Faltlhauser und Regensburger zu A99-Westabschnitt in München

Faltlhauser und Regensburger zu A99-Westabschnitt in München
"Bund muss endlich Mittel für Anti-Stau-Programm bereit stellen"
"Der Bund muss endlich seiner Verpflichtung aus dem Anti-Stau-Programm (ASP) nachkommen und die zugesagten Mittel für die in dem Programm enthaltene Westspange des Autobahnrings A 99 in München bereit stellen", forderten Finanzminister Kurt Faltlhauser, Innenstaatssekretär Hermann Regensburger und der örtliche Landtagsabgeordnete Otmar Bernhard bei einer Pressekonferenz am 27. August 2003 in München. Das vom Bund für 2003 bis 2007 aufgelegte ASP soll mit Einnahmen aus der LKW-Maut finanziert werden. "Bayern hat im Vertrauen auf die schon für heuer zugesagten Mauteinnahmen in Abstimmung mit dem Bund bereits 2002 mit dem in der Neubaustrecke liegenden Tunnel Aubing begonnen. Doch wegen der sich immer weiter verspätenden Maut-Einführung kann der Bund seine Finanzierungszusage für 2003 nicht einhalten. In den Bau der Westspange fließen heuer etwa 30 Millionen Euro. Diese müssen nun aus den regulären vom Bund an Bayern für den gesamten Fernstraßenbau zugewiesenen Mitteln finanziert werden. Dadurch werden die ohnehin schon bestehenden Finanzierungsengpässe im Fernstraßenbau in Bayern noch weiter verschärft", kritisierten Faltlhauser und Regensburger. "Jetzt rächt sich die jahrelange Verzögerung des Baus der A 99 West durch die von der Landeshauptstadt angestrengte – im Ergebnis erfolglose – Klage; ohne diese Verhinderungspolitik könnte die A 99 West bereits fertig sein", so der Abgeordnete Bernhard.
Der 6,2 Kilometer lange Westabschnitt des Autobahnrings in München verbindet künftig die A 8 West (Stuttgarter Autobahn) mit der A 96 (Lindauer Autobahn). Für das Straßennetz im Westen von München bringt der Lückenschluss zur A 96 erhebliche Entlastungseffekte: So wird für die Lortzinger Straße in München-Pasing ein Verkehrsrückgang von täglich 20.000 Kraftfahrzeugen im Jahr 2015 prognostiziert. Gleichzeitig mit dem Westabschnitt wird die Bundesstraße B 2neu als Nordumfahrung von Germering gebaut. Obgleich für das insgesamt 170 Millionen Euro teure Projekt seit 1999 vollziehbares Baurecht vorliegt, hatte der Bund erst im Rahmen seines Anti-Stau-Programms ab 2003 Mittel dafür eingeplant. "Wenn wir hier beim Westabschnitt streng bürokratisch auf das Geld des Bundes aus dem Anti-Stau-Programm gewartet hätten, würden wir heute vor einer grünen Wiese stehen. Der Baubeginn wäre wohl erst im Jahr 2004 möglich gewesen und damit eine Fertigstellung bis zur Fußball-WM 2006 Illusion", stellte Faltlhauser fest. Seit dem feierlichen Baubeginn am 10. August 2000 ist die Baumaßnahme bereits sehr gut vorangeschritten. "Neben umfangreichen Leitungsverlegungen und archäologischen Untersuchungen wurden bereits 9 der insgesamt 19 Brückenbauwerke fertiggestellt, drei weitere sind in Bau. Die ersten Bauabschnitte des insgesamt 1.935 Meter langen Tunnels Aubing sind betoniert. Der Tunnel wird in offener Bauweise hergestellt", informierte Regensburger. Im Tunnel selbst werden bis zur Fertigstellung zahlreiche Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen nach dem neuesten Stand der Technik installiert. Zusätzlich erhält der Tunnel drei Fluchtstollen je Fahrtrichtung, die im Gefahrenfall ein rasches Verlassen der Tunnelröhren ermöglichen. "Der Tunnel Aubing wird damit nicht nur zu den längsten, sondern auch zu den sichersten Tunnels in Deutschland gehören", so Regensburger weiter. Auf der Tunneloberfläche soll ein Grünzug entstehen, der sich mit dem vorhandenen ökologischen Netz im Westen der Stadt München verbindet. Mit dem Bau des Westabschnitts werden etwa 60 Hektar Grün- und Ausgleichsflächen entstehen. Zudem erschließen die geplanten Geh- und Radwege auf dem Tunnel Aubing die attraktiven Naherholungsgebiete Aubinger Lohe und Moosschwaige.

Der Tunnel Aubing wird um 470 Meter länger, als es die rechtlichen Vorgaben erfordern. Der Grund liegt darin, dass es im Zusammenwirken von Freistaat und Stadt gelungen ist, zur Verbesserung des Immissionsschutzes und zum Schutz künftiger Baugebiete die dafür anfallenden Mehrkosten von 6,5 Millionen Euro zu finanzieren. Finanzminister Faltlhauser hatte maßgeblich dazu beigetragen, der Stadt diese Finanzierung zu ermöglichen. Die Stadt München stellte ihren Kostenanteil bereits im Jahr 2000 zur Verfügung. Damit konnten die Bauarbeiten für die Westspange vorzeitig beginnen. "Die Bauarbeiten für den Westabschnitt liegen im Zeitplan, so dass die Verkehrsfreigabe Ende 2005 und damit rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft 2006 erfolgen kann. Das setzt aber voraus, dass die LKW-Maut ab 2004 in vollem Umfang erhoben wird", stellten Faltlhauser und Regensburger fest.


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