Stein auf Stein muss nicht mehr sein

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Stein auf Stein muss nicht mehr sein
11.04.2006

Stein auf Stein muss nicht mehr sein

Abgasführungen in Leichtbauweise etablieren sich immer mehr auf deutschen Baustellen. Sie bieten mit kleinen Abmessungen und geringem Gewicht zwei wesentliche Vorteile, die weitaus mehr Anwendungsmöglichkeiten zulassen als herkömmliche - mineralische - Schornsteine. Darüber hinaus ist die Handhabung weitaus einfacher als bei den klassischen "Essen". Während diese in der Regel gemauert werden müssen, kann man bei modernen Abgasleitungen in Leichtbauweise weitestgehend auf die Verwendung von Putz und Mörtel verzichten. Die Joseph Raab GmbH & Cie. KG aus Neuwied am Rhein hat gleich mehrere Varianten dieser Leichtbausysteme im Programm. Wir haben uns gefragt, in wieweit sie sich für Bauhandwerker praxisgerecht einsetzen lassen.

Neben dem Trend zum Einsatz industriell vorgefertigten Produkten ist die zunehmende Verwendung leichterer Materialien am Bau offensichtlich. Vorteile beim Transport, im Handling und der Montage sprechen eindeutig für die Leichtbauweise. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die geringere körperliche Belastung für die Handwerker. Gesundheitliche Gefährdungen, verursacht durch das Heben schwerer Lasten, werden durch die Verwendung leichterer Werkstoffe wirksam reduziert. Speziell bei Schornsteinen und Abgasleitungen spielen Aspekte wie die Statik und die Bauteilgröße eine entscheidende Rolle. Leichtbausysteme lassen sich problemlos in geschosshoher Ausführung anfertigen und ohne den Einsatz "schweren Geräts" auf der Baustelle bewegen. Durch das geringe Gewicht (ab 11 kg/lfd. Meter) sind derartige Abgassystem ideal für An-, Aus- und Umbaumaßnahmen geeignet. Sie können im Regelfall auf jede normal belastbare Decke gestellt werden und ermöglichen so ein hohes Maß an Flexibilität. Aufwendige Fundamentierungsarbeiten sind nur selten notwendig.

Leichtbau Abgasanlagen aus Fibersilikat

Der Schacht dieser Leichtbau-Abgasanlagen wird aus asbestfreien 20 mm dicken Platten gefertigt. Das eingesetzte Material Fibersilikat ist gemäss DIN 4102 A1 nicht brennbar. Mit einem negativen Ausdehnungskoeffizient (-2,5 x 10-6 m/mK bei 20 - 600&Mac176;C), der geringen thermischen Trägheit sowie einem niedrigen Diffusionswiderstandsfaktor (m ca. 3,2) eignet sich der Werkstoff in besonderer Weise zur Verwendung im Brandschutz und in der Abgastechnik. Die Fibersilikat-Platten werden werksseitig zu Schächten und Formstücken mit einer Wandstärke von 40 mm verarbeitet. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten ist das System durchaus mit einem gemauerten Schornstein zu vergleichen, der eine Wangenstärke von 240 mm aufweist. Darüber hinaus wird noch eine Variante mit einer 25 mm starken Wandung und einer Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten angeboten.
Die einzelnen Elemente können werksseitig in Längen bis zu 2500 mm gefertigt werden und sind mit Hilfe eines Spezialklebers in Trockenbauweise zu versetzen. Alle Teile der Abgasanlage werden vorkonfektioniert und verpackt geliefert, so dass eine unkomplizierte und zeitsparende Montage vor Ort gewährleistet ist. Anschlüsse für Feuerstätten, Reinigungsöffnungen oder Zugbegrenzer sind auf Wunsch bereits eingebaut, lassen sich aber auch problemlos vor Ort erstellen. Schrägführungen bis 30&Mac176; zur Senkrechten können ebenso realisiert werden, wie Sonderkonstruktionen oder –formen. Durch die glatte Oberfläche sind die Schächte nach dem Verspachteln putz-, streich- und tapezierbar. Der Werkstoff fault oder schimmelt nicht und bietet Schädlingen keinen Nährboden.

Leichtbau-Schächte L 90 und L 30

Der Raab LB Schacht L 90 in zweischaliger Bauweise entspricht der Wärmedurchlasswiderstandsgruppe II und ist zur Abführung der Abgase atmosphärischer Gas-Feuerstätten geeignet. Das Schachtsystem erfüllt trotz seines raumsparenden Aufbaus alle Anforderungen der entsprechenden Bauordnungen und Normen. Darüber hinaus darf er als L 90 geprüfter Schacht auch zugelassene Abgasleitungen beispielsweise aus Metall oder Kunststoff aufnehmen.
Außerdem kann unter der Typenbezeichnung Raab LB Schacht L 30 eine System-Abgas-Leitung eingesetzt werden, die den Brandschutzanforderungen in Gebäuden niedriger Höhe (siehe LBO des jeweiligen Bundeslandes) mit einer Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten entspricht.

Das Luft-Abgas-System

Raumluftunabhängig betriebene Wärmeerzeuger haben in den vergangenen Jahren, angesichts immer dichter werdender Gebäudehüllen, ihren festen Platz im Markt erobert. Die zumeist wandhängenden Geräte versorgen sich mit Verbrennungsluft von außen und leiten ihre Emissionen über Luft-Abgas-Systeme (LAS) ins Freie. Bei der Weiterentwicklung der Leichtbausysteme lag für Raab die Integration einer inneren Rohrsäule aus Edelstahl nahe. Die Baureihe nennt sich Raab LB LAS. Über den Ringspalt zwischen metallischer Abgasführung und dem Schacht aus Fibersilikat wird der Zustrom der Verbrennungsluft von der Mündung aus sicher gestellt. Die Verbrennungsprodukte werden im Gegenzug in der Edelstahl-Rohrsäule sicher über Dach geführt. Der hierbei auftretende Wärmetauschereffekt sorgt dafür, dass die Verbrennungsluft über die Abgastemperatur erwärmt wird und sich so der Wirkungsgrad der Feuerstätte erhöht. Die Anzahl (bis zu 10 Stck.) der anzuschließenden Feuerstätten sowie die besonders sichere Betriebsweise sprechen für den Einsatz dieses konzentrischen Luft-Abgas-Systems.

Raab LB Universal

Laut einer aktuellen Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (Quelle: IPS e.V., Fessel-GFK, Austria) wünschen sich 77 % aller potentiellen Bauherren in Deutschland eine Zweitfeuerstätte (meistens holzbefeuerte Kamin- oder Kachelöfen). Wurde bei der Planung des Neubaus kein entsprechender Schornsteinzug berücksichtigt, muss im Nachhinein der Einbau eines geeigneten Abgassystems erfolgen. Für derartiger Fälle hat Raab einen dreischaligen Leichtbau-Schornstein entwickelt, der sich – auch nachträglich – problemlos ins Gebäude einbringen lässt.
Die rauchgasführende Säule aus 0,6 mm Edelstahl der Güte 1.4571 / 1.4404 wird zu diesem Zweck mit einer 30 mm dicken mineralischen Wärmedämmung versehen. In Kombination mit der 40 mm starken Außenschale aus Fibersilikat ergibt sich so ein vollwertiger Schornstein mit extrem geringem Platzbedarf, der den Anforderungen an den Brandschutz in optimaler Weise entspricht. Mit der Wärmedurchlasswiderstandsgruppe I lassen sich alle zugelassenen Feuerstätten für feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe anschließen. Nach dem Motto: "Der Schornstein kommt zur Feuerstätte"; kann der nachträgliche Einbau eines Kamin- oder Kachelofens mit Hilfe des Raab LB Universal an fast jedem Ort im Gebäude realisiert werden. Die Trockenbauweise mit bis zu 1200 mm langen Elementen garantiert leichtes Handling und ermöglicht auch mit diesem System eine hohe Montagegeschwindigkeit.

Abgasanlagen aus Vermeculit

Das einschalige Schachtsystem wird aus 45 mm dicken Vermeculite-Brandschutzplatten gefertigt, die über eine glatte Oberfläche verfügen. Die Schächte sind in drei Baulängen von 300, 600 und 1200 mm erhältlich. Die einzelnen Elemente lassen sich rationell und zeitsparend mit einem Spezialkleber in Trockenbauweise versetzen. Sie stehen mit Innenmaßen von 150 x 150 mm bis zu 270 x 270 mm zur Verfügung. Auch dieses Schachtsystem entspricht mit einer Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten den einschlägigen brandschutztechnischen Bestimmungen.

Der Vielseitige: Raab LB Multischacht

Ein wesentlicher Vorteil liegt in den variablen Einsatzmöglichkeiten, die sich durch das Baukasten-Prinzip ergeben. Mit Hilfe einer umfangreichen Zubehör-Palette lassen sich ein- oder mehrzügige Abgasanlagen ebenso montieren wie Installationsschächte zur Führung aller häuslichen Versorgungsleitungen. Außerdem beinhaltet diese Konzeption eine Luft-Abgas-Variante, die auch für den Anschluss von Festbrennstoff-Feuerstätten geeignet ist. Diese Bauform basiert auf dem Standard des Raab LB Multischacht, wird aber zweizügig ausgeführt. Dabei steht ein Zug für den Rauchgasabzug und ein Weiterer für die Zuluftführung zur Verfügung. Die innere Rohrsäule zur Rauchgasführung besteht aus 0,6 mm starken Edelstahlrohren der Werkstoffgüte 1.4404/1.4571, die - in überdruckdichter Bauweise - aus der Raab-Baureihe EW ALKON bekannt sind. Um die Wärmeverluste zu reduzieren wurde der rauchgasführende Zug zusätzlich mit einer 30 mm starken Mineralwolldämmung versehen.

Der Abschluss

Über Dach werden alle Raab Leichtbau-Abgassysteme durch spezielle Stülpkopfe vor Witterungseinflüssen geschützt. Sie sind Bestandteil der bauaufsichtlichen Zulassungen. Die Kopfverkleidungen aus Aluminium, Kupfer, Edelstahl oder Faserzementplatten lassen sich i.d.R. einfach und schnell aufsetzen. Sie besitzen eine leichte Unterkonstruktion und sorgen für eine ausreichende Hinterlüftung des Kopfbereiches. Darüber hinaus gewährleisten sie eine dichte Dachhülle sowie eine sichere Funktion der gesamten Abgasanlage.

Fazit

Schornsteine und Abgasleitungen in Leichtbauweise bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten und gelten in schwierigen Einbausituationen als echte Problemlöser. Durch ihr geringes Gewicht, die knappen Außenmaße sowie ihre Montagefreundlichkeit lassen sich die Abgasanlagen gut den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Sie stellen somit eine ideale Ergänzung zum klassischen Schornstein, aber auch zur metallischen Abgasleitungen dar. Speziell im An-, Um-, und Ausbaufall ermöglichen sie einen sicheren sowie zeitsparenden Aufbau, durch Baufachleute i.d.R. problemlos realisiert werden kann.
Raab hat seine langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet mit konsequenter Entwicklungsarbeit gepaart.
Im Ergebnis kann man sicherlich vom umfangreichsten und ausgereiftesten Angebot in diesem Marktsegment sprechen.


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