Verdienstkreuz am Bande für Karl Eber, Veit Höfner, Karl Müller, Lutz Edler von der Planitz und Renate Seitz - Ehrenzeichen für Angelika Herzner und Werner Hölzlein
Einladung an die Presse
Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Edmund Stoiber hat Bundespräsident Johannes Rau Herrn Karl Heinz Martin Eber, Herrn Geistlichen Rat Veit Höfner, Herrn Karl Müller, Herrn Lutz Edler von der Planitz und Frau Renate Seitz mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Auf Vorschlag von Innenminister Dr. Günther Beckstein hat der Bayerische Ministerpräsident Frau Angelika Herzner und Herrn Werner Hölzlein das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt verliehen.
Beckstein wird die Auszeichnungen den Geehrten am
Donnerstag, dem 8. August 2002 um 10.00 Uhr
im Justizgebäude Nürnberg (Königssaal),
Fürther Straße 110 in Nürnberg
aushändigen.
Karl Heinz Martin Eber (75) aus Neuendettelsau im Landkreis Ansbach hat weit über seine beruflichen Pflichten hinaus als Pionier die christliche Jugendarbeit in Bayern und darüber hinaus gefördert und geprägt. In über jahrezehnte währender engagierter Tätigkeit beim Christlichen Verein junger Männer (CVJM) Landesverband Bayern, zuletzt von 1960 bis zu seiner Ruhestandsversetzung im Jahre 1991 als Generalsekretär, hat er dessen Arbeit maßgeblich geprägt. Er hatte auch die Verantwortung für alle Baubelange und die Weiterentwicklung der CVJM-eigenen Burg Wernfels. Dort hat er mehrfach historische Baumaßnahmen geleitet und dazu beigetragen, dass viele Jugendliche ihre geistige Heimat an diesem Ort gefunden haben. Daneben hat er über drei Jahrezehnte lang jährlich große Jungenzeltlager am Waginger See und die Konfirmandenfreizeiten auf der Burg Wernfels durchgeführt. Insbesondere in den Jungenzeltlagern konnte er mit seinem ehrenamtlichen Team die Jugendlichen gerade in den schwierigen Entwicklungsphasen begleiten und durch Gespräche dem christlichen Glauben näher bringen. Durch seine Vorbildfunktion und Überzeugung, dass Glaube und Leben eine Einheit bilden, hat er bei Jugendevangelisationen und Jugendbibelwochen junge Leute mit der christlichen Botschaft erreicht und vielen den Anstoß zum Theologiestudium bzw. zur Ausbildung in der christlichen Jugendarbeit gegeben. Besondere Verdienste hat er sich auch um die Zusammenführung junger Menschen aus Ost und West erworben. Bereits vor der deutschen Einheit hat er unter schwierigsten Bedingungen die jährlichen Begegnungen zwischen Jugendlichen beider deutscher Staaten mit attraktiven Programmen organisiert und auf der östlichen Seite Berlins durchgeführt. So wurden langjährige Kontakte unter Jugendlichen und vor allem auch ehrenamtlichen Mitarbeitern geschaffen, die bis heute andauern. Als Geschäftsführer der CVJM hat er jahrelang Jugendorganisationen im Gebiet der ostdeutschen Länder unterstützt. Nicht zuletzt hat er sich durch die Schulung und Begleitung der überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von insgesamt etwa 120 CVJM-Vereinen und Gruppen in Bayern verdient gemacht. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben hat er als ehrenamtlicher Mitarbeiter unzählige Dienste in CVJM-Vereinen und Kirchengemeinden übernommen und führt diese nach wie vor erfolgreich aus.
Der Geistliche Rat Veit Höfner (70) aus Nürnberg übte von 1979 bis 2000 das Amt des Pfarrers an der katholischen Kirche zu Unserer Lieben Frau, genannt Frauenkirche, in Nürnberg aus. Mit seinen Predigten, in denen er aktuelle Themen in prägnanter Weise aufgriff, hat er in den Jahren seines Dienstes diese Kirche zu einer Mitte kirchlichen und katholischen Geschehens in Nürnberg werden lassen. Seinem Organisationstalent, seinem Sachverstand in Bezug auf bauliche und kunsthistorische Sujets und seinem Geschick, notwendige Finanzmittel größtenteils durch Spenden bereitzustellen, ist es zu verdanken, dass bedeutende Projekte, wie die Renovierung des Pfarrhauses sowie die Außen- und Innenrenovierung der Frauenkirche, in zweistelliger Millionenhöhe verwirklicht werden konnten. Ein herausragendes Beispiel seines eindrucksvollen Wirkens ist der Gottesdienst in der Frauenkirche zum 650. Gedächtnis an den Beginn des großen Pogroms vom 05. - 07.12.1349, der zum Mord an 562 Juden und zur Zerstörung der Synagoge und Ghetto als Platzbeschaffung für Frauenkirche und Hauptmarkt führte. Er hat im Rahmen dieses Gedenkgottesdienstes öffentlich vor Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde bekannt, dass die in den Jahren von 1352 bis 1361 auf dem Platz der zerstörten Synagoge erbaute Frauenkirche auf jüdischem Boden steht, der durch Rechtsbruch erworben wurde. Dank dieses Bekenntnisses hat er einen wertvollen Beitrag zur Versöhnung von Christen und Juden geleistet. Persönlich sorgte er dafür, dass die Reste der Fundamente der Synagoge freigelegt wurden und 1993 an der Nordseite der Kirche eine Gedenktafel angebracht wurde, die an das Judenpogrom von 1349 erinnert. Darüber hinaus konnte dank seines unermüdlichen Einsatzes eine Klais-Orgel für 450.000 Euro angeschafft werden. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass die viel beachteten Mittagskonzerte im Rahmen der internationalen Orgelwoche - ION - in der Frauenkirche stattfinden können. Als Schuldekan von 1980 bis 1998 gab er auch dem katholischen Religionsunterricht, den er an der Grundschule Insel Schütt erteilte, richtungsweisende Impulse.
Karl Müller (76) aus Hersbruck, Landkreis Nürnberger Land, engagiert sich seit Jahrzehnten mit unermüdlicher Tatkraft in unterschiedlichen Bereichen wie Natur- und Umweltschutz, Kommunalpolitik, Gewerkschaftswesen und auf sozialem Gebiet. Im kommunalpolitischen Bereich setzt er sich seit 1972 als Mitglied des Hersbrucker Stadtrates sowie verschiedener Ausschüsse kompetent und engagiert für die Belange seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger ein. Auch seine Ehrenämter im Deutschen Gewerkschaftsbund hat er jahrzehntelang stets mit großem persönlichen Engagement und Verantwortungsbewusstsein ausgeübt. Sowohl als langjähriger Vorsitzender des DGB-Ortskartells Hersbruck als auch als ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisausschusses Nürnberger Land - dieses Amt übt er seit 1995 aus - setzte und setzt er sich mit Nachdruck für die Belange der abhängig Beschäftigten ein. Eine aktiv gestaltende Rolle hat er seit langem auch im Fremdenverkehrsverein Hersbrucker Land e. V. sowie im Deutschen Hirtenmuseum Hersbruck inne, das der Dokumentation des Hirtenwesens allgemein, besonders aber der Region gewidmet ist. Bei den Naturfreunden Hersbruck ist er nicht nur seit den 50er Jahren aktives Mitglied, sondern übernahm auch für einige Jahre die Verantwortung als 1. Vorsitzender. Darüber hinaus stellte er sein soziales Engagement insbesondere beim Aufbau des Altenclubs der Arbeiterwohlfahrt Hersbruck unter Beweis. Er war auch von 1966 bis 1993 als ehrenamtlicher Richter beim Finanzgericht Nürnberg tätig.
Lutz Edler von der Planitz (63) aus Bayreuth hat sich außergewöhnliche Verdienste um das Gemeinwohl erworben. Besonders hervorzuheben ist dabei sein unermüdlicher Einsatz und seine praktische Hilfe in der Zeit nach der Wende für die neuen Bundesländer. Vorwiegend an Wochenenden erarbeitete er vor Ort die notwendigen organisatorischen und praktischen Voraussetzungen für einen unkonventionellen, aber effizienten Einsatz von geprüften Juristen bei mehreren Gemeinde- und Kreisverwaltungen sowie den Länderregierungen in Sachsen und Thüringen. Für die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dieser beiden Bundesländer rief er eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben, die vor allem deren Schulung im Beamtenrecht sowie im Tarifrecht der Angestellten zum Ziele hatte. Als Leiter der Abteilung "Landesentwicklung und Umweltfragen" bei der Regierung von Oberfranken (1991 - Juni 2002) hat er unter anderem auch die Weichen für die Gründung von "Oberfranken Offensive e. V.", "Förderverein für Oberfranken Offensive e. V." und "Forum der Zukunft Oberfranken" gestellt. In geschäftsführender Funktion hat er in seiner Freizeit die Entwicklung von "Oberfranken Offensiv", der ersten Regionalmarketing-Initiative in Bayern, in die richtigen Bahnen gelenkt und maßgeblich zu deren Institutionalisierung und Professionalisierung beigetragen. Seinem tatkräftigen Engagement ist es zu verdanken, dass dieses umfassende Netzwerk mit über 300 Mitgliedern entstanden ist.
Renate Seitz (62) aus Bubenreuth, Landkreis Erlangen-Höchstadt, ist eine engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Sie setzt sich seit mehr als 25 Jahren mit besonderem Einsatz für die Belange der Gläubigen ein. So gehört sie seit 1978 der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern an und arbeitet darüber hinaus verdienstvoll im Landessynodalausschuss mit, der als weiteres kirchenleitendes Organ die ständige Vertretung der Landessynode darstellt. Auch als Mitvorsitzende des Arbeitskreises "Gemeinde Unterwegs" der Landessynode leistet sie hervorragende Arbeit. Da sie keine Zeit und Mühe scheut, sich für andere Menschen einzusetzen, engagiert sie sich gleichfalls mit großem Idealismus in ihrer heimatlichen Kirchengemeinde Bubenreuth. Neben ihrem langjährigen Engagement im dortigen Kirchenvorstand gehört sie seit 18 Jahren dem Dekanatsausschuss des Dekanats Erlangen an. Zudem wirkt sie seit 1993 im Vorstand des Vereins für Gemeindediakonie Erlangen e. V. beispielhaft mit.
Angelika Herzner (55) aus Nürnberg setzt sich schon seit Jahrzehnten für ihre Mitmenschen in der Stadt Nürnberg ein. Seit vielen Jahren ist sie in der Kirchengemeinde St. Rupert in den unterschiedlichsten Funktionen ehrenamtlich tätig. Schwerpunkt ihrer Aktivitäten ist die Altenarbeit. Auf Initiative von Frau Herzner wurde in der Kirchengemeinde das besondere Programm SIMA der Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Gerontologie, angeboten. Es soll ältere Menschen in die Lage versetzen, möglichst lange ihr Leben selbständig zu gestalten. Frau Herzner ließ sich dafür auch intensiv schulen und hat damit die aktive Altenarbeit ihrer Kirchengemeinde maßgeblich unterstützt. Noch heute führt sie in regelmäßigen Abständen mit den Seniorenkreisen Unternehmungen durch. Inzwischen hilft sie noch zweimal in der Woche im Haus der Barmherzigkeit der Caritas in Nürnberg ehrenamtlich mit , Essen und Kleider für Obdachlose zu verteilen. Außerdem ist sie bei der sozialen Einrichtung "Fenster zur Stadt" wöchentlich ehrenamtlich engagiert.
Werner Hölzlein (59) aus Bamberg war etwa 30 Jahre lang Leiter der Verbindungsstelle Bamberg der International Police Association (IPA) und hat hierbei die Zielsetzungen der IPA durch vorbildliches Engagement und besonderen Einsatz unterstützt. Seine Leistungen machten nicht nur die Verbindungsstelle Bamberg weit über die Grenzen Bambergs hinaus bekannt, sondern auch die Stadt Bamberg selbst. In seiner Funktion als Verbindungsstellenleiter rief er ein jährlich stattfindendes Seminar zur internationalen Verständigung zwischen Polizeibeamten ins Leben, an dem Beamte aus Bayern, Thüringen, Sachsen, Tschechien und Polen teilnehmen. Ein besonderes Anliegen von ihm war es, internationale Kontakte aufzubauen, zu pflegen und auch auszuweiten. Außerdem erwarb er sich als Mitglied des "Deutsch-Amerikanischen Herrenclubs" noch weitere Verdienste um die Verständigung und Freundschaft zwischen amerikanischen und deutschen Mitbürgern und kümmerte sich viele Jahre um die Einführung und Betreuung neu in Bamberg stationierter US-Soldaten. Die IPA ist eine politisch und gewerkschaftlich unabhängige internationale Organisation von Polizeibediensteten. Ihre vorrangigen Ziele sind, freundschaftliche Beziehungen und gegenseitige Hilfe zwischen Polizeibediensteten des In- und Auslandes zu fördern, das Wissen der Mitglieder durch Studienfahrten zu erweitern, Begegnungsveranstaltungen und soweit möglich Hilfestellungen im sozialen Bereich.