Pilotprogramm "Junge Fahrer"
Regensburger: "Junge Führerscheinbesitzer weiterhin überdurchschnittlich vom Unfalltod bedroht"
"Angesichts der alarmierende Unfallzahlen bei den jungen Fahranfängern bedarf es neben den bewährten Konzepten und Aktivitäten neuer Ansätze wie das Pilotprogramm "Junge Fahrer", um diese Risikogruppe für die Gefahren des modernen Straßenverkehrs zu sensibilisieren", betonte Innenstaatssekretär Hermann Regensburger anlässlich der Präsentation des Pilotprogramms "Junge Fahrer" im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. November 2002 im ADAC Fahrsicherheitszentrum in Augsburg. Der ADAC hat als bundesweites Pilotprojekt dieses jugendspezifisch ausgerichtete Programm erarbeitet, das im Frühjahr 2002 mit Kfz-Lehrlingen aus dem Raum Augsburg startete und dabei eine große Zustimmung der Jugendlichen erfuhr. Unterstützt wurde der ADAC dabei von der Ausbildungsstelle der Kfz-Innung für Schwaben und der Süddeutschen Metallberufsgenossenschaft. Nach dem Start dieses Programms im Regierungsbezirk Schwaben ist geplant, diese Aktivitäten nicht nur bayernweit, sondern sogar bundesweit anzubieten.
Laut Regensburger ist seit Jahren eine überproportionale hohe Unfallbeteiligung junger Fahranfänger zu verzeichnen. Die jungen Führerscheinbesitzer von 18 bis 24 Jahren haben zwar nur einen Bevölkerungsanteil von 7,5%, stellen jedoch einen Anteil von 25% an allen getöteten Verkehrsteilnehmern. Die Gründe für die Unfallhäufung bei Fahranfängern liegen aus Sicht des Innenstaatssekretärs in einer tragischen Kombination aus mangelnder Erfahrung und erhöhter Risikobereitschaft. Regensburger: "Einfache Lösungen für die komplexe Problematik des modernen Straßenverkehrs und besonders der jungen Fahranfänger gibt es nicht. Neben bewährten Konzepten und Aktivitäten müssen wir deshalb neue Lösungsansätze, Konzepte und Modellprojekte entwickeln und erproben. Hierzu brauchen Gesetzgeber und Verwaltung starke und kompetente Partner. Ein solcher neuer Lösungsansatz ist das Pilotprogramm "Junge Fahrer", mit dem der ADAC, die Berufsgenossenschaft und die Kfz-Innung Ausburg-Schwaben in vorbildlicher Weise Verantwortung für die betroffenen jungen Menschen übernehmen."
Im weiteren wies Regensburger darauf hin, dass die hartnäckigen Vorstöße Bayerns für die Einführung einer zweiten Ausbildungsphase für junge Fahranfänger, die auch der bayerische ADAC engagiert unterstützt hat, Wirkung zeigen: "Das Bundesverkehrsministerium hat einen Verordnungsentwurf für eine Erprobung des Modells auf freiwilliger Basis vorgelegt. Das Modell umfasst theoretische und praktische Elemente wie Gespräche in der Fahrschule, Übungsfahrten mit dem Fahrlehrer und praktische Sicherheitsübungen. Der ADAC leistet hierzu im Rahmen der praktischen Sicherheitsübungen einen wichtigen Beitrag. Auch für die jungen Fahranfänger zahlt sich die freiwillige Teilnahme an dem Modell mit einer Verkürzung der Probezeit um bis zu 1 Jahr aus." Darüber hinaus wird zur Zeit ein Modell auf freiwilliger Basis zur Senkung des Unfallrisikos junger Fahrer diskutiert. Dabei sollen 17jährige nach entsprechender Ausbildung in der Fahrschule und Führerscheinprüfung 1 Jahr lang in Begleitung eines erfahrenen Führerscheininhabers Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln können, bevor sie mit 18 Jahren alleine fahren dürfen. "Studien aus dem Ausland - insbesondere Schweden - sprechen dafür, dass sich das Unfallrisiko im Zusammenhang mit derartigen Konzepten deutlich reduzieren lässt. Ich begrüße daher ausdrücklich, dass das Bundesverkehrsministerium derzeit solche Modelle auch hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf Deutschland prüfen lässt. Sofern diese Untersuchungen zu einem positiven Ergebnis kommen, soll ein entsprechendes Modell auch hier zu Lande erprobt werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Bayerische Landtag bereits gefasst", so der Innenstaatssekretär.