Schülerzahlen sinken erstmals auch in den alten Bundesländern

Schülerzahlen sinken erstmals auch in den alten Bundesländern
Statistische Bundesamt

(28.02.2005 15:37)

(Wiesbaden) - Im laufenden Schuljahr 2004/05 besuchen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt, rund 9,6 Mill. Schülerinnen und Schüler allgemein bildende Schulen in Deutschland; das sind 102.400 oder 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Erstmals seit der Wiedervereinigung ist die Schülerzahl auch im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) gegenüber dem Vorjahr rückläufig (– 0,1 Prozent; – 6.600). In den neuen Ländern und Berlin setzt sich die seit dem Schuljahr 1996/97 anhaltende Abnahme der Schülerzahlen fort (– 5,7 Prozent; – 95.800). Im Osten ist ab 2009 wieder ein leichter Anstieg der Schülerzahl zu erwarten; im Westen ist dagegen bis zum Ende des Prognosezeitraums 2020 mit weiteren Rückgängen zu rechnen.

Bei den Ländern reichte die Spanne der Veränderungsraten im Westen von – 1,5 Prozent im Saarland bis + 0,4 Prozent in Schleswig-Holstein, und im Osten von – 2,2 Prozent in Berlin bis – 7,6 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Während in den Grundschulen im laufenden Schuljahr nahezu genauso viele Schüler unterrichtet werden wie im Vorjahr, gibt es bei den weiterführenden Schulen unterschiedliche Tendenzen. Hauptschulen besuchen im laufenden Schuljahr 0,7 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr, während Realschulen bzw. Gymnasien Zuwächse von 4,2 Prozent bzw. 3,8 Prozent zu verzeichnen haben. Diese Entwicklung ist beeinflusst durch die ab dem Schuljahr 2004/05 vollzogene Auflösung der Schulartunabhängigen Orientierungsstufe in Niedersachsen. Rechnet man diesen Sondereffekt heraus, sinkt die Schülerzahl in Hauptschulen gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent (– 47.800) und in Realschulen um 1,0 Prozent (– 13.000), der Zuwachs in Gymnasien verringert sich auf 1,4 Prozent (32.000).

Weniger Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr besuchen die Schularten mit mehreren Bildungsgängen (sie führen sowohl zum Hauptschul- als auch zum Realschulabschluss) (– 11,5 Prozent; – 49.300) und Sonderschulen (– 1,3 Prozent; – 5.600). Die Verteilung nach Jungen und Mädchen ist in den Schularten verschieden. Besonders hohe Anteile von Jungen finden sich in Sonderschulen (63,2 Prozent) und Hauptschulen (56,4 Prozent). Dagegen sind Jungen und junge Männer in Gymnasien mit 46,0 Prozent deutlich unterrepräsentiert.

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