Bei polizeilicher Kontrollaktion von LKW und Omnibussen jedes vierte Fahrzeug beanstandet
Allein in Bayern kontrollierte die Polizei während der diesjährigen bundesweiten polizeilichen Aktion zur Kontrolle des gewerblichen Güterkraft- und Personenreiseverkehrs am 15. und 16. Mai insgesamt 9356 Lkw und 226 Kraftomnibusse. Davon mussten insgesamt 2240 Fahrzeuge oder Fahrzeugführer (2223 LKW und 17 Busse) u.a. wegen Verstößen gegen Sozialvorschriften, Ladungssicherung oder Geschwindigkeitsüberschreitungen beanstandet werden. In 198 Fällen musste die Weiterfahrt sogar wegen gravierender Mängel untersagt werden. "Dies bedeutet eine Beanstandungsquote von über 23 Prozent und belegt die Notwendigkeit derartiger Verkehrskontrollen", betont Innenminister Dr. Günther Beckstein.
Bei der Kontrollaktion stellte die Polizei außerdem zwei Fälle von Fahren unter Alkoholeinfluss fest, wobei ein Fahrer mit 2,04 Promille unterwegs war. Außerdem stieß sie auf einen Fall von Fälschung technischer Aufzeichnungen sowie auf einen bulgarischen Fahrzeugführer mit gefälschtem Reisepass. Eine Festnahme erfolgte aufgrund eines Haftbefehls. "Spitzenreiter" hinsichtlich ununterbrochener Lenkzeit war ein deutscher Fahrzeugführer, der 27 Stunden ununterbrochen am Lenkrad gesessen hatte.
Dass die Kontrollen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs erforderlich sind, belegen auch die vorläufigen Unfallzahlen des vergangenen Jahres. So wurden 2002 insgesamt 19.371 Unfälle polizeilich erfasst, an denen Lkw beteiligt waren. Dabei wurden 8.616 Personen verletzt und 251 getötet. Im Jahr 2001 waren es 21.446 Lkw-Unfälle mit 9.267 dabei verletzten und 295 getöteten Personen. Insgesamt stellen Lkw-Unfälle nach wie vor einen überproportionalen Anteil an den schweren Verkehrsunfällen in Bayern. Deutlich wird dies auch daran, dass im Jahr 2002 die bei Lkw-Unfällen 251 getöteten Personen trotz des Rückganges einem Anteil von 19,6 Prozent aller bei Verkehrsunfällen getöteten Personen (1.283) entsprechen. Kraftomnibusse waren im letzten Jahr in 873 Fällen an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligt. Gegenüber rund 931Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Kraftomnibussen im Jahr 2001 bedeutet dies ein Rückgang um 6,2 Prozent.