Beckstein bei 12. Bayerischen Ingenieurtag: "Freischaffende Ingenieure sind nicht Konkurrent, sondern Partner der Bauverwaltung"
"Heute ist es selbstverständlich, dass die öffentliche Hand Aufgaben, die sie nicht selbst zwingend erledigen muss, an Private überträgt. Die Aufgaben der staatlichen Bauverwaltung beschränken sich bei Planungsleistungen auf das Maß, das zum Erhalt der fachlichen Kompetenz unverzichtbar ist", so Innenminister Dr. Günter Beckstein am 30. Januar 2004 beim 12. Bayerischen Ingenieurtag in München.. "Wir sind nicht Konkurrent, sondern Partner der Bauwirtschaft und der freischaffenden Architekten und Ingenieure", so Beckstein.
Die bayerische Bauverwaltung überträgt den beiweiten überwiegenden Teil der Architekten- und Ingenieurleistungen an freie Büros und beschränkt sich als Management-Bauverwaltung auf die Kernaufgaben. Allein die Straßenbauverwaltung vergibt Ingenieurleistungen für durchschnittlich 31,5 Millionen Euro pro Jahr. Dabei erstreckt sich das Auftragsspektrum von Planungs- und Bauleitungsaufgaben für Straßen und Brücken sowie für landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen, das Erstellen von Umweltverträglichkeitsstudien, ökologischen Untersuchungen sowie Statiken, Bodenerkundungen und gutachterliche Stellungnahmen bis hin zu Vermessungsleistungen. Hierzu werden die freiberuflichen Ingenieure als fachkompetente, engagierte und motivierte Partner der Verwaltung benötigt. Die Auswahl der einzuschaltenden freiberuflich Tätigen erfolgt nach den Grundsätzen des Haushaltrechts. Bei Aufträgen ab 200.000 ist dazu ein europaweites Vergabeverfahren nach der "Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen" durchzuführen. "Der Kern dieses Regelwerks ist die Verpflichtung des öffentlichen Auftraggebers, sein Vergabeverfahren formalisiert so durchzuführen, dass jeder, der ein berechtigtes Interesse am Auftrag hat, auch die Chance bekommt, sich um diesen Auftrag zu bewerben. Der Auswahlprozess optimiert, transparent und somit auch nachprüfbar," so Beckstein.