Unwetterschäden in Bayern nach Sturm und starkem Regen

Unwetterschäden in Bayern nach Sturm und starkem Regen
Orkanartige Sturmböen, die zum Teil mit starkem Regen verbunden waren, verursachten von Donnerstag auf Freitag, 02./03.01.2003, in ganz Bayern Schäden durch umgerissene Bäume, umgestürzte Bauzäune oder abgedeckte Dächer. Zahlreiche Straßen mussten zeitweise für den Verkehr gesperrt werden. Bei 33 Verkehrsunfällen wurden in Schwaben, Mittelfranken und Oberbayern insgesamt neun Personen, darunter drei schwer verletzt. Zur Höhe der eingetretenen Schäden liegen keine zusammenfassenden Angaben vor. In Nordbayern kam es aufgrund der starken Niederschläge in verschiedenen Bereichen zu Pegelständen der Meldestufe 4, womit auch bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet sind. Hierzu wird auf den ständig aktualisierten Hochwasserlagebericht des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft (http://www.bayern.de/lfw/hnd/welcome.htm) verwiesen.
Aus den Schutzbereichen der bayerischen Polizeipräsidien wird gemeldet:

München:
Aufgrund der orkanartigen Stürmböen kam es zu rund 160 zusätzlichen polizeilichen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, Bauzäune, Verkehrszeichen, Lichtzeichenanlagen und ausgelöster Alarmanlagen. In einer Geschäftspassage wurden aufgrund eines plötzlichen "Windstaus" zahlreiche Schaufensterscheiben herausgedrückt, was zu einem Schaden in Höhe von ca. 20.000 Euro führte. Auf der Theresienwiese ist ein Veranstaltungszelt des momentan dort stattfindenden Tollwood-Festivals beschädigt.

Oberbayern:
Der Sturm hat dort keine größeren Schäden angerichtet. Insgesamt kam es zu 12 Verkehrsunfällen mit insgesamt drei schwer Verletzten aufgrund umstürzender Bäume. In einem Fall wurden im Bereich der Polizeidirektion Erding 3 Personen schwer verletzt, als ein Autofahrer einem umgestürzten Baum ausweichen wollte.

Niederbayern/Oberpfalz:
Dort kam es zu über 100 sturmbedingten zusätzlichen polizeilichen Einsätzen. Besonders schwierig war ein Einsatz in Ursensollen bei Amper, wo ein großer Baum auf ein Wohnhaus stürzte. Die Familie konnte ihr Haus unverletzt verlassen. Die Anfahrt der alarmierten Einsatzkräfte war nur erschwert möglich, da auch deren Zufahrt wegen umgestürzter Bäume blockiert waren. Die Bahnlinien Regensburg-Weiden und Weiden-Hof waren in der Nacht zeitweise wegen Überflutungen und umgestürzter Bäume gesperrt.

Schwaben:
Im Landkreis Augsburg fuhr ein 19-jähriger auf der B 10 zwischen Horgau und Biburg am 02.01.2003 gegen 19.00 Uhr in einen auf der Straße liegenden Baum und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Insgesamt kam es zu 6 Verkehrsunfällen mit insgesamt 3 leicht Verletzten. Im südlichen Landkreis Unterallgäu verletzte sich eine 73-jährige, als sie während des Sturms ein Scheunentor schließen wollte. Der Wind riss das Tor auf und stieß die Frau von der 4 m hohen Zufahrtsrampe zur Scheune. Sie wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Am gleichen Abend entstand vermutlich durch technischen Defekt in Folge des Sturms ein Schwelbrand in einer Trafostation in Nördlingen mit einem Sachschaden von rund 20.000 Euro, wobei in sämtlichen Gemeinden des Ries - außer der Stadt Nördlingen- der Strom für ca. 1 ½ Stunden ausfiel. Hochwasserbedingt mussten im Bereich der Polizeidirektion Dillingen mehrere Straßen und Unterführungen gesperrt werden, die zum Teil noch fortbestehen. Umgestürzte Bäume blockierten örtlich die Bundesstraßen 12 und 308. Die Straßen werden derzeit geräumt. Der Bahnverkehr Mindelheim-Türkheim ist seit dem Abend wegen umgestürzter Bäume unterbrochen.

Oberfranken:
Infolge des Starkregens kam es zu zahlreichen Überschwemmungen, weshalb die B 470 zwischen Forchheim und Ebermannstadt am Nachmittag des 02.01.2003 mehrere Stunden gesperrt war. In Coburg kam es zur Überflutung des Bahnhofsviertels. Das Wasser steht zum Teil bis zu 1,5 m in den Wohnbereichen. In den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels sind zahlreiche Straßen überflutet, darunter die B 4 im Bereich von Lautertal nördlich von Coburg. Ansonsten behinderten zahlreiche umgestürzte Bäume den Verkehr und die zahllose Einsätze von Helfern.

Mittelfranken:
Zahlreiche umgestürzte Bäume, umgerissene Verkehrsschilder und andere Sturmfolgen hielten Polizei und Feuerwehr bei Hunderten Einsätzen auf Trapp. Bei 7 Verkehrsunfällen mit Schäden von mehreren zehntausend Euro wurden insgesamt 2 Personen leicht verletzt. Zahlreiche Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume ( so z.B. die B 13 bei Weißenburg während der Nacht ) oder wegen Überflutung gesperrt werden, darunter die Bundesstraße 14 zwischen Hersbruck und Reichenschwand. Im Landkreis Roth entstand ein schaden von allein 50.000 Euro, als eine Windböe ein Flachdach abriss und auf ein geparktes Auto warf.

Unterfranken:
Zahlreiche umgestürzte Bäume sowie abgerutschte Erde und Überschwemmungen führten zu erheblichen Verkehrsstörungen. Wegen Hochwassers sind zahlreiche Straßen gesperrt. und stehen viele Keller unter Wasser. Deswegen mussten in Bad Neustadt/Saale auch etwa 60 Bewohner eines Asylbewerberheims umquartiert werden. In Bad Kissingen sind die Kuranlagen komplett überflutet. Gerade noch aus seinem Auto konnte sich ein Mann heute morgen gegen 05.00 Uhr befreien, der auf der Bundesstraße 287 bei Bad Kissingen von der Fahrbahn abgekommen war. Das Auto versank im Hochwasser. Der Fahrer kam mit Unterkühlungen ins Krankenhaus.


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