Annette Barthelt-Preis für Auseinandersetzung mit Terror und Gewalt an Dr. Udo Ulfkotte
Beckstein: "Wehrhafte Demokratie muss islamischem Extremismus mit aller Entschlossenheit begegnen"
"Eine wehrhafte Demokratie muss dem islamischen Extremismus, der in Deutschland etwa 30.000 Personen umfasst, mit aller Entschlossenheit begegnen. Toleranz setzt voraus, dass sich Muslime auf dem Boden unseres Grundgesetzes und unserer Gesellschaftsordnung bewegen. Muslime, die in unserem Land leben, müssen sich insbesondere deutlich von allen extremistischen Bestrebungen und Gruppierungen distanzieren", betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich der Verleihung des Annette Barthelt-Preises für die Auseinandersetzung mit Terror und Gewalt an den Journalisten Dr. Udo Ulfkotte am 12. Dezember 2003 im Presse-Club in Bonn.
Wie Beckstein ausführte, befasst sich Ulfkotte seit langem mit dem Phänomen des Terrorismus, mit seinen Wurzeln und seinen Verzweigungen: "Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aktivitäten islamistischer Netzwerke und die damit verbundenen Gefahren für die freiheitliche demokratische Grundordnung offenzulegen. Als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die Themen Naher Osten, Afrika und Geheimdienste hat Ulfkotte über viele Jahre hinweg wertvolle Erfahrungen vor Ort gesammelt. Er beleuchtet den Terrorismus aus der Sicht des Juristen, des Politikwissenschaftlers und des Islamkundigen". Mit seinen Veröffentlichungen hat Ulfkotte laut Beckstein eine breite Diskussion entfacht. Das gelte schon für sein 2001 erschienenes Werk "Propheten des Terrors Das geheime Netzwerk der Islamisten", das die längst global gesponnenen Fäden des geheimen Terrornetzwerks aufzeigt. Von Südostasien über den Mittleren Osten und Afrika bis nach Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika halten Selbstmordattentäter von verschiedenen islamistischen Gruppen enge Kontakte. Eine ganz besondere Resonanz hat sein jüngstes Werk "Der Krieg in unseren Städten Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern" gefunden. Beckstein: "Seine Kernaussagen decken sich in vielfacher Hinsicht mit den Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden. Seinen Appell, dem gewaltbereiten Islamismus mit allen Erscheinungsformen entschlossen entgegenzutreten, kann ich nur mit Nachdruck unterstreichen".
Der Gründung der Annette Barthelt-Stiftung e.V. im Mai 1989 liegt ein außerordentlich tragisches Ereignis zugrunde. Vier junge Meeresbiologen, die zu einer dreimonatigen Expedition des deutschen Forschungsschiffs Meteor im Indischen Ozean aufbrechen wollten, verloren am 18. März 1987 bei einem heimtückischen Bombenanschlag in Dschibuti ihr Leben, weitere wurden schwer verletzt. "Schon damals ist uns schmerzlich bewusst geworden, welch enormes Gefahrenpotential vom internationalen Terrorismus ausgeht", so Beckstein.