begegnungsstätte für ältere alleinstehende und bedürftige Menschen und für Hilfesuchende in Bad Aibling. Daneben war er von 1977 bis 2002 Verbandsrat im Rettungszweckverband Rosenheim und gehört seit April 1992 zunächst als ordentliches, seit April 1998 als stellvertretendes Mitglied dem Verwaltungsausschuss des Arbeitsamtes Rosenheim an.

Walter Renner (65) aus München engagierte sich neben seinen dienstlichen Aufgaben als Polizeibeamter für die Erhaltung des deutschen Liedgutes und hat sich hierbei große Verdienste erworben. Seit Jahrzehnten setzt er sich in der Polizei für diesen Bereich und somit für eine positive Öffentlichkeitsarbeit ein. Seit 1968 ist er Mitglied im Polizeichor München und mit Leib und Seele selbst aktiver Sänger. Von 1967 bis 1990 hat er als erfolgreicher 1. Vorsitzender den Bekanntheitsgrad des Polizeichors maßgeblich geprägt, der sich unter seiner Leitung zu einem kulturellen Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung im nationalen und internationalen Rahmen entwickelte. Herr Renner hat viel Freizeit investiert, was durch die jährlich rund 70 stattfindenden Auftritte des Chors, rund 50 Chorproben sowie umfangreiche Organisations- und Verwaltungsarbeiten, belegt wird. Die Auftritte und die damit verbundenen Reisen im In- und Ausland, z.B. nach Saudi-Arabien, China, die USA, Schweden, Finnland und in die damalige UdSSR hat er meist alleinverantwortlich koordiniert und vorbereitet. Damit hat der Polizeichor unter seiner kompetenten Leitung auch einen wertvollen Beitrag zur kulturellen und ideellen Völkerverständigung geleistet. Darüber hinaus wirkt er auch im Sängerbund der Deutschen Polizei in verschiedenen Funktionen. Ein besonderes Anliegen war ihm stets auch die Steigerung der Mitgliederzahlen durch zeitaufwändige Werbung. Durch seine Initiativen ist es gelungen, die Anzahl der Polizeichöre von 32 im Jahre 1968 auf heute 80 deutschlandweit zu erhöhen.

Gertraud Schmid (76) aus Garmisch-Partenkirchen hat schon 1950 - noch vor ihrem Eintritt 1957 in das Bayerische Rote Kreuz - bei der Verteilung von Lebensmitteln aus den USA und der Schweiz geholfen. Nach ihrer Schwesternausbildung im alten Partenkirchener Krankenhaus fuhr sie - wenn Personal knapp war - mit ihrem Ehemann Einsätze im Rettungsdienst. 1961 wurde sie Leiterin der weiblichen Bereitschaft. Ab 1976 war sie 13 Jahre stellvertretende Bereitschaftsleiterin der Sanitätskolonne Garmisch, der größten Kolonne des Landkreises. 1972 hat sie den Altenclub gegründet, den sie bis heute leitet. Neben der Seniorenbetreuung in all ihrer Vielfalt übernahm sie mit vier Helferinnen auch die Kleiderkammer des Landkreises . Sie und ihre Helferinnen waren Anlaufstelle für Sozialhilfeempfänger und andere Berechtigte des Landkreises. Mit ihrer Institution wurden bis zu 35.000 Teile gesammelt, sortiert, gereinigt und weitergegeben. Hinzu kamen Sammlungen für Hilfskonvois nach Russland, Polen, Rumänien und in den Kosovo. Die körperlichen Anstrengungen gingen oft über das Zumutbare hinaus. Auch organisierte sie in der Weihnachtszeit die Verteilung von "Weihnachtstüten" an Bedürftige. Sie unterstützte ferner einen ehrenamtlich tätigen Helferkreis, der sich um illegal eingereiste und von der Polizei aufgegriffene Personen kümmert.


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