Neuer Leitfaden zum Schutz vor illegaler Informationsbeschaffung Schmid: " Mittelständische Unternehmen vor Konkurrenz- und Wirtschaftsspionage schützen"
"Konkurrenz- und Wirtschaftsspionage können nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland und Bayern schädigen, sondern auch zur Existenzvernichtung einzelner Wirtschaftsunternehmen führen. Dies gilt nicht nur für Großunternehmen, sondern gerade auch für mittelständische Unternehmen" betonte Innenstaatssekretär Georg Schmid am 18.12.2003 in München anlässlich der Vorstellung eines vom Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) erstellten Leitfadens zum Schutz vor illegaler Informationsbeschaffung. Der Leitfaden soll gerade mittelständischen Unternehmern ein Handbuch zur Verfügung stellen, mit dessen Hilfe sie die Frage einer Gefährdung ihres Unternehmens durch Spionage beurteilen und Spionagebedrohungen minimieren können.
Der vom BVSW mit Unterstützung des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz erstellte Leitfadens hat zum Ziel,
* die Führung mittelständischer Unternehmen auf die Risiken durch Wirtschafts- und Konkurrenzspionage aufmerksam zu machen,
* ihnen das notwendige Problembewusstsein zu vermitteln und
* Ansätze bzw. Ansprechpartner zur Lösung der Probleme aufzuzeigen.
"Der Leitfaden fordert deshalb den mittelständischen Unternehmer zu einer Analyse seines Unternehmens unter dem Aspekt der Wirtschafts- und Konkurrenzspionage auf. Es soll deutlich werden, welche Informationen im Unternehmen in einer Weise gefährdet sind, dass ihre Kenntnis bei der Konkurrenz zum Schaden des eigenen Unternehmens führen kann", so Schmid. Die mittelständischen Unternehmen erhalten Hinweise, wie sie diese Informationen schützen und Schaden vermeiden können. Dabei geht es manchmal um Dinge, an die der nicht geschulte mittelständische Unternehmer unter Umständen gar nicht denkt. So können zum Beispiel Unternehmen bei der Ausschreibung von Stellen und bei gezielten Nachfragen von Bewerbern, die möglicherweise in fremden Diensten stehen, bereits viele sensible Daten entlockt werden. Dies gilt in gleicher Weise bei der Präsentation auf Messen und in Verkaufsgesprächen bei Ausstellungen. Schmid:" Natürlich kann und soll es nicht Aufgabe der Broschüre sein, den mittelständischen Unternehmer davon abzuhalten, sich auf Messen werbewirksam darzustellen. Er muss aber um die Risiken ausforschender Gespräche von möglichen Interessenten wissen. Wir haben nicht nur in der Wirtschaft, sondern im gesamten Bereich der Spionagetätigkeit festgestellt, dass gerade die Informationserhebung durch offene Gespräche von fremden Nachrichtendiensten viel stärker genutzt wird als wir dies üblicherweise annehmen."