Beckstein stellt Polizeiliche Kriminalstatistik 1. Halbjahr 2002 vor:

Beckstein stellt Polizeiliche Kriminalstatistik 1. Halbjahr 2002 vor:
"Kriminalität in Bayern erheblich gesunken"
Im 1. Halbjahr 2002 gab es in Bayern 325.398 registrierte Straftaten, also 4,2 % (14.114 Fälle) weniger als im 1. Halbjahr 2001. Davon konnten 64,6 % (210.141 Fälle) aufgeklärt werden (- 1,6 %). Bayern hat damit nach wie vor die höchste Aufklärungs-quote aller Länder. Die statistische Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner (Häufigkeitszahl) hat um 4,7 % auf 5.321 abgenommen. Die Zahl der Tatverdächtigen ging von insgesamt 165.864 auf 161.083 zurück. Dies wertet Innenminister Dr. Günther Beckstein als klare Bestätigung der konsequenten bayerischen Sicherheitspolitik.
Der größte Rückgang ist bei Vermögens- und Fälschungsdelikten mit – 6.311 Fällen (-11 %) zu verzeichnen. Gerade im Bereich der Betrugsdelikte registrierte die Bayerische Polizei 4.726 Delikte weniger als im 1. Halbjahr 2001. Beckstein: "Besonders hervorheben möchte ich den Rückgang beim Betrug durch rechtswidrig erlangte Zahlungsmittel und Kreditkarten. Nachdem sich die Fälle von Kreditkartenbetrug in den letzten 10 Jahren fast verzehnfachten, habe ich die Kreditkartenfirmen im Jahr 2001 aufgefordert, die Sicherheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr zu erhöhen. Darüber hinaus hat sich die Bayerische Polizei dieses Deliktsphänomen besonders angenommen. Die Delikte sind erfreulicherweise um 1.740 Fälle oder nahezu 50 % zurückgegangen. Dennoch halte ich es für unerlässlich, die präventiven Maßnahmen weiter auszubauen. Insbesondere kommt es mir darauf an, den Magnetstreifen durch einen Chip zu ersetzen."

Im Bereich der Sachbeschädigung stellte die Bayerische Polizei einen erheblichen Rückgang um 3.051 Fälle (- 7,1 %) fest. Beim Vandalismus auf Straßen und Plätzen unter anderem durch Graffitischmierereien gab es nahezu 1.000 Fälle weniger. Beckstein: "Es freut mich, dass hier die Polizei durch repressive und präventive Maßnahmen erste Erfolge verzeichnen kann. Gleichwohl dürfen Vandalismus und vergleichbare Ordnungsstörungen nicht unterschätzt werden. Sie sind Einfallstore für Kriminalität. Graffiti-Schmierer, Sprayer und Kratzer verursachen jährlich 200 Millionen Euro Schäden an öffentlichen Verkehrsmitteln und an Gebäuden. Dafür zahlen wir alle die Zeche. Wir werden deshalb den Gedanken einer sinnvollen Schadenswiedergutmachung aufgreifen. Im Klartext: Wer sprayt, der putzt und zahlt!"

Die Ausländerkriminalität ist erneut leicht gesunken. Von 161.083 Tatverdächtigen waren 47.487 Nichtdeutsche (29,5 %). Dies entspricht einem Rückgang um 3,6 % gegenüber 2001. Zieht man die ausländerspezifischen Straftaten ab, so hat sich der Anteil ausländischer Tatverdächtiger um 2,1 % auf 22,9 % reduziert. Die Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz gingen um 2.095 Fälle (-11 %) zurück.

Bedeutend ist auch die seit längerem erstmalig rückläufige Entwicklung der Rauschgiftdelikte mit – 850 Fällen (- 4,6 %). Nach den vorläufigen Zahlen sind im 1. Halbjahr 2002 die Rauschgifttodesfälle im Freistaat Bayern im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2001 deutlich zurückgegangen. Mit 104 Drogentoten gab es 46 Fälle weniger als im ersten Halbjahr 2001 mit 150 Drogentoten (- 30,7 %). Beckstein: "Wir bleiben bei unserer 3 Säulen-Drogenpolitik: Prävention, Repression und Therapie. Irrwege, wie Drogenkonsumräume, offene Drogenszenen und Bagatellisierung von Cannabisprodukten lehnen wir entschieden ab."

Auch im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität sind die registrierten Straftaten zurückgegangen. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder hat sich um 970 (10,5 %) reduziert. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen sank von 5,6 auf 5,1 %. Der Schwerpunkt der bei Kindern registrierten Delikte liegt nach wie vor beim Ladendiebstahl (41,8 % aller tatverdächtigen Kinder), auch wenn sich im Laufe der letzten Jahre der Anteil deutlich verringert hat. Im Jahr 2000 waren es noch 49,3 % und im Jahr 2001 47,1 %. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für das 1. Halbjahr 2002 in Bayern 18.665 Jugendliche als Tatverdächtige aus, was im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 3,4 % (664 Tatverdächtigen) entspricht. Die Jugendlichen haben damit ihren Anteil an allen Tatverdächtigen von 11,6 % im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert (11,7 % 1. Halbjahr 2001). Delikte der Jugendkriminalität sind vor allem der einfache Diebstahl (33,2 % der tatverdächtigen Jugendlichen), die Körperverletzung (18 %), Rauschgiftdelikte (13,2 %) sowie Sachbeschädigung (11,2 %). Beckstein: "Dieser Rückgang ist zwar erfreulich, aber die Kinder-und Jugendlichen sind im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung noch immer erheblich überrepräsentiert. Es ist deshalb wichtig, jungen Menschen frühzeitig die Grenzen zwischen Recht und Unrecht aufzuzeigen und ihnen die Folgen ihres Handelns deutlich zu machen. Wir brauchen einen Warnschussarrest, also die Möglichkeit, einen kurzen Jugendarrest neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe zu verhängen. Außerdem sollten straffällig gewordene Jugendliche eher Schwitzen statt sitzen, d. h. verstärkt gemeinnützige Arbeiten leisten." Im Übrigen wird die Polizei auch weiterhin durch Schulverbindungs- und Jugendbeamte sowie vielschichtige Präventionsprogramme der Kinder- und Jugendkriminalität entgegenwirken.


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