Regensburger: "Bei Hochwassereinsätzen dieses Jahres hat sich erneut dezentrale Führungsstruktur des Katastrophenschutzes

Regensburger: "Bei Hochwassereinsätzen dieses Jahres hat sich erneut dezentrale Führungsstruktur des Katastrophenschutzes
in Bayern bewährt"
"Bei den Katastrophenschutzeinsätzen anlässlich der Hochwasser im Juni wie auch im August hat sich erneut die dezentrale Führungsstruktur des Katastrophenschutzes in Bayern bewährt", stellte Innenstaatssekretär Hermann Regensburger am 23. Oktober 2002 im Ausschuss für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit des Bayerischen Landtags fest. Danach nimmt grundsätzlich die örtlich zuständige Kreisverwaltungsbehörde die Katastropheneinsatzleitung wahr, da nur sie über die erforderlichen Detailkenntnisse der örtlichen Situation verfügt. Ebenso bewährt hat sich laut Regensburger die bayerische Führungskonzeption, wonach eine kleine, flexibel besetzte Führungsgruppe Katastrophenschutz die politisch-administrative Einsatzführung bei Katastrophen wahrnimmt, während die taktisch-operative Führung vor Ort durch vorbenannte und entsprechend ausgebildete Örtliche Einsatzleiter erfolgt.
Wie Regensburger im einzelnen ausführte hat das Hochwasser in Bayern im Juni 2002 in fünf Landkreisen und Städten in den Regierungsbezirken Schwaben und Oberpfalz zur Feststellung des Katastrophenfalls geführt. Rund 3.000 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der freiwilligen Hilfsorganisationen, der Polizei, der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes halfen bei der Bekämpfung von Hochwasser und bei der Beseitigung der Unwetterschäden. Das Hochwasser im August 2002, das nach einer vorläufigen Schadenserhebung in Bayern Schäden in Höhe von rund 187 Millionen Euro verursacht hat, führte in 15 Landkreisen und Städten in den drei Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz zur Feststellung des Katastrophenfalls. Darüber hinaus waren weitere 15 Kreisverwaltungsbehörden, davon 14 im Regierungsbezirk Schwaben und eine im Regierungsbezirk Oberbayern in größerem Umfang, wenn auch unterhalb der Katastrophenschwelle, durch das Hochwasser betroffen. Rund 36.500 Einsatzkräfte waren im Einsatz.
Weder bei den benötigten Einsatzkräften noch bei den benötigten Einsatzmaterialien und der Ausrüstung traten laut Regensburger nennenswerte Engpässe auf. Die benötigten Einsatzkräfte aller Organisationen wurden schnell und rechtzeitig alarmiert und standen grundsätzlich jederzeit in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung. Einsatzmittel und Einsatzgeräte konnten offensichtlich von allen betroffenen Katastrophenschutzbehörden weitestgehend in dem erforderlichen Umfang rechtzeitig beschafft und eingesetzt werden. Auch die in sehr großen Mengen benötigten Sandsäcke standen durch überregionale Ausgleichsmaßnahmen in der erforderlichen Stückzahl zur Verfügung. "Insgesamt ist nach der Auswertung der vorliegenden Erkenntnisse aus der Bewältigung des Hochwassers im Juni wie August 2002 in Bayern festzustellen, dass vereinzelt örtlich bezogen noch weitere Verbesserungen möglich und erforderlich sind, dass sich der Katastrophenschutz in der bestehenden Form aber insgesamt sehr gut bewährt hat. Zugute kommen Bayern dabei die umgesetzten Erfahrungen aus den Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre und die große Einsatzbereitschaft der vielen ehrenamtlichen Helfer", so Regensburger.

Bei der Katastrophenhilfe Bayerns für Sachsen und Sachsen-Anhalt handelte es sich um den umfangreichsten Einsatz bayerischer Kräfte außerhalb Bayerns seit Jahrzehnten. Beim Katastropheneinsatz Bayerns für Sachsen lag der Schwerpunkt auf dem Einsatz der Hilfsorganisationen, von denen etwa 2.000 Kräfte mit ca. 800 Fahrzeugen im Einsatz waren. Außerdem waren 430 Feuerwehrleute mit ca. 100 Fahrzeugen im Einsatz. Örtlich lag der Schwerpunkt des Einsatzes in Sachsen in Dresden und Pirna. Ein Schwerpunkt der Aufgaben der Berufsfeuerwehr Nürnberg, die den Einsatz der bayerischen Kräfte in Sachsen koordinierte, war die Beschaffung von Sandsäcken. Als "Sandsackreserve Deutschlands" beschaffte Sandsäcke zunächst für Sachsen und Sachsen-Anhalt, später für alle von der Flutkatastrophe betroffenen Länder aus der ganzen Welt und transportierte sie mit größtem Erfolg in die betroffenen Gebiete weiter. Dabei wurden über 40 Millionen Sandsäcke umgeschlagen.

Beim Katastropheneinsatz Bayerns für Sachsen-Anhalt lag der Schwerpunkt auf dem Einsatz von Feuerwehreinsatzkräften unter der operativen Leitung der Berufsfeuerwehr München. Von den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, die den überwiegenden Teil des Kontingents stellten, waren etwa 2.000 Kräfte mit ca. 400 Fahrzeugen im Einsatz. Örtlich lag der Schwerpunkt des Einsatzes in Sachsen-Anhalt in Dessau und in Bitterfeld. Der insgesamt äußerst erfolgreiche Einsatz trug wesentlich dazu bei, vor allem Dammbrüche und weitere Milliardenschäden in den betroffenen Gebieten, insbesondere in Dessau zu verhindern. Um Hilfeleistungseinsätze außerhalb Bayerns künftig zu optimieren, erarbeitet das Innenministerium derzeit ein entsprechendes Konzept, das anschließend mit den bayerischen Einsatzorganisationen und den anderen Ländern abgestimmt werden soll.


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