A 3, Aschaffenburg - Würzburg - Nürnberg
Beckstein fordert vom Bund Taten statt schöner Worte
"Mit schönen Worten allein lässt sich der sechsstreifige Ausbau der A 3 zwischen Aschaffenburg und dem Autobahnkreuz (AK) Fürth/Erlangen nicht finanzieren. Für diesen Ausbau zeichnen sich aber längerfristig keine Perspektiven im Fernstraßenhaushalt ab. Die einzige Möglichkeit, die A 3 in absehbarer Zeit auszubauen, wäre die Aufnahme dieses Projektes in die Liste der geplanten Betreibermodelle für den Ausbau hochbelasteter Autobahnen. Es ist erfreulich, wenn die Bundesregierung nun endlich die Notwendigkeit dieses Projektes erkennt. Sie sollte sich aber endlich einmal selbst beim Wort nehmen und schönen Worten auch Taten folgen lassen", reagierte Innenminister Dr. Günther Beckstein auf jüngste Äußerungen von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig. Dieser hatte im Rahmen eines Informationsbesuches in Waldaschaff angekündigt, dass die Bundesregierung den sechsstreifigen Ausbau der A 3 Aschaffenburg - Würzburg forcieren wolle. Beckstein forderte Bodewig auf, den Ausbau der A 3 auf gesamter Länge von Aschaffenburg bis Nürnberg bei der Fortschreibung des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen in den Vordringlichen Bedarf einzustufen und vorrangig den Abschnitt "Aschaffenburg - AK Biebelried" in das Programm der Betreibermodelle aufzunehmen. Mittelfristig soll der Bund dann auch eine Erweiterung des Betreibermodells bis zum Autobahnkreuz Fürth/Erlangen vorsehen.
Die A 3 gehört zu den bedeutendsten Verkehrsachsen Deutschlands. Durch die in Deutschland auch künftig erwarteten hohen Verkehrszuwächse besonders auch durch die bevorstehende Osterweiterung der europäischen Union wird das Verkehrsaufkommen auf der A 3 weiterhin überproportional steigen. Schon heute verursacht die hohe Verkehrsbelastung in Verbindung mit den vorhandenen langen und zum Teil sehr kurvigen Steigungsstrecken in den Mittelgebirgen zahlreiche Unfälle und Stauungen. "Die Situation ist weder für die Anliegergemeinden noch für die Verkehrsteilnehmer längerfristig ertragbar. Die breite Unterstützung, die die vor kurzem verabschiedete Resolution zum Ausbau der A 3 in der betroffenen Region über alle Parteigrenzen hinweg gefunden hat, zeigt dies deutlich", betonte Beckstein. Er hatte am 5. Juli 2002 in Rottendorf eine Anti-Stau-Konferenz zur A 3 "Aschaffenburg-Nürnberg" einberufen. Dabei haben zahlreiche Vertreter von Landkreisen und Kommunen, Handel, Wirtschaft und Industrie sowie politische Mandatsträger den schnellstmöglichen sechsstreifigen Ausbau der A 3 auf gesamter Länge gefordert und eine entsprechende Resolution unterzeichnet. "Ich sehe in dieser parteiübergreifenden Unterstützermehrheit der ganzen Region den klaren Auftrag, sowohl an den Bund als auch an den Freistaat alles daran zu setzen, die Situation auf der A 3 sobald wie möglich verkehrlich zu verbessern. Der Freistaat wird die Planung forcieren, um vorrangig in einem ersten Abschnitt zwischen Marktheidenfeld und dem AK Biebelried bis 2005 Baurecht zu schaffen. Die Planungen laufen hier bereits mit Hochdruck. Die Planung und das Baurecht für die Spessart-Strecke zwischen Waldaschaff und Marktheidenfeld soll mit einer zeitlichen Staffelung von ein bis zwei Jahren folgen. Im Abschnitt zwischen Aschaffenburg und Waldaschaff sind Planung und Bau bereits am weitesten fortgeschritten. Nördlich Aschaffenburg liegt Baurecht bereits vor, mangels Geld kann aber nicht gebaut werden. Bei Goldbach/Hösbach ist die A 3 voll in Bau und bei Bessenbach/Waldaschaff laufen ergänzend zur bereits fertigen Planung Untersuchungen zu einer örtlichen Verlegung der A 3, die die Gemeinde und Bürger vor Ort fordern. Auf der gesamten Strecke der A 3 kommt dem Lärmschutz eine besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Anliegergemeinden befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Autobahn und werden durch den von Jahr zu Jahr zunehmenden Autobahnlärm schon heute stark belastet. Bei gesicherter Finanzierung durch den Bund könnte der sechsstreifige Ausbau der A 3 zwischen Aschaffenburg und Biebelried durchgehend innerhalb der nächsten zehn Jahre erfolgen", so Beckstein.