Ein Tag Winterdienst in Bayern kostet Freistaat 2 Millionen Euro
Schmid: "Selbst bei katastrophalem Wetter ist vorgesorgt"
"Bei starken Schneefällen in ganz Bayern kostet der Winterdienst auf dem gesamten Netz der Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen an einem einzigen Tag 2 Millionen Euro. Im letzten Winter kostete Streuen und Räumen allein auf den bayerischen Autobahnen 14,3 Millionen Euro", bilanziert Innenstaatssekretär Georg Schmid. 3707 Frauen und Männer in 42 Autobahn- und 91 Straßenmeistereien sorgen dafür, dass der Verkehr auch im Winter rollen kann. Selbst für extreme Wetterverhältnisse mit enormen Schneefall oder starken Verwehungen, bei denen stundenlange Staus drohen, ist vorgesorgt. Neue Sonderpläne gewährleisten frühzeitig aufeinander abgestimmte Maßnahmen.
Der Winterdienst für die Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen kostet in Bayern in einer Winterperiode durchschnittlich 50 Millionen Euro. Das gesamte Straßennetz der bayerischen Straßenbauverwaltung beträgt 25.600 km. Auf den einzelnen Straßenkilometer entfallen demnach Kosten für den Winterdienst von rund 2.000 Euro. Die Kosten verteilen sich etwa zu gleichen Teilen auf Kosten für das Streusalz sowie auf die Lohn- und Fahrzeugkosten. Die 3.707 Arbeiter in den Autobahn- und Straßenmeistereien leisten im Winterdienst rund 570.000 Einsatzstunden. 1.356 Fahrzeuge stehen für die Räum- und Streueinsätze bereit, davon 513 Fahrzeuge von privaten Unternehmen. Die Räum- und Streufahrzeuge fahren in einer Winterperiode nahezu acht Millionen Kilometer und streuen dabei 280.000 Tonnen Salz in möglichst umweltschonender Dosierung. Drohen bei extremen winterlichen Verhältnissen dennoch länger andauernde Staus, entscheiden die in den neuen Katastrophenschutz-Sonderplänen namentlich festgelegten Mitglieder der betreffenden regionalen Koordinierungsgruppe über notwendige weitere Maßnahmen. Dazu gehören etwa kurzfristig veröffentlichte wie Umleitungsempfehlungen, Beschränkungen oder Sperrungen für LKW oder den gesamten Verkehr. Kommt es dennoch zu stundenlangen Staus, die gerade bei großer Kälte und in der Nacht Gefahr für Gesundheit und Leben bedeuten können, werden schnell Betreuungspunkte in unmittelbarer Nähe der Autobahn eingerichtet, von denen aus die im Stau streckenden Personen versorgt und betreut werden.
Gegenüber der letzten Winterperiode 2002/2003 werden zusätzlich acht Räum- und Streufahrzeuge speziell an kritischen Steigungsstrecken eingesetzt. Damit können die Umlaufzeiten der Winterdienstfahrzeuge auf unter zwei Stunden reduziert werden.
"Aber auch all zu oft vernachlässigen Kraftfahrer ihre Pflichten", so Schmid. "Im Winter sind immer noch zu viele mit ungenügend ausgerüsteten Fahrzeugen unterwegs. Sie verzichten bei winterlichen Straßenverhältnissen weder auf ihre Fahrt, noch passen sie ihr Fahrverhalten, insbesondere die Geschwindigkeit den widrigen Wetter- und Straßenverhältnissen an. Bayern hat deshalb die Initiative gestartet, dass die Verhaltensregeln der Straßenverkehrsordnung bei winterlichen Verhältnissen verdeutlicht werden. Das Ergebnis dieses Vorstoßes bleibt anzuwarten. Hier ist der Bund gefordert."