Binnen 5 Wochen bei Schleierfahndung fast 85 Kilogramm Kokain, über 21 Kilogramm Haschisch und über 6 kg Ecstasy- sichergestellt
Beckstein: "Schleierfahndung ist Erfolgsstory"
Im Zeitraum zwischen dem 1. Dezember 2002 und dem 7. Januar 2003 gelangen in Bayern bei Kontrollen, die auf die Rechtsgrundlage der Schleierfahndung gestützt waren, etwa 500 Rauschgiftaufgriffe. Eine Reihe von dabei erzielten herausragenden Erfolgen belegen schon für sich genommen die Bedeutung der Schleierfahndung für die Innere Sicherheit: Bei 13 Fahrzeugkontrollen überwiegend auf Autobahnen konnte die Bayerische Polizei 84,8 Kilogramm Kokain, 21,4 Kilogramm Haschisch und 6,1 Kilogramm Ecstasy-Tabletten sicherstellen und 19 Personen festnehmen. Dabei erfolgte in 7 Fällen, bei denen die Polizei 16 Kilogramm Kokain und die genannte Menge an Haschisch und Ecstasy-Tabletten entdeckte, der Aufgriff im Binnenland an Straßen des internationalen Durchgangsverkehrs, also außerhalb des 30-km-Streifens entlang der deutschen Außengrenzen. In nahezu allen Fällen wurde das Rauschgift in professionell getarnten PKW-Verstecken transportiert. Innenminister Dr. Günther Beckstein sieht schon deswegen die seit 1995 in Bayern geltende Rechtsgrundlage für die Schleierfahndung als Erfolgsmodell, das andere Bundesländer und auch der Bund für den Bundesgrenzschutz inzwischen übernommen haben: "Das internationale Verbrechen nutzt die Transitrouten, die Bayern durchziehen. Dort an vielen Kontrollpunkten anzusetzen, die sich wie ein Schleier übers Land ziehen, liegt im Interesse der Sicherheit. Diese ohne konkreten Anlass oder Verdacht erfolgenden Kontrollen führen immer wieder zu Aufgriffen von Schleusern und Illegalen, von Waffen und grotesk hohen Drogenmengen. Redliche Bürger belasten sie dagegen nur minimal."
So gelang Beamten der Verkehrspolizei Erlangen am 13. Dezember 2002 folgender Fahndungserfolg: Bei einer Kontrolle im Rahmen der Schleierfahndung an der Rastanlage Steigerwald überprüften sie die beiden Insassen eines Pkw. Die beiden 28 und 35 Jahre alten Männer verwickelten sich bei der Kontrolle in Widersprüche, was die Fahnder veranlasste, den Wagen näher zu untersuchen. In der Werkstätte der Polizeidirektion Erlangen fanden sie in einem im Tank eingebauten Versteck schließlich 3.970 Gramm Kokain. Die beiden Männer wurden daraufhin festgenommen. Die Menge hätte für 40.000 Konsumeinheiten ausgereicht.
Die Sicherstellung von 24 Kilogramm Kokain gelang im Bereich der Polizeiinspektion Fahndung Pfronten: Die Beamten kontrollierten am Abend des 5. Dezember 2002 einen grauen Lancia, der mit einem 48-jährigen Mann, seiner 33-jährigen Lebensgefährtin und einem 1 ½-jährigen Baby besetzt war. Den Fahndern fiel auf dem Rücksitz zwischen Babyutensilien ein Beutel mit einer rauschgiftähnlichen Substanz auf. Mit Unterstützung eines Spezialistenteams des Zolls konnte ein professionelles Schmuggelversteck in der Rücksitzbank entdeckt werden, in dem sich insgesamt 24 Pakete mit jeweils einem Kilogramm Kokain befanden. Gegen das aus Italien stammende Pärchen wurde Haftbefehl erlassen.