Regensburger: "Bayern ohne Passau heute nicht mehr vorstellbar"

Regensburger: "Bayern ohne Passau heute nicht mehr vorstellbar"

Am 22. Februar 1803 wurde das "Besitzergreifungspatent" des Kurfürsten Max IV. Joseph in Passau verkündet. Das geistliche Fürstentum Passau, ein kleiner unabhängiger Staat, wurde damit Kurbayern eingegliedert. Die Säkularisation jährt sich somit für Passau zum 200. Mal. "Heute ist Bayern ohne Passau nicht mehr vorstellbar. Die Domstadt trägt mit ihrer ganz eigenen Geschichte und auf ganz spezifische Weise zum Profil des Freistaats bei und bereichert das Land", betonte Innenstaatssekretär Hermann Regensburger anlässlich des Festaktes der Stadt Passau zum 200. Jahrestag der Säkularisation am 21. Februar 2003 in Passau.
Die auf den Reformer Maximilian Graf Montgelas zurückgehende Säkularisation in Bayern war laut Regensburger ein zwar oft schmerzhafter, für die Schaffung des modernen Bayern aber doch notwendiger Umbruch. Positiv hob der Staatssekretär insbesondere hervor, dass die Kommunale Selbstverwaltung als Kernstück der heutigen Verwaltung auch auf die Maßnahmen von 1803 zurückgeht. "Mit dem 22. Februar 1803 beschritten die Passauer einen neuen Weg, der aus den Untertanen des ehemaligen fürstbischöflichen Stadtherren im Laufe der Zeit selbstbewusste Stadtbürger mit eigener Verwaltung und selbstgewählten Repräsentanten machte. Die kommunale Selbstverwaltung wurde in Folge der Säkularisation eine der Säulen des bayerischen Staatsaufbaus und für unser Verständnis von Demokratie unverzichtbar", so Regensburger.

Passau verlor durch die Säkularisation allerdings zunächst einmal seine Funktion als Residenz- und Regierungssitz, den es 800 Jahre lang innehatte; das seit 1217 bestehende Hochstift Passau wurde aufgelöst. Die Umwandlung in bayerisches Herrschaftsgebiet bedeutete zunächst außerdem, dass viele Passauer Bürger sozusagen über Nacht ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage verloren, vor allem, weil sie direkt oder indirekt vom fürstbischöflichen Hof abhängig waren. Allerdings versuchte der bayerische Staat, gegen den wirtschaftlichen Niedergang Passaus anzugehen, indem staatliche Behörden angesiedelt wurden, allen voran die Regierung des Unterdonau-Kreises, eines Vorläufers des heutigen Regierungsbezirks Niederbayern. Passau wurde 1818 eine "Stadt erster Ordnung", also eine kreisfreie Stadt, was einen gewissen Aufwärtstrend bedeutete. 1839 wurde der Regierungssitz allerdings nach Landshut verlegt, wofür Passau als Ausgleich das Appellationsgericht bekam. In wirtschaftlicher Hinsicht erholte Passau sich daher erst mit der Entwicklung des Schiffsverkehrs, insbesondere der Dampfschifffahrt auf den drei Flüssen.


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