Beckstein bei feierlichem Spatenstich für A7 Nesselwang-Füssen
"Ende der dort chaotischen Verkehrsverhältnisse greifbar nahe"
Anlässlich des feierlichen Spatenstichs für den Baubeginn des
A 7-Lückenschlusses Nesselwang-Füssen am 18. September 2002 betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein, dies sei angesichts des vorangegangenen fast 20 Jahre dauernden Rechtsstreits ein riesiger Schritt nach vorne. Dadurch rücke das Ende der chaotischen Verkehrsverhältnisse in den vom Ableitungsverkehr betroffenen Orten des südlichen Allgäus nun endlich in greifbare Nähe. Gerichtet an seinen Vorredner Stephan Hilsberg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, stellte Beckstein fest: "Das heutige Ereignis gibt angesichts weiterer dringender Fernstraßenprojekte in Bayern, die mangels Finanzierung nicht begonnen werden können, leider nicht Anlass zu ungetrübter Freude." Als Beispiele nannte er den Ausbau der Nordfahrbahn an der A 8 Leipheim - Günzburg und den Ausbau der
A 96 Memmingen/Ost - Erkheim. Insgesamt fehlen zurzeit rund 645 Millionen Euro für baureife Fernstraßenprojekte in Bayern.
Beckstein kritisierte zudem, dass es ab 2004 noch keine verlässliche Vorgaben für die Finanzierung von Fernstraßenprojekten aus dem regulären Fernstraßenhaushalt gäbe: "Die Bundesregierung ist von der bewährten Praxis der
5-Jahrespläne abgewichen und hat dafür öffentlichkeitswirksam mehrere kurzfristige Programme verkündet. Bis heute kann uns niemand in Berlin verbindlich sagen, wie es nach dem Jahr 2003 im Fernstraßenbau weitergeht, wenn das Zukunftsinvestitionsprogramm ausläuft. Die Auftragsverwaltungen der Länder kommen zunehmend in Schwierigkeiten, da sie mit Millionenaufwand aus Landesmitteln Planungen vorantreiben, ohne zu wissen, ob diese auf absehbare Zeit zum Tragen kommen."
Die Bundesautobahn A7 ist seit 1992 von der dänischen Grenze bei Flensburg bis Nesselwang, sowie seit Juli 1999 zwischen der Bundesstraße 310 westlich Füssen und dem Grenztunnel nach Österreich auf einer Gesamtlänge von etwa 950 Kilometern fertiggestellt. Durch die bislang bestehende 13,5 Kilometer lange Lücke zwischen dem derzeitigen Autobahnende bei Nesselwang und dem Grenztunnel bei Füssen werden vor allem die Ortsdurchfahrten Nesselwang, Seeg, Hopferau, Weißensee und Roßhaupten erheblich belastet. "Eine nachhaltige Verkehrsentlastung dieser Orte ist nur mit der durchgehenden Fertigstellung der A7 möglich. Derzeit laufen die Bauarbeiten für eine Behelfsumfahrung, über die dann der Verkehr während der Bauarbeiten für das Unterführungsbauwerk der Kreisstraße OAL 2 geführt wird. Außerdem werden die Straßenbauarbeiten für den etwa zwei Kilometer langen Teilabschnitt zwischen der Kreisstraße OAL 2 und der Anschlussstelle B 310 westlich von Füssen vorbereitet. Dieser erste Teilabschnitt soll vorrangig - voraussichtlich bis 2004/2005 - fertig gestellt werden, um vor allem für Pfronten, Nesselwang und Weißensee so früh wie möglich eine weitere Verkehrsentlastung vom Süd-Nord-Verkehr zu erreichen. Der Weiterbau im übrigen Streckenabschnitt soll so rasch erfolgen, wie es die Haushaltsmittel aus dem Anti-Stau-Programm, das aus der LKW-Maut finanziert wird, ermöglichen. Dies hängt aber ganz entscheidend davon ab, ab wann die Mauteinnahmen tatsächlich fließen werden. Ziel ist es, den gesamten Lückenschluss der A 7 bis spätestens 2007 fertig zu stellen", erläuterte Beckstein. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 120 Millionen Euro.