Beckstein erinnert an 30. Jahrestag des Olympiaattentats: "Bayern tritt Extremismus und Terrorismus entschieden entgegen"

Beckstein erinnert an 30. Jahrestag des Olympiaattentats: "Bayern tritt Extremismus und Terrorismus entschieden entgegen"
"Gewalt kann und darf kein Mittel politischer Auseinandersetzung sein. Ich warne all diejenigen, die meinen, durch kaltblütige Erpressung und rücksichtslose Gefährdung von Menschenleben ihre eigenen Interessen durchsetzen zu müssen. Bayern wird Extremismus und Terrorismus mit aller Entschlossenheit und allen uns zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln entgegentreten", betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich der Gedenkfeier auf dem Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck zum 30. Jahrestag des Olympiaattentats.
Der Innenminister unterstrich, dass in Erinnerung an das Olympiaattentat und vor dem Schrecken des 11. September das Bewusstsein der restlichen Welt für die besondere Situation Israels, aber auch für die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus gewachsen sei. Beckstein: "Terrorismus und Extremismus in all ihren Schattierungen und Erscheinungsformen bleiben eine ernste Gefahr. Der terroristische Angriff am 11. September 2001 in New York und in Washington war ein Angriff auf die gesamte freie Welt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Terror und gewaltsame Auseinandersetzung ganze Regionen mit Angst und Schrecken überziehen und Not und Leid zur Folge haben". Mit Blick auf den Nahost-Konflikt äußerte Beckstein die Überzeugung, dass dieser Konflikt als Nährboden und Vorwand für weitere terroristische Gewaltakte dient. Beckstein: "Zum Frieden in Nahost gibt es keine Alternative. Ohne Frieden gibt es keine Zukunft. Der Friede für Israel und den ganzen Nahen Osten ist eine menschliche wie politische Notwendigkeit."

Am 5. September 1972 drangen Angehörige der Terrorgruppierung "Schwarzer September" in die Unterkunft der israelischen Olympiamannschaft ein und töteten dort den israelischen Ringertrainer Moshe Weinberg und den Gewichtheber Josef Romano auf der Stelle. Die Bemühungen des Bürgermeisters des Olympischen Dorfes, Walter Tröger und des Präsidenten des Organisationskomitees, Willi Daume, des Polizeipräsidenten Dr. Manfred Schreiber und des damaligen Innenminister Dr. Bruno Merk, sich als Ersatzgeiseln in die Hände der Terroristen zu begeben, blieben erfolglos. Nach langwierigen Verhandlungen wurden acht Terroristen und neun israelische Geiseln zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck geflogen. Beim polizeilichen Versuch, die Geiseln zu retten, schossen die Terroristen ohne zu zögern und lieferten sich ein heftiges Feuergefecht mit der Polizei. Alle neun israelischen Geiseln, Andre Spitzer, Josef Gutfreund, Eliezer Chalfin, Zeev Friedman, Marc Slavin, Jacob Szpringer, Kehat Schor, Amizur Shapira und David Berger sowie der Münchner Polizeibeamte Anton Fliegerbauer wurden getötet. Fünf der acht Terroristen kamen ebenfalls ums Leben.


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