Regensburger: "Probeweise Nachtschließung einzelner Inspektionen soll nächtliche Präsenz der Polizei auf der Straße erhöhen"
Gerade um dem Bedürfnis der Bürger nach polizeilicher Präsenz der Polizei auf der Straße speziell zur Nachtzeit Rechnung zu tragen, wurde mit den Polizeipräsidien vereinbart, in allen Landesteilen zunächst ein Modell "Optimierung der Polizeipräsenz zur Nachtzeit" bei geeigneten Polizeiinspektionen zu erproben. Damit lassen die am Projekt teilnehmenden Dienststellen eine Dienststelle zu bestimmten Zeiten unbesetzt und verstärken zugleich mit dem dort nicht benötigten Personal den Streifendienst. "Dem Bürger nutzt eine im Notfall schnell zu jedem Einsatzort kommende Streife mehr, als ein Polizeibeamter, der zur Nachtzeit nur die Dienststelle besetzt halten und Telefondienst verrichten kann. Deshalb bringt das Modell auf einen Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung, stellt also einen Vorteil für den Bürger dar", erklärt Innenstaatssekretär Hermann Regensburger zur Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Eingehende Anrufe werden in den Modellfällen, wie sie bereits in Auerbach i. d. Oberpfalz und in Augsburg laufen, zur Einsatzzentrale oder benachbarten Dienststellen weitergeleitet. "So bleibt jederzeit der Kontakt zur Polizei gesichert. Eine Reduzierung des Personals bei den einzelnen nachts geschlossenen Dienststellen ist damit nicht verbunden", versichert Regensburger.
Grundsätzlich ist die Bayer. Polizei bestrebt und letztlich auch im Interesse der Sicherheit der Bürger verpflichtet, ihre rund 38.000 Beschäftigten, davon mehr als 32.600 Polizeibeamte, möglichst effektiv und zielorientiert einzusetzen. Zuletzt wurden im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 für die Polizei 650 zusätzliche Stellen genehmigt. "Wir haben damit so viele Beamte wie nie zuvor. Der Wunsch der GdP nach mehr Polizei ist verständlich. Auch wir würden uns mehr Vollzugsbeamte wünschen, auch wenn die bayerische Polizei seit Jahren bundesweit die höchste Aufklärungsquote und mit die geringste Straftatenbelastung aller Bundesländer erzielt. Nicht alles Gewünschte ist allerdings machbar und in Zeiten knapper öffentlicher Kassen finanzierbar", bedauert Regensburger.